Bosch in Österreich erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro – ein Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ungeachtet dessen hielt das Unternehmen seine Investitionen in Forschung und Entwicklung auf rund 200 Millionen Euro, entsprechend 18 Prozent des Landesumsatzes. Wasserstofftechnologie und softwaredefinierte Mobilität bilden dabei die zentralen Entwicklungsschwerpunkte.

Die österreichischen Standorte Wien, Linz und Hallein fungieren innerhalb der Bosch-Gruppe als internationale Kompetenzzentren für Mobilitäts- und Wasserstofflösungen. Nahezu die Hälfte der rund 3.300 Beschäftigten in Österreich arbeitet im Engineering-Bereich – eine Basis, auf der Bosch seinen Investitionskurs auch 2026 fortsetzen will.
Wasserstofftechnologie von der Erzeugung bis zur Anwendung
Bosch deckt in Österreich mit seiner Wasserstofftechnologie die gesamte Wertschöpfungskette ab. Elektrolyse-Stacks, die bei der Erzeugung von Wasserstoff eine Schlüsselrolle einnehmen, gehören ebenso zum Entwicklungsportfolio wie Industriekessel, die für den Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt sind. Verdichter-Antriebe für Tankstellen sowie Einspritzsysteme einer neuen Generation für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen, ergänzen dieses Spektrum.
Zusätzlich zu den F&E-Aufwendungen flossen 19 Millionen Euro in Standortinvestitionen – darunter den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center sowie die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein. Die Einspritzsysteme für Großmotoren aus dem Halleiner Werk verzeichneten 2025 einen besonders starken Absatz, zurückzuführen auf den wachsenden Bedarf an Stromaggregaten für Datenzentren. Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich, verwies auf die übergeordnete strategische Rolle des Landes: „Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum. Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“
Chiplet-Projekt beschleunigt softwaredefinierte Mobilität
Neben der Wasserstofftechnologie bildet die softwaredefinierte Mobilität den zweiten Entwicklungsschwerpunkt der österreichischen Bosch-Standorte. Am Wiener Engineering-Standort arbeiten Teams an Soft- und Hardwareentwicklung für alle Antriebsarten sowie an vernetzten Mobilitätslösungen für moderne Fahrzeuge. Ein konkretes Projekt ist die Chiplet-Entwicklung: Sogenannte Chiplets verteilen Rechenaufgaben auf mehrere kleinere, spezialisierte Chips. Diese modulare Struktur steigert Rechenleistung und Flexibilität der zugrundeliegenden Systeme erheblich.

Mobility wächst selektiv, Industriekessel erreichen Rekordumsatz
Die Umsatzentwicklung verlief 2025 je nach Unternehmensbereich unterschiedlich. Der Bereich Mobility zeigte eine heterogene Entwicklung: Während ein Geschäftsfeld durch das schwierige Marktumfeld belastet wurde, legten Antriebstechnologien, Fahrzeugsoftware und das Aftermarket-Geschäft zu. Industrial Technology kehrte auf Wachstumskurs zurück, getragen von Antriebs- und Energietechnik. Consumer Goods verzeichnete ein deutliches Umsatzplus, vor allem durch hohe Nachfrage bei Power Tools für professionelle Anwender sowie durch die BSH Hausgeräte GmbH. Energy and Building Technology erzielte ebenfalls deutliches Wachstum; das Geschäft mit Industriekesseln aus dem Werk Bischofshofen erreichte einen neuen Umsatzrekord. Der Bereich Home Comfort behauptete sich mit den Marken Bosch und Buderus trotz des Auslaufens der Wärmepumpen-Förderung und einer verhaltenen Baukonjunktur erfolgreich am Markt.
Ausblick 2026: Investitionskurs trotz volatilen Umfelds
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bosch Österreich mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise belasten die konjunkturelle Entwicklung. „Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, so Weinwurm. Eine detaillierte Umsatzprognose gibt das Unternehmen nicht ab, strebt jedoch an, seine Marktposition weiter zu festigen.
Auf Konzernebene plant die Bosch-Gruppe für 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite von vier bis sechs Prozent. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, nannte die Innovationskraft als zentralen Erfolgsfaktor: „Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. 2026 wird ein Jahr des Vorankommens sein.“ Mit rund 6.300 Patenten zählte Bosch 2025 zu den größten Patentanmeldern in Europa; in Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte der Konzern weltweit rund zwölf Milliarden Euro.


