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AM bietet Innovationspotenzial für die chemische Industrie

29.04.2026

Das Forum Chemistry, Process & Plant Engineering der rapid.tech 3D 2026 widmet sich am 6. Mai in Erfurt dem Übergang von AM vom Technologiethema zur industriellen Anwendung in der chemischen Industrie. Fünf Fachvorträge beleuchten ein breites Themenspektrum – von pharmazeutischen Tools über Wärmemanagement bis hin zu keramischen Mischern.

Konzeptstudien zu statischen Mischern aus Al2O3 - AM-Technologien ermöglichen die Übertragung von Hochleistungskeramik-Eigenschaften in komplexe Geometrien. | Foto: kerAMisch
Konzeptstudien zu statischen Mischern aus Al2O3 – AM-Technologien ermöglichen die Übertragung von Hochleistungskeramik-Eigenschaften in komplexe Geometrien. | Foto: kerAMisch

Die chemische Industrie gilt als prozessreife Schlüsselbranche, die unter erheblichem Transformations- und Effizienzdruck steht. In einem kapitalintensiven, hochregulierten Markt können technologische Veränderungen auch in kleinem Umfang eine überproportionale wirtschaftliche Wirkung entfalten – ein Umstand, der die Relevanz von AM für diese Branche erklärt.

Vom Technologiethema zur industriellen Reife: AM in der chemischen Industrie

Özlem Weiss, CEO des Beratungsunternehmens Expertants und Mitglied des Fachbeirats der rapid.tech 3D, kuratiert das Forum und bringt Expertinnen und Experten aus Industrie sowie Forschung zusammen. Sie sieht in der diesjährigen Programmgestaltung ein Signal für den Reifegrad der Entwicklung: „Im Forum Chemistry, Process & Plant Engineering wird sichtbar, dass Additive Manufacturing in der Chemie die Schwelle vom Technologiethema zur industriellen Anwendung überschreitet. Dass wir in diesem Jahr gleich drei Nominierte für den Exzellenzpreis im Forum haben, darunter einen Finalisten, ist für mich ein starkes Zeichen dafür, dass aus einzelnen Anwendungen echte Innovationsreife geworden ist. So entsteht aus einem Technologiethema langsam eine Community und das ist ein guter Nährboden für Wachstum und Fortschritt.“

Das Programmspektrum der fünf Fachvorträge reicht von pharmazeutischen Tools über regulatorisch optimierte Komponenten bis zu Wärmemanagement, industriellen Business Cases und keramischen Mischern. Einen dieser Vorträge hält Dr.-Ing. Uwe Scheithauer, Teammitglied im EXIST-Forschungstransferprojekt kerAMisch am Fraunhofer Kompetenzfeld Additive Fertigung, in Zusammenarbeit mit den Industriepartnern Sulzer, AMAREA und D3. Er stellt eine automatisierbare Produktentwicklungsmethodik für keramische statische Mischer aus Hochleistungskeramiken vor, bei der AM-Technologien erstmals die Übertragung herausragender Materialeigenschaften in hochkomplexe Geometrien ermöglichen. Damit bildet das Forum die gesamte Breite ab, in der AM in Chemie, Verfahrenstechnik und anlagennahen Anwendungen heute aufgestellt ist – von der Forschung bis zur industriellen Praxis.

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Neue Freiheitsgrade durch die Kombination aus Materialkompetenz und AM

Die Verbindung chemischer Materialkompetenz mit AM ermöglicht Produktentwicklungen, die mit klassischen Verfahren nur mit hohem Aufwand oder gar nicht realisierbar wären. Komplexe Strukturen, funktionalisierte Oberflächen und integrierte Eigenschaften lassen sich gezielt umsetzen. Das eigentliche Potenzial entfaltet sich dabei vor allem dort, wo der Fokus vom Material auf die Anwendung wechselt: als Auslöser für Prozessinnovation, leistungsfähigere Anlagen und neue industrielle Felder.

Darüber hinaus bietet AM Ansätze für eine effizientere Produktion. Materialeinsatz, Energieverbrauch und Prozessschritte können optimiert werden, während gleichzeitig individualisierte Lösungen wirtschaftlich umsetzbar bleiben. Für die Chemieindustrie ergibt sich daraus nicht nur die Rolle als Anwenderin, sondern auch als Treiberin dieser Entwicklung – ein Aspekt, dem das Forum im Rahmen der rapid.tech 3D 2026 Raum gibt.

rapid.tech 3D als Plattform für den Austausch zwischen Chemie und Fertigungstechnik

Die rapid.tech 3D versteht sich als Plattform für industrielle Anwendungen und technologische Innovationen an der Schnittstelle zwischen AM, Maschinenbau und Chemieindustrie. Das Forum Chemistry, Process & Plant Engineering ist ein Bestandteil des Fachkongresses, der am 6. Mai 2026 in Erfurt stattfindet.

Neben den Fachvorträgen steht der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten im Vordergrund. Die parallele Fachausstellung präsentiert aktuelle Technologien, Materialien und Lösungen. Die Verzahnung von Kongress und Ausstellung ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, theoretische Ansätze unmittelbar mit praktischen Anwendungen zu verknüpfen.

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