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Blue Air Systems senkt Energiebedarf der Granulattrocknung

09.06.2026

Mit dem Blue Air Dryer-Modul BBX hat Blue Air Systems eine Prozessluft-Technologie für die Granulattrocknung entwickelt, die gegenüber konventionellen Trocknern mit erwärmter Luft zwischen 50 und 70 Prozent Energie einspart. Die Module sind für Neuanwendungen und zur Umrüstung bestehender Systeme konzipiert – dabei werden vorhandene Granulat-Behälter weiterverwendet, nur die Trocknungseinheit wird ausgetauscht.

energieeffizienten Trocknung.“ | Foto: Blue Air Systems
Bernhard Stipsits, Geschäftsführer Blue Air Systems: „Wenn wir auf die weltweiten Märkte sehen, so erkennen wir ein sehr hohes Potential für die Option einer Umrüstung installierter Trocknungssysteme mit dem Blue Air Dryer-Modul BBX zur energieeffizienten Trocknung.“ | Foto: Blue Air Systems

Das Prinzip unterscheidet sich grundlegend von Adsorptions- und Molekularsiebtrocknern, die im Markt bisher dominieren: Der Blue Air Dryer BBX benötigt weder Regenerationsenergie noch Kühlwasser noch ein Molekularsieb. Das Unternehmen hat das Modul zum Patent angemeldet und erklärt sich für Kooperationen in Amerika und Asien offen.

Granulattrocknung als Qualitätsfaktor in der Kunststoffverarbeitung

Die Trocknung von Granulaten erfüllt in der Kunststoffverarbeitung eine unmittelbar qualitätskritische Funktion: Restfeuchtetoleranzen der Materialien müssen direkt vor der Verarbeitung eingehalten werden, um die Bauteilgüte in der Spritzgießtechnik, Blasformtechnik und PET-Verarbeitung zu sichern. Je nach Durchsatz und Materialwechsel kommen dabei unterschiedliche Systemkonzepte zum Einsatz – zentrale Materialversorgungssysteme (Zentraltrockner) oder dezentrale Systeme (Aufsatz- oder Beistelltrockner), ergänzt durch Chargen- bzw. Portionstrockner und Dauertrockner. In der Granulatherstellung dominieren Zentrifugaltrockner mit Durchsätzen bis rund 100 t/h.

Im Betrieb stellen Übertrocknung, Nachfeuchtung, Entstaubung und Reinigungsaufwand prozessgestalterische Herausforderungen dar. Visualisierungssysteme sowie Taupunkt- und Feuchtemessgeräte unterstützen dabei die anwendungsgerechte Prozessführung auf technisch hohem Niveau. Die im Markt verbreiteten Adsorptions- und Molekularsiebtrockner arbeiten nach dem Prinzip, tief trockene, erwärmte Luft um die Granulatkörner zu führen, die aufgenommene Feuchtigkeit wird an ein Trockenmittel abgegeben. Ihre Energieeffizienz liegt dabei unterhalb der von Prozessluft-Trocknern; sie punkten bei hohen Durchsätzen jenseits von 1.000 kg/h, haben jedoch bei kleinen und mittleren Materialdurchsätzen aufgrund von Regenerationsaufwand und suboptimalem Energieeinsatz Schwachpunkte.

Blue Air Dryer BBX: Umrüstung auf Prozessluft-Technologie

Das Blue Air Dryer-Modul BBX arbeitet ohne Regenerationsenergie, ohne Kühlwasser und ohne Molekularsieb. Der Kern der Energieeinsparung liegt im Trocknungsprinzip selbst: Eine intelligente Digital-Pneumatik steuert den Trockenluft-Volumenstrom so fein, dass exakt so viel Prozessluft verbraucht wird, wie die jeweilige Trocknungsaufgabe erfordert. Das Ergebnis ist ein konstanter Taupunkt ohne Schwankungen – ein Merkmal, das konventionelle Adsorptionstrockner nicht bieten. In die Entwicklung des BBX floss die jahrzehntelange Erfahrung von Blue Air Systems mit trockener Prozessluft ein; unter dem Unternehmensmotto „Total Energy Savings“ steht der intelligente Energieeinsatz seit der Gründung im Mittelpunkt der Produktentwicklung.

Die Module sind für Prozessvolumina von 0,5 bis 10.000 kg/h ausgelegt, für PET-Anwendungen standardmäßig bis 1.000 kg PET/h, auf Anfrage auch darüber hinaus. Die Umrüstung bestehender Trockner folgt dem Plug-&-Play-Prinzip: Vorhandene Behälter bleiben im Einsatz, lediglich die Trocknungseinheit wird durch das kompakte BBX-Modul ersetzt – ein Austausch ist binnen eines Tages abgeschlossen. Bernhard Stipsits, Geschäftsführer Blue Air Systems, beschreibt das Marktpotenzial so: „Wenn wir auf die weltweiten Märkte sehen, so erkennen wir ein sehr hohes Potential für die Option einer Umrüstung installierter Trocknungssysteme mit dem Blue Air Dryer-Modul BBX zur energieeffizienten Trocknung.“

Transparenz und Wartungsarmut als Betriebsvorteile

Der Blue Air Dryer BBX verfügt im Standard über eine Anzeige der Prozessparameter Temperatur, Trocken-Luftvolumenstrom, Taupunkt der Trockenluft sowie Energieverbrauch beim aktuellen Durchsatz. Optional steht eine Datenbank für kunststoffspezifische und durchsatzabhängige Trocknereinstellungen sowie eine Füllstand-Sensorik zur Verfügung. Dieser Grad an Prozesstransparenz erlaubt eine präzise, anwendungsgerechte Steuerung der Granulattrocknung ohne manuelle Eingriffe.

Der Wartungsaufwand des Blue Air Dryer-Moduls beschränkt sich auf einen Luftfilterwechsel nach langer Einsatzdauer. In Kombination mit hoher Verfügbarkeit und minimalen Betriebskosten ergibt sich eine nahezu wartungsfreie Produktion, die eine vergleichbare oder verbesserte Trocknungsqualität bei signifikant reduziertem Energieeinsatz liefert.

Vier Fragen zur Premiere von Blue Air Dryer an Bernhard Stipsits, Geschäftsführer der Blue Air Systems GmbH

Der Markt von Trocknungssystemen für Granulate wird von Molekularsiebtrocknern dominiert. Warum sollte ein Verarbeiter nun auf Prozessluft umstellen?

Bernhard Stipsits: Tatsächlich setzen nur eine Handvoll Anbieter auf das Prozessluft- Prinzip. Die heutige Marktdurchdringung von Molekularsiebtrocknern zur Trocknung der Prozessluft hat historische Gründe. Heute spielen jedoch die Energiekosten für den
Verarbeiter eine viel größere Rolle in der Teilepreiskalkulation als früher. Die Trocknung von Granulaten mit dem Blue Air Dryer-Modul BBX erschließt ein Höchstmaß an Energieschonung: Je nach Anwendung spart ein Blue Air Dryer-Modul BBX bei Umrüstung von konventionellen Granulattrocknern 50 – 70 % Energie. Die Umrüstung ist denkbar einfach: Die im Einsatz stehenden Granulat-Behälter werden weiterverwendet. Nur die Trocknungseinheit wird gegen das Blue Air Dryer-Modul BBX ausgetauscht. Der Blue Air Dryer BBX ist ein echter Game Changer. Dies erhöht nicht bloß nur die Aufmerksamkeit von Verarbeitern: Es ist ein wichtiger Punkt, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Sie entwickelten das Blue Air Dryer-Modul zur Umrüstung von Fremdfabrikaten. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Bernhard Stipsits: Energieeffizienz ist ein starker Trend. Sie ist zunehmend wettbewerbsentscheidend. Wie gesagt ist das Potential unserer Technologie zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Trocknen von Granulaten augenfällig. Das Blue Air Dryer-Modul BBX bietet einen sehr unkomplizierten Einstieg in diese Technologie zur Ausnutzung dieser Energieersparnis.

Spielen die immer höheren Energiekosten ein entscheidende Rolle für Ihre Strategie?

Bernhard Stipsits: In der Tat. Die Kosten für den Energieeinsatz stehen auf der einen Seite einer Analyse. Aber auch der ökologische Fußabdruck unter dem Stichwort „Klimaneutrale Produktion“ kommt hinzu. Dies sind zwei wichtige Trends für Verarbeiter. Wir haben das Blue Air Dryer-Modul zum Patent angemeldet, weil der Blue Air Dryer beide Trends aufgreift. Gleichsam sind wir aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung mit trockener Prozessluft überzeugt, dass die Nutzung von betriebseigener
Prozessluft zur Trocknung das überlegene Prinzip ist. Wenn wir auf die weltweiten Märkte sehen, so erkennen wir ein sehr hohes Potential für die Option einer Umrüstung installierter Trocknungssysteme mit dem Blue Air Dryer-Modul BBX zur energieeffizienten Trocknung.

Wie wollen Sie den Markt überzeugen?

Bernhard Stipsits: Zum einen wollen wir den Blue Air Dryer BBX über unser weltweites Vertriebs- und Servicenetz vermarkten. Zum anderen sind wir offen für Kooperationen mit Partnern. Das dürfte vor allem für globale Märkte wie Amerika, Asien, Afrika und Mittlerer Osten interessant sein. Regionale Partner könnten diese Märkte noch intensiver dezentral bearbeiten. Wir streben solche strategischen Partnerschaften zur Marktdurchdringung an.

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