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Biochemistry 2026 von Struktur zu biologischer Funktion

09.03.2026

Die internationale Konferenz Biochemistry 2026 präsentiert vom 16.-18. März aktuelle Forschung an der Schnittstelle von Biochemie und chemischer Biologie. Wissenschaftliche Beiträge beschäftigen sich mit Zusammenhängen von chemischen Strukturen zu biologischen Funktionen und zeigen neue Erkenntnisse zu molekularen Prozessen und biochemischen Mechanismen.

GDCh Biochemistry 2026: Die Residenz in Würzburg, vom Hofgarten aus fotografiert. | Foto: Universität Würzburg, Robert Emmerich
GDCh Biochemistry 2026: Die Residenz in Würzburg, vom Hofgarten aus fotografiert. | Foto: Universität Würzburg, Robert Emmerich

Die Biochemistry 2026 bringt führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Nachwuchsforschende zusammen. Das Programm umfasst Vorträge und Posterpräsentationen zu chemischer Biologie, chemischer Genetik, Epitranskriptomik, Protein-Engineering, integrativer Strukturbiologie, Naturstoff-Engineering, Enzymologie und neuen Ansätzen der Wirkstoffforschung und ermöglicht den Austausch zwischen Forschung aus Wissenschaft und Industrie.

Chemische Biologie und enzymatische Mechanismen

Die Biochemistry 2026 stellt aktuelle Forschung aus chemischer Biologie, Peptidchemie und Enzymtechnik vor. Arbeiten zur nicht-ribosomalen Peptidsynthese zeigen alternative Wege der Peptidherstellung, während Untersuchungen zu einer Form-I-Rubisco ohne kleine Untereinheit deren Charakterisierung und wachstumsgekoppelte Selektion thematisieren. Methoden zur Erzeugung definierter Protein-Protein-Konjugate durch native chemische Ligation in Zellen erweitern dabei das Spektrum chemischer Werkzeuge zur gezielten Modifikation von Proteinen.

Auch enzymatische Reaktionen mit S-Adenosylmethionin (SAM) stehen im Mittelpunkt mehrerer Beiträge. Forschende analysieren die chemoselektive Steuerung SAM-abhängiger Methyltransferasen und entwickeln Ansätze zum Cofaktor-Engineering auf Basis künstlicher Methionin-Guanosyltransferasen. Untersuchungen zur aromatischen (Di-)Methylierung durch SAM-abhängige C-Methyltransferasen verbinden mechanistische Fragen mit neuen methodischen Ansätzen, etwa zur Datenverarbeitung und kinetischen Modellierung von HPLC-Reaktionszeitreihen mit EnzymeML-Tools. Ergänzend werden Strategien zur in-silico-gestützten Evolution von Transferasefamilien für selektive Alkylierungsreaktionen vorgestellt.

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Naturstoffe, molekulare Werkzeuge und Wirkstoffforschung

Ein weiterer Themenbereich der Biochemistry 2026 umfasst experimentelle Werkzeuge der chemischen Biologie sowie Ansätze der Wirkstoffforschung. Aktivitätsbasierte Sonden ermöglichen die Untersuchung von Ubiquitin- und Ubiquitin-ähnlichen E3-Ligasen, während Analysen zur Proteom-weiten Selektivität verschiedener Elektrophile neue Einblicke in Reaktivitätsmuster innerhalb komplexer Proteome liefern.

Die Verbindung von chemischer Biologie und medizinischer Chemie zeigt sich auch in Arbeiten zu Naturstoffen aus interagierenden Mikroorganismen und alten Mikrobiomen sowie in Studien zu Nukleosid-Phosphoramidaten. Molekulare Inhibitoren stehen ebenfalls im Fokus, etwa biarylische Phosphate und Phosphonate als selektive Hemmstoffe des Transkriptionsfaktors STAT4. Parallel dazu untersuchen Forschende Möglichkeiten, das spliceosomale Protein USP39 mithilfe allosterischer Liganden gezielt zu modulieren oder durch PROTAC-basierte Strategien abzubauen.

RNA-Biochemie, Protein-Engineering und strukturelle Analysen

Weitere Beiträge der Biochemistry 2026 widmen sich der chemischen Biologie von Nucleinsäuren und strukturellen Fragestellungen der Biochemie. Untersuchungen zu RNA-Modifikationen werden durch Arbeiten zu neuen TET3-Enzymen für epigenetische Sequenzierung ergänzt. Auch synthetische zirkuläre RNAs, die IRES-Aktivität für die Translation in Zellen und zellfreien Systemen nutzen, zeigen neue Perspektiven für die Analyse regulatorischer RNA-Mechanismen.

Parallel dazu präsentiert das Programm Entwicklungen im Protein-Engineering. Das Spektrum reicht vom Design funktioneller Enzyme bis zur Entwicklung und Evolution de-novo-designter Chorismat-Mutasen sowie zu metalloenzymatischen Systemen, die durch Erweiterung des genetischen Codes erzeugt werden.

Strukturbiologische Arbeiten liefern Einblicke in molekulare Organisationsprinzipien biologischer Makromoleküle. Analysen von tRNA-Modifikationen und A-Minor-Interaktionen im bakteriellen Ribosom werden ebenso vorgestellt wie Untersuchungen zur Rolle einer Wirts-tRNA bei der Assemblierung einer viralen Transkriptionsmaschine. Cryo-EM-Strukturen höhergeordneter Gephyrin-Oligomere zeigen strukturelle Grundlagen inhibitorischer postsynaptischer Gerüste, während weitere Studien neue Perspektiven auf die Organisation von Zytoskelett und Herzmuskel eröffnen. Posterpräsentationen begleiten die Biochemistry 2026 und decken ein breites Spektrum biochemischer Forschung ab.

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