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BASF erweitert Portfolio mit reduziertem PCF

12.03.2026

Der Unternehmensbereich Intermediates der BASF erweitert sein Portfolio um Produktvarianten mit reduziertem PCF (Product Carbon Footprint). Am Verbundstandort Ludwigshafen werden neue rPCF-Varianten für Butandiol (BDO), Tetrahydrofuran (THF), Polytetrahydrofuran (PolyTHF®) und N-Methylpyrrolidon (NMP) hergestellt, die weltweit geliefert werden können und Teil einer rPCF-Produktkategorie sind, die sich derzeit im Ausbau befindet.

Die Acetylenanlage am Verbundstandort Ludwigshafen bildet den Ausgangspunkt für die Herstellung der neuen rPCF‑Varianten von BDO, THF, PolyTHF® und NMP. | Foto: BASF
Die Acetylenanlage am Verbundstandort Ludwigshafen bildet den Ausgangspunkt für die Herstellung der neuen rPCF‑Varianten von BDO, THF, PolyTHF® und NMP. | Foto: BASF

Der reduzierte PCF dieser Zwischenprodukte wird durch den Einsatz emissionsarmer Rohstoffe sowie emissionsarmer Prozessenergien am Standort Ludwigshafen erreicht. Dadurch weisen die rPCF-Varianten laut BASF einen mindestens zehn Prozent niedrigeren Product Carbon Footprint auf als die jeweiligen Standardprodukte, während die Produktleistung unverändert bleibt.

rPCF-Varianten senken den PCF entlang der Wertschöpfungsketten

Mit der Einführung der neuen Varianten für BDO, THF, PolyTHF und NMP erweitert BASF ihr Angebot an Zwischenprodukten mit reduziertem PCF und adressiert damit eine zunehmende Nachfrage aus verschiedenen Industrien nach Materialien mit geringerer Emissionsbilanz. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Pharma, Elektronik, Textil und Konsumgüter greifen auf diese chemischen Zwischenprodukte zurück, die in zahlreichen industriellen Anwendungen eine zentrale Rolle spielen.

Ein wesentliches Merkmal der neuen rPCF-Varianten besteht darin, dass sie sich ohne Änderungen bestehender Formulierungen oder Produktionsprozesse einsetzen lassen. Kunden können dadurch Rohstoffe mit reduziertem PCF verwenden und gleichzeitig ihre Scope-3-Emissionen in der Wertschöpfungskette senken, ohne zusätzliche technische Anpassungen in ihren Produktionsabläufen vornehmen zu müssen.

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„In vielen Branchen beobachten wir eine wachsende Nachfrage nach kostengünstigen Produkten mit reduziertem CO2-Fußabdruck, die unseren Kunden helfen, Marktanforderungen zu erfüllen und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen”, sagt Verena Siegel, Vice President Global Business Management für Butandiol und Derivate im Unternehmensbereich Intermediates der BASF. „Unsere neuen rPCF-Varianten ermöglichen es Kunden, messbare PCF-Reduktionen von mindestens 10 Prozent zu erzielen – und das ohne zusätzliche Komplexität in ihren Abläufen.”

Zentrale Zwischenprodukte in zahlreichen chemischen Anwendungen

Butandiol (BDO) gehört zu den wichtigen Grundstoffen in verschiedenen chemischen Wertschöpfungsketten. Das Zwischenprodukt dient unter anderem zur Herstellung von Polytetrahydrofuran (PolyTHF) und wird darüber hinaus zur Produktion von Tetrahydrofuran (THF) sowie von Gamma-Butyrolacton (GBL) eingesetzt, das beispielsweise in pharmazeutischen Anwendungen Verwendung findet. Darüber hinaus bildet BDO die Ausgangsbasis für N-Methylpyrrolidon (NMP) sowie für den Kunststoff Polybutylenterephthalat (PBT).

BASF zählt zu den weltweit führenden Herstellern von BDO und seinen Derivaten und betreibt zwei Produktionsanlagen mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 350.000 Tonnen. Die Einführung von Varianten mit reduziertem PCF ergänzt dieses Produktionsportfolio und erweitert die Möglichkeiten für industrielle Anwendungen, bei denen neben der Materialleistung auch der Product Carbon Footprint der eingesetzten Rohstoffe eine Rolle spielt.

PolyTHF und NMP als Bausteine moderner Materialien

Polytetrahydrofuran (PolyTHF) wird vor allem zur Herstellung elastischer Spandex- und Elastanfasern verwendet, die in zahlreichen Textilien zum Einsatz kommen. Dazu zählen beispielsweise Bade- und Sportbekleidung, Unterwäsche, Hemden sowie Stretchjeans, bei denen elastische Eigenschaften gefragt sind. Neben der Textilindustrie spielt PolyTHF auch in der Kunststoffverarbeitung eine wichtige Rolle.

Das Polymer ist ein zentraler Baustein für thermoplastische Polyurethane (TPU), die unter anderem in abriebfesten Schläuchen, Folien und Kabelummantelungen eingesetzt werden, insbesondere im Automobilbereich. Darüber hinaus findet PolyTHF Anwendung in Polyetherestern, Polyetheramiden sowie in Gusselastomeren, die beispielsweise für Rollen von Skateboards und Inline-Skates verwendet werden. BASF betreibt Produktionsstandorte für PolyTHF in Europa, Nordamerika und im Asien-Pazifik-Raum und erreicht damit eine Gesamtkapazität von 250.000 Tonnen pro Jahr.

Auch N-Methylpyrrolidon (NMP) gehört zu den wichtigen Lösungsmitteln in verschiedenen Industrien. Das aprotische, hochpolare organische Lösungsmittel wird unter anderem in der pharmazeutischen Produktion eingesetzt und spielt außerdem bei der Herstellung spezieller Filtrationsmembranen eine Rolle. Eine weitere bedeutende Anwendung ist die Verarbeitung von Lithium-Ionen-Batterien.

Darüber hinaus kommt NMP in Beschichtungen, Tinten und Harzen zum Einsatz. Auch in landwirtschaftlichen Formulierungen sowie in bestimmten Prozessen der Öl- und Gasförderung wird das Lösungsmittel verwendet, wodurch es in zahlreichen industriellen Anwendungen Bestandteil komplexer Wertschöpfungsketten ist.

Berechnung des PCF nach internationalen Standards

Die Berechnung des Product Carbon Footprint für die rPCF-Versionen von BDO, THF, PolyTHF und NMP aus Ludwigshafen erfolgt gemäß ISO 14067:2018 sowie nach der Together for Sustainability – Product Carbon Footprint Guideline for the Chemical Industry in Version 3.0 (Dezember 2024). Die entsprechenden Berechnungen werden derzeit durch TÜV Rheinland zertifiziert.

Nach Angaben von BASF erreichen die rPCF-Produkte des Unternehmensbereichs Intermediates eine Reduktion des PCF von mindestens zehn Prozent im Vergleich zum jeweiligen BASF-Standardprodukt der produzierenden Region. Diese Reduktion wird durch konkrete Maßnahmen erreicht, insbesondere durch den Einsatz emissionsarmer Rohstoffe sowie emissionsarmer Prozessenergien am Produktionsstandort.

Die Berechnung berücksichtigt dabei keine Downstream-Emissionen. Dazu zählen beispielsweise Transportemissionen vom Werkstor zum Kunden, Emissionen aus der weiteren Verarbeitung oder Emissionen, die am Ende des Produktlebenszyklus entstehen können.

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