Salzburg Research, Atomic Austria und Wintersteiger haben auf der Hannover Messe 2026 erstmals einen österreichischen Anwendungsfall für den Digitalen Produktpass (DPP) auf internationaler Bühne präsentiert. Im Rahmen des Leuchtturmprojekts PASSAT demonstrierten die drei Partner, wie der DPP den gesamten Lebenszyklus eines Paar Ski digital abbildet – von der Herstellung im Pongau über Wartung und Nutzung bis zur Wiederverwertung.

Das Projekt PASSAT steht unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology und vereint 21 Partner aus Industrie, Forschung und Netzwerken aus Österreich und Deutschland. Ziel ist es, Unternehmen frühzeitig auf die Anforderungen des Digitalen Produktpasses vorzubereiten und neue Potenziale für nachhaltige Geschäftsmodelle zu erschließen – der Ski-Use-Case lieferte dafür auf der Hannover Messe 2026 das konkrete Anschauungsbeispiel.
Produktionsdaten, Servicehistorie und Nutzungsinformationen in einem Pass
Der Demonstrator auf der Hannover Messe zeigte, wie produktspezifische Parameter aus dem Digitalen Produktpass direkt in Wartungsprozesse einfließen können. Bei der Ski-Wartung – etwa durch automatisierte Systeme von Wintersteiger – lassen sich relevante Daten unmittelbar aus dem Produktpass abrufen, was präzisere, schnellere und ressourcenschonendere Abläufe ermöglicht. Alle durchgeführten Arbeiten werden im Pass dokumentiert, sodass eine lückenlose Produkthistorie entsteht, die Skifahrerinnen und Skifahrern sowie Skischulen gleichermaßen zugutekommen kann.
Felix Strohmeier von Salzburg Research beschreibt den Ansatz so: „Mit dem PASSAT-Showcase zeigen wir, wie digitale Produktpässe in der Praxis funktionieren – vom Herstellungsprozess bis zum Service und zur Wiederverwertung. Unser Fokus liegt darauf, Daten so zu sammeln, dass sie für Unternehmen echten Mehrwert schaffen und neue Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Produktnutzung ermöglichen.“ Salzburg Research begleitete im PASSAT-Projekt Atomic Austria und Wintersteiger bei der Umsetzung.
Digitaler Produktpass als Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle
Über die Prozessoptimierung hinaus bildet der Digitale Produktpass die Datenbasis für neue Anwendungsfelder: im Rental-Bereich, bei der Unfallprävention oder bei der Wiederaufbereitung von Produkten. Die strukturierte Verfügbarkeit von Produktdaten soll dazu beitragen, Produkte länger zu nutzen, gezielt wiederzuverwenden und Recyclingprozesse effizienter zu gestalten.
Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology, hebt die internationale Dimension des Projekts hervor: „Wir freuen uns, dass ein Use Case aus Österreich auf der Hannover Messe internationale Sichtbarkeit erhält. Das unterstreicht den Anspruch von PASSAT, den Digitalen Produktpass rasch in die industrielle Praxis zu überführen und zeigt zugleich die Stärke Österreichs im Bereich datengetriebener, nachhaltiger Wertschöpfungsketten.“
Technisches Fundament des Projekts sind Data Spaces als Basis für sichere, interoperable Datennutzung entlang globaler Wertschöpfungsketten. Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform Industrie 4.0 Österreich, betont dabei den Stellenwert internationaler Standards: „Digitalisierung und der DPP beschäftigen produzierende Unternehmen in ganz Europa. Für uns ist wichtig, dass Österreich internationale Standards nutzt und diese auch mit heimischem Knowhow weiterentwickelt.“ Der Showcase war Teil des IMXC-Demonstrators (International Manufacturing-X Council), der auf der Hannover Messe zeigte, wie Daten entlang globaler Wertschöpfungsketten sicher und vertrauenswürdig genutzt werden können.


