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EmpowerDPP: Konzepte und Services zur DPP-Umsetzung

10.02.2026

Ab Januar 2026 starten drei Fraunhofer Cluster of Excellence mit dem Projekt EmpowerDPP eine gemeinsame Initiative, um Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Vorgaben für den digitalen Produktpass zu unterstützen. Das Projekt befasst sich mit technischen und organisatorischen Handlungsfeldern des Datenmanagements des digitalen Produktpasses.

Im Projekt "EmpowerDPP" stehen sowohl technische als auch organisatorische Handlungsfelder für das Datenmanagement der digitalen Produktpässe (DPPs) im Mittelpunkt. | Bild: Fraunhofer CCPE
Im Projekt „EmpowerDPP“ stehen sowohl technische als auch organisatorische Handlungsfelder für das Datenmanagement der digitalen Produktpässe (DPPs) im Mittelpunkt. | Bild: Fraunhofer CCPE

Auf Grundlage der Kernanforderungen des digitalen Produktpasses (DPP) werden zusätzliche Datenpunkte ergänzt und in diesem Zusammenhang Serviceangebote erarbeitet, insbesondere in der Produktionstechnik. Der digitale Produktpass wird ab 2027 verpflichtend eingeführt und erfordert von Unternehmen die strukturierte Erfassung und Bereitstellung produktbezogener Informationen entlang der Wertschöpfungskette.

Der DPP erfordert neue technische und organisatorische Strukturen

Mit der Einführung des digitalen Produktpasses sind Unternehmen mit neuen Vorgaben im Umgang mit produktbezogenen Daten konfrontiert. Entlang der Wertschöpfungskette müssen zahlreiche Informationen konsistent erhoben und verfügbar gemacht werden, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Dies setzt sowohl den Aufbau von technischem Know-how als auch geeignete organisatorische Strukturen innerhalb der Unternehmen voraus.

Da relevante Daten bei unterschiedlichen Akteuren entstehen, ist zudem eine verstärkte Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg erforderlich. Gleichzeitig ermöglicht der DPP Verbesserungen bestehender Prozesse sowie die Entwicklung zusätzlicher Services und nachhaltiger Geschäftsmodelle. In der praktischen Umsetzung stehen diesen Potenzialen jedoch häufig begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen gegenüber.

Die schrittweise Einführung des digitalen Produktpasses ist Bestandteil der europäischen Verordnung „Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)“, die verschiedene Produktgruppen nacheinander erfasst. Unternehmen müssen dabei sicherstellen, dass eingesetzte Systeme Anforderungen an Leistung, Sicherheit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit erfüllen. Grundlage hierfür ist ein belastbares Datenmanagement, das die Erstellung und Nutzung digitaler Produktpässe ermöglicht.

Konzepte zur DPP-Umsetzung und Services in der Produktionstechnik

Im Projekt EmpowerDPP arbeiten erstmals die drei Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies (CCIT), Programmable Materials (CPM) und Circular Plastics Economy (CCPE) zusammen. Das Projekt verfolgt das Ziel, technische und organisatorische Konzepte zur Umsetzung des digitalen Produktpasses zu entwickeln und darauf aufbauend Serviceangebote in der Produktionstechnik zu erarbeiten. Hierfür werden strukturierte Prozesse für die Bereitstellung, Orchestrierung und Validierung von Daten ausgearbeitet, die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette unterstützen.

Auf Basis des digitalen Produktpasses entstehen darüber hinaus datenbasierte Services, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette genutzt werden können, vom Zulieferer bis hin zum Recycler. Der digitale Produktpass stellt dabei die Verbindung zwischen Materialien, Produkten und weiteren Lebenszyklen her und bildet die Grundlage für entsprechende Angebote. Projektleiter Sebastian Emons, Fraunhofer CCIT/Fraunhofer ISST, beschreibt den Ansatz wie folgt: „Mit dem Projekt EmpowerDPP erarbeiten wir einen klaren Fahrplan zur DPP-Umsetzung, der die Transparenz über Datenflüsse und Verantwortlichkeiten erschließt und neue Erlöspotenziale für Unternehmen bereitstellt.“

Die Projektleitung liegt beim Fraunhofer ISST im Cluster CCIT, das die Analyse von Datenflüssen sowie die daraus resultierenden Implikationen für das Datenmanagement und mögliche Geschäftsmodelle verantwortet. Das Fraunhofer IML vertritt den Cluster CCPE und arbeitet die Anforderungen des digitalen Produktpasses an Unternehmen mit Blick auf Logistikketten heraus. Das Fraunhofer IWU vertritt den Cluster CPM und behandelt die Anforderungen aus produktionstechnischer Perspektive sowie Potenziale und Serviceopportunitäten in der Produktionstechnik, einschließlich effizienter Lösungen für Produktionssysteme und Plattformen für Sekundärrohstoffe.

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