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Biobasierte Kunststoffverpackung im EU-Regulierungsrahmen

21.05.2026

Das nova-Institut hat im Auftrag der Europäischen Kommission eine umfassende Analyse zur Rolle biobasierter Ausgangsstoffe in der Kunststoffverpackung unter der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) erarbeitet. Die veröffentlichte Studie liefert wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu Technologieentwicklung, ökologischer Leistungsfähigkeit und politischen Handlungsoptionen.

Biobasierte Kunststoffverpackung: Biomassenutzung weltweit. | Grafik: nova-Institut GmbH
Biobasierte Kunststoffverpackung: Biomassenutzung weltweit. | Grafik: nova-Institut GmbH

Obwohl biobasierte Polymere derzeit lediglich rund ein Prozent des globalen Marktes ausmachen und Kunststoffe zu mehr als 99 Prozent auf fossilen Rohstoffen basieren, sind 17 biobasierte Polymere bereits kommerziell verfügbar. Die Studie stellt fest, dass keine grundlegenden technischen Hürden ihrem Einsatz in Verpackungen entgegenstehen und dass sie gegenüber fossilen Alternativen durchschnittliche Treibhausgasemissionseinsparungen erzielen. Die PPWR legt zwar verbindliche Ziele für recycelte Inhalte fest, lässt jedoch offen, wie biobasierter Kohlenstoff zur Defossilisierung beitragen kann. Genau diese Lücke adressiert die Analyse.

Biobasierte und recycelte Inhalte als gemeinsame Säule der Defossilisierung

Biobasierte Kunststoffverpackung und Recycling werden in der Studie nicht als konkurrierende, sondern als komplementäre Ansätze beschrieben. Recycling hält bestehenden Kohlenstoff im Kreislauf, während biobasierte Ausgangsstoffe zusätzlichen erneuerbaren Kohlenstoff einbringen und so die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen verringern. Die Studie betont, dass die PPWR zwar ambitionierte Recyclingziele setzt, Recycling allein jedoch nicht ausreicht, um den langfristigen Bedarf an nicht-fossilem Kohlenstoff als Ausgangsstoff zu decken.

Ein politischer Rahmen, der beide Ansätze gleichwertig anerkennt und fördert, ist laut Studie entscheidend für ein resilientes und zirkuläres Kohlenstoffsystem im europäischen Verpackungssektor. Michael Carus, Gründer und Senior Advisor des nova-Instituts, formuliert es so: „For more than 30 years, we have been working on defossilising the chemicals and materials sector. Our analysis shows that a climate-neutral packaging sector will require a balanced mix of bio-based carbon, CO₂ utilisation and recycling. When it comes to packaging, this means increasing both the share of bio-based content and the use of recycled materials. Only by combining these approaches can we fully keep carbon in the loop and successfully transition from fossil to renewable carbon.“

Biobasierte Kunststoffverpackung: globale Nachfrage nach in Materialien und Chemikalien eingebettetem Kohlenstoff. | Grafik: nova-Institut GmbH
Biobasierte Kunststoffverpackung: globale Nachfrage nach in Materialien und Chemikalien eingebettetem Kohlenstoff. | Grafik: nova-Institut GmbH

Skalierung biobasierter Kunststoffverpackung erfordert gezielte Politikmaßnahmen

Trotz technologischer Reife und nachgewiesener durchschnittlicher Treibhausgasreduktionspotenziale gegenüber fossilen Alternativen bleibt die Skalierung biobasierter Kunststoffverpackung eine zentrale Herausforderung. Höhere Produktionskosten, begrenzte Infrastruktur und im Vergleich zu Biokraftstoffen uneinheitliche politische Unterstützung verlangsamen die Marktentwicklung. Die Studie empfiehlt deshalb verbindliche Ziele für biobasierte Inhalte, harmonisierte Nachhaltigkeitskriterien in Übereinstimmung mit der Renewable Energy Directive sowie Investitionen in Recycling- und Verarbeitungsinfrastruktur. Die Abstimmung dieser Kriterien mit der Renewable Energy Directive ist dabei ein eigenständiger Schwerpunkt der Empfehlungen, da sie die regulatorische Kohärenz zwischen Verpackungs- und Energiepolitik sicherstellt.

Dr. Lars Börger, CEO des nova-Instituts, begrüßt die Entscheidung der Kommission, auf unabhängige wissenschaftliche Beratung zurückzugreifen: „In complex transformation processes, policy needs an unbiased view of the best available scientific evidence. This is what makes Europe strong and it is also what nova stands for.“ Das nova-Institut begleitet diesen Transformationsprozess seit mehr als 30 Jahren und unterstützt Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Investoren durch Studien, Marktdaten, strategische Beratung sowie frei zugängliche Ressourcen wie die Renewable Carbon Initiative bei der Transition von fossilen zu nachhaltigen Kohlenstoffquellen.

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