Fraunhofer UMSICHT sucht Partner für eine Konsortialstudie, die Mehrwegprodukte aus Kunststoff sicherer, langlebiger, recyclingfähiger und wirtschaftlicher machen soll. Im Zentrum steht die Frage, welche Kunststoffe sich für welchen Anwendungsfall eignen und welche Reinigungs- und Waschprozesse über die Materialauswahl mitentscheiden.

Die Studie steht Interessenten offen und soll im Januar 2027 beginnen. Beteiligte Unternehmen erhalten frühzeitig fundierte Entscheidungsgrundlagen zu Materialwahl, Produktdesign, Waschprozessen, Rezyklatqualität und regulatorischen Anforderungen, während Fraunhofer UMSICHT die nötige Recherche und die anwendungsnahen Versuche übernimmt.
Passende Kunststoffe und schonende Waschprozesse für Mehrwegprodukte
Nicht jeder Kunststoff eignet sich für jeden Anwendungsfall. Die Konsortialstudie geht daher der Frage nach, welche Materialien sich für Becher, Schalen, Flaschen, Kisten, Deckel oder Dichtungen eignen und wie sie sich durch viele Waschzyklen verändern. Ebenso wird untersucht, welche Verpackungen von regulatorischen Entwicklungen wie der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) betroffen sind und künftig äquivalente Mehrweglösungen erfordern könnten.
Eine zentrale Rolle spielen die Reinigungsprozesse, die Hygiene sichern, Geruch und Geschmack vermeiden und zugleich Material, Energie, Wasser und Chemikalien schonen sollen. Fraunhofer UMSICHT übernimmt dafür Recherche, Experteninterviews sowie Markt- und Technikanalysen und führt anwendungsnahe Versuche zu Spül-, Abrieb- und Alterungsbeständigkeit, organischen Rückständen, mikrobieller Belastung und hygienischer Bewertung durch. So sollen belastbare Grundlagen entstehen, mit denen sich Mehrwegprodukte langlebiger und recyclingfähiger gestalten lassen.
Geteilte Kosten und gebündeltes Wissen über die Wertschöpfungskette
Die Studie setzt auf die gemeinsame Entwicklung besserer Mehrwegprodukte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hersteller, Mehrweganbieter, Waschdienstleister, Anlagenbauer, Recycler, Handel, Logistik und Gastronomie können dabei Kosten teilen, Wissen bündeln und neue Partnerschaften aufbauen. Die inhaltlichen Schwerpunkte legt Fraunhofer UMSICHT gemeinsam mit den Konsortialpartnern fest, sodass sich auch individuelle Fragestellungen einbringen lassen.
Teilnehmende Unternehmen erhalten frühzeitig fundierte Entscheidungsgrundlagen zu Materialwahl, Produktdesign, Waschprozessen, Rezyklatqualität, regulatorischen Anforderungen und neuen Geschäftsmodellen. Die Studie soll im Januar 2027 starten, über 18 Monate laufen und mit mindestens zehn Organisationen durchgeführt werden, Projekttreffen und Workshops sind quartalsweise geplant. Die Beteiligung kostet 17.500 Euro, für KMU und NGO 8.000 Euro. So entsteht eine Grundlage für bessere Mehrwegprodukte, effiziente Prozesse und glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien.


