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Cobot übernimmt Palettierung bei Privatmolkerei Bauer

24.07.2026

Die Privatmolkerei Bauer GmbH & Co. KG hat den letzten Schritt ihrer Verpackungskette automatisiert und übergibt die Palettierung ihrer in Pouchbeutel abgefüllten Joghurtspezialitäten seit Januar 2026 an einen kollaborativen Roboter. Das versandgerechte Stapeln der bereits in Trays angeordneten Gebinde auf Euro-Paletten, zuvor eine manuelle Tätigkeit, übernimmt im bayerischen Wasserburg am Inn nun eine Anlage der österreichischen Profipack Verpackungsmaschinen GmbH mit einem Cobot von Yaskawa.

Ein starkes Trio: Hannes Langreiter von Profipack (links), Anton Weber von der Privatmolkerei Bauer und der Yaskawa Cobot. | Foto: Yaskawa
Ein starkes Trio: Hannes Langreiter von Profipack (links), Anton Weber von der Privatmolkerei Bauer und der Yaskawa Cobot. | Foto: Yaskawa

Die Lösung kommt aus Platzgründen ohne Schutzzaun und zusätzliche Sicherheitseinrichtungen aus und erreicht eine Taktzeit von 20 Sekunden pro Tray bei hoher Prozessstabilität. Seit dem Produktionsstart läuft sie im Drei-Schicht-Betrieb und fügt sich nahtlos in die bestehende Verpackungslinie ein.

Anforderungen an eine schutzzaunlose Palettierung im Molkereibetrieb

Seit 1887 verarbeitet die Privatmolkerei Bauer in Wasserburg am Inn Milch zu Joghurt-, Trinkjoghurt- und Käsespezialitäten, die sich seit Jahrzehnten in einem stark umkämpften Kühlregal behaupten. Grundlage dafür ist neben der laufenden Weiterentwicklung des Sortiments die konsequente Automatisierung der Produktions- und Verpackungsprozesse, mit der das Unternehmen die Qualität sichern und seine Mitarbeiter von körperlich belastenden Routinetätigkeiten entlasten will.

Beim jüngsten Projekt nahmen sich die Verantwortlichen den Abschluss der Verpackung von Joghurt in Pouchbeutel vor, also das bislang manuelle Stapeln der gefüllten Trays auf Euro-Paletten. „Primäres Ziel war die Erhöhung der Prozesssicherheit“, erläutert Anton Weber, verantwortlicher Projektleiter bei der Privatmolkerei Bauer. „Zudem sollte die Palettierungslösung eine hohe Integrationsfähigkeit in bestehende Abläufe sowie eine einfache Bedienbarkeit aufweisen.“

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Die eigentliche Schwierigkeit lag nicht in der geforderten Leistung von mindestens drei Trays pro Minute, sondern in den Rahmenbedingungen der Palettierung. Die Anlage sollte aus Platzgründen ohne Schutzzaun auskommen, die nach oben offenen Trays mit jeweils 40 Pouches in zehn Einzelkartons durften beim Handling nicht verrutschen, und zwischen den Lagen waren Zwischenlagen aus Karton einzufügen.

Österreichische Profipack-Lösung mit kollaborativem Roboter

In einem strukturierten Auswahlverfahren entschied sich die Privatmolkerei Bauer für die Profipack Verpackungsmaschinen GmbH aus dem tirolerischen Schwoich bei Kufstein. Das 1998 gegründete Unternehmen ist auf Verpackungs-, Palettier-, Entlade- und Fördertechnik sowie auf Intralogistiksysteme spezialisiert und bedient vor allem den Trockenteil der Food- und Beverage-Industrie. Neben dem Leistungsumfang und der Erfahrung in der Molkerei- und Brauereibranche gab auch die geografische Nähe den Ausschlag, denn der Standort liegt nur rund 70 Kilometer von Wasserburg entfernt.

Eine zentrale Komponente ist das von Profipack selbst entwickelte, modulare MRK-Leichtbau-Vakuum-Greifsystem. | Foto: Yaskawa
Eine zentrale Komponente ist das von Profipack selbst entwickelte, modulare MRK-Leichtbau-Vakuum-Greifsystem. | Foto: Yaskawa

Für die Anforderung einer frei zugänglichen Anlage setzte Profipack erstmals auf eine Cobot-basierte Lösung. Der kollaborative Roboter entnimmt jeweils zwei Trays mit je zehn Einzelverpackungen aus dem vorgelagerten Packer und setzt sie auf einen von zwei Palettenplätzen um. Ist die maximale Stapelhöhe erreicht, wechselt er automatisch, sodass die volle Palette getauscht werden kann, und legt die Karton-Zwischenlagen eigenständig ein. Ausgelegt ist die Palettierung derzeit für drei unterschiedliche Pouch-Formate beziehungsweise Gewichte und lässt sich bei Bedarf um weitere Programme erweitern.

Sechsachsiger HC20DTP mit eigens entwickeltem Vakuumgreifer

Zum Einsatz kommt ein sechsachsiger HC20DTP mit 20 Kilogramm Traglast und 1.900 Millimetern Arbeitsbereich, dessen Schaltschrank und Steuerung platzsparend im Sockel integriert sind. Die Modelle der DTP-Serie, deren Kürzel für Plug and Play steht, verfügen über einen Adapterflansch, der sich als De-facto-Standard zur Anbindung von Greifern etabliert hat. Da die Medienführung für Ethernet, I/O und Druckluft im Inneren des Roboterarms verläuft, werden Störkonturen vermieden und die Reinigungsfähigkeit verbessert.

Eine optimierte Kabelführung erweitert die Bewegungsradien der Achsen und erhöht so die Flexibilität im Einsatz. Programmiert wird der Roboter über Bedienelemente am Handgelenk, die das Anlernen per Handführung vereinfachen, weil Positionen direkt am Gerät bestätigt werden können.

Der sechsachsige HC20DTP bietet 20 kg Tragkraft und 1.900 mm Arbeitsbereich. Schaltschrank und Steuerung sind platzsparend im Sockel integriert. | Foto: Yaskawa
Der sechsachsige HC20DTP bietet 20 kg Tragkraft und 1.900 mm Arbeitsbereich. Schaltschrank und Steuerung sind platzsparend im Sockel integriert. | Foto: Yaskawa

In dieser Anwendung trägt der Cobot einen von Profipack entwickelten modularen MRK-Leichtbau-Vakuumgreifer, der zwei Trays gleichzeitig aufnimmt und damit den Durchsatz steigert sowie die offenen Trays während der Palettierung stabilisiert. Eine leichte Neigung des Greifers sorgt zusätzlich für sicheren Halt der Verpackungen. Das individuelle Sicherheitskonzept für die Mensch-Roboter-Kollaboration setzte Yaskawa als langjähriger Systempartner um und begleitete das Projekt eng. „Wir wurden intensiv unterstützt“, resümiert Hannes Langreiter, technischer Vertrieb bei Profipack.

Bewährung im Drei-Schicht-Betrieb seit Januar 2026

Seit Januar 2026 ist die Anlage im Produktionsalltag der Privatmolkerei Bauer im Einsatz und erfüllt die gestellten Anforderungen. Sie erreicht 20 Sekunden Taktzeit pro Tray bei hoher Prozessstabilität, fügt sich in die Verpackungslinie ein und übernimmt mit dem Einlegen der Zwischenlagen sowie der flexiblen Anpassung an unterschiedliche Pouch-Formate weitere Aufgaben.

„Das System arbeitet sicher und platzsparend ohne zusätzliche Schutzeinrichtungen“, resümiert Anton Weber. „Zudem ist die Lösung robust und industrietauglich. Auch nach mehreren Monaten im Drei-Schicht-Betrieb bestätigt sich die richtige Investitionsentscheidung.“ Die Zusammenarbeit hat bereits den Grundstein für weitere gemeinsame Projekte gelegt.

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