Das Paderborner Startup Palprint entwickelt passgenaue 3D-Druck-Verpackungen aus recyceltem PET für den Maschinen- und Anlagenbau und will damit Einwegverpackungen in der industriellen Logistik ablösen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Unternehmen mit 125.000 Euro.

Übergroße, standardisierte Verpackungen sind nach wie vor gängige Praxis im Maschinenbau: Firmen bestellen sie in großen Mengen, lagern sie aufwändig und entsorgen sie nach einmaligem Einsatz. Palprint – eine Ausgründung aus der Garage33, dem Gründungszentrum der Universität Paderborn – setzt dem ein System entgegen, das Verpackungen direkt im Betrieb passgenau für das jeweilige Bauteil druckt.
3D-Druck-Verpackung als Systemlösung aus einer Hand
Palprint bietet sowohl Auftragsfertigung als auch eine vollständige Systemlösung an. Je nach Bedarf liefert das Startup 3D-Drucker von Partnerunternehmen zusammen mit eigener Software und Materialversorgung. Anhand von 3D-Daten werden Verpackungen automatisiert generiert und direkt vor Ort gedruckt. Mitgründer Andreas Ribul-Olzer nennt einfache Bedienung als zentrales Entwicklungsziel.

Die Materialbasis bildet recyceltes PET, ein Kunststoff, der auch bei Ein- und Mehrwegflaschen eingesetzt wird. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) arbeitet Palprint an einer Variante auf Basis von PET-Schaum. Dieser expandiert laut Ribul-Olzer bis zu 75 Prozent schneller auf die gewünschte Größe bei bis zu 90 Prozent geringerem Gewicht, wodurch sich auch große Volumen in Styropor-Haptik zügig herstellen lassen. Das Material bleibt recyceltes PET und kann eingeschmolzen sowie für neue Verpackungen wiederverwendet werden.
Recycling-Kreislauf reduziert Rohstoffbedarf und Lageraufwand
Neben der Fertigung zielt Palprint auf den Aufbau eines geschlossenen Recycling-Kreislaufs. Ab einer bestimmten Menge genutzter Verpackungen holt das Unternehmen das Material mit ausgewählten Partnerunternehmen ab, recycelt es und führt es als neuen Rohstoff in die Produktion zurück. Mitgründer Paul Lindner betont, dass die Verpackungen nahezu vollständig aus recyceltem PET bestehen, was das Recycling erheblich vereinfacht, da keine Materialtrennung erforderlich ist.

Auch Transport- und Lageraufwand verringern sich: Einzig die Kunststoff-Rezyklate müssen angeliefert werden, die sich platzsparend transportieren und lagern lassen. Geplant sind darüber hinaus mehrfach verwendbare Verpackungen samt Pfandsystem. Lindner sieht in diesen Ansätzen einen Beitrag zu Kreislaufwirtschaft, Materialeinsparung und Müllvermeidung – und erwartet, dass das System für Unternehmen wirtschaftlich vorteilhafter ist als der Ankauf und die Lagerung von Einwegverpackungen. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde ordnet die Förderung entsprechend ein: „Transport, Umschlag und Lagerung von Gütern bieten zugleich viele Komponenten für mehr Nachhaltigkeit – und zudem Optionen für wirtschaftliche Optimierung.“


