Am 20. Mai 2026 veranstaltet die BOKU University die BOKU Future Conference unter dem Titel „NO WASTE: Wie Bioengineering Kreisläufe schließt“. Forschende der BOKU University, internationale Keynote-Speaker und Vertreter aus Industrie und Forschungsinstitutionen erörtern, wie Circular Bioengineering konkrete Lücken in der Kreislaufwirtschaft schließen kann.

Thematischer Ausgangspunkt ist die Abhängigkeit moderner Wirtschaftssysteme von fossilen Rohstoffen und die Frage, wie biobasierte Innovationen – von zirkulären Rohstoffen über Mikroorganismen als Zellfabriken bis zu klimafreundlichen Bioprozessen – dazu beitragen können, dieses Verhältnis grundlegend zu verändern. Die Konferenz findet im Großen Hörsaal im TÜWI der BOKU, Peter-Jordan-Str. 76, 1190 Wien, statt und wird nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens als Green Meeting ausgerichtet.
Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Rohstoffe als drei Diskussionsblöcke
Den inhaltlichen Kern der Veranstaltung bilden drei Diskussionsblöcke. Topic 1 widmet sich der Frage, welche Rolle Circular Bioengineering bei der Schließung von Lücken im Kreislauf spielt, und bringt dafür Zukunftsforscher Tristan Horx, Forschende der BOKU University und der Universität Graz sowie Michael Sauer, Head of Biotechnology bei OMV, zusammen. Die Diskussion wird durch Beiträge aus der Umweltbiotechnologie und der mikrobiellen Biotechnologie ergänzt.
Topic 2 richtet den Blick auf Chancen und Risiken erneuerbarer Rohstoffe. Ausgangspunkt ist die Diagnose, dass bisher über zwei Billionen Tonnen CO2 aus Erdöl freigesetzt wurden – eine Menge, die die Summe der gesamten Biomasse und aller menschengemachten Materialien auf der Erde übersteigt. Ron Milo, Dean of Education und Director of Institute for Environmental Sustainability am Weizmann Institute of Science, hält die Keynote; Karlheinz Erb vom Institut für Soziale Ökologie der BOKU University, Thomas Rosenau vom Institut für Chemie nachwachsender Rohstoffe der BOKU University und weitere Forschende diskutieren Wege zu biobasierten Werkstoffen, neuen Nahrungsmittelproduktionswegen und dem Einfluss verschiedener Wirtschaftsmodelle auf globale Stoff- und Energieströme.
Circular Bioengineering an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst
Topic 3 nimmt die Kreislaufwirtschaft als Vermittlungsaufgabe in den Blick und nutzt die Metapher des Raumschiffs als geschlossenes System: Auf Langzeit-Raummissionen muss vollständiges Recycling aller überlebenswichtigen Elemente realisiert werden – CO2 wird in Nahrung rückgeführt, Stickstoff, Schwefel und Phosphor wiederverwertet. Astronomin und Science-Busters-Mitglied Ruth Grützbauch hält die Keynote; Chemiker und Designer Johannes Richers, Diethard Mattanovich vom Institut für Mikrobiologie und Mikrobielle Biotechnologie der BOKU University und ORF-Wissenschaftsjournalistin Ruth Hutsteiner sind am Podium vertreten.
Ergänzt wird das Programm durch Visual Talks sowie eine Abendveranstaltung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. Ab 18:30 Uhr findet die Vernissage zur Kunstausstellung „WASTE IS A MYTH“ im Kunst- und Kulturzentrum Semmelweisklinik, Hockegasse 37, Haus 4, 1180 Wien, statt – mit der Österreich-Premiere von Kristina Pulejkovas „A Metabolic Guide to Space Survival“ sowie Arbeiten künstlerisch-wissenschaftlicher Tandems, die neue Perspektiven auf Kreislaufwirtschaftsforschung eröffnen. Die Begrüßung übernehmen Rektorin Eva Schulev-Steindl, Universitätsratsvorsitzender Josef Plank, ÖH-BOKU-Vorsitzende Lucia Logar sowie Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner. Anmeldung ist über die BOKU-Eventdatenbank möglich.


