Anzeige

EREMA steigert Regranulatqualität für sensitive Anwendungen

04.05.2026

EREMA präsentiert auf der Plastics Recycling Show Europe (PRSE) vom 5. bis 6. Mai 2026 in Amsterdam aktuelle Entwicklungen, mit denen sich hohe Regranulatqualität für anspruchsvolle Einsatzbereiche im industriellen Maßstab wirtschaftlich realisieren lässt. Den Rahmen bilden regulatorische Anforderungen, allen voran die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die den Bedarf an leistungsfähigen Recyclingtechnologien in Europa weiter verstärkt.

Mit der VOLEX Technologie von EREMA lassen sich hohe Dekontaminierungs‑ und Deodorisierungseffekte direkt im Extrusionsprozess erzielen. Bei vielen medium‑sensitiven Anwendungen ist damit keine zusätzliche thermische Nachbehandlung der Pellets erforderlich. | Bild: EREMA GmbH
Mit der VOLEX Technologie von EREMA lassen sich hohe Dekontaminierungs‑ und Deodorisierungseffekte direkt im Extrusionsprozess erzielen. Bei vielen medium‑sensitiven Anwendungen ist damit keine zusätzliche thermische Nachbehandlung der Pellets erforderlich. | Bild: EREMA GmbH

Auf der Messe stellt EREMA Weiterentwicklungen der VOLEX Technologie vor und zeigt gemeinsam mit Joint-Venture-Partner Lindner Washtech und dem irischen Recyclingunternehmen Polymer Matters Fortschritte beim Food-Grade-Recycling von Polyolefinen. Beide Entwicklungsstränge adressieren die wachsenden Qualitätsanforderungen an Rezyklate – von Food- und Cosmetic-Grade bis zu Anwendungen im medium-sensitiven Bereich.

VOLEX Technologie: Höhere Entgasungsleistung für medium-sensitive Regranulatqualität

Die VOLEX Technologie, die EREMA zur K 2025 eingeführt hat, wurde seither unter praxisnahen Bedingungen weiterentwickelt. Durch gezielte Optimierungen der Schneckengeometrie lassen sich mit dem Verfahren Entgasungsleistungen erzielen, die bislang nur mit größeren Maschinenausführungen möglich waren. Das jüngste Update ermöglicht den Einsatz von VOLEX wahlweise mit oder ohne Waterstripping, wobei die optionale Wassereinspritzung zusätzliches Potenzial für sensible Anwendungen erschließt.

Markus Huber-Lindinger, Managing Director bei EREMA, beschreibt den technologischen Vorteil: „Dekontaminierungs- und Deodorisierungseffekte, die im Vergleich zu Standardsystemen am Markt nur über eine mehrstündige thermische Nachbehandlung der Pellets erreichbar sind, können dank VOLEX bereits direkt während des Extrusionsprozesses realisiert werden. Dadurch sinken die Energie- und Betriebskosten für Recyclingbetriebe.“ Die Kombination aus starker Oberflächenvergrößerung der Schmelze und der TVEplus® Technologie erzeuge dabei ein optimales Verhältnis von Entgasungsleistung und thermomechanischer Beanspruchung des Inputmaterials, so Huber-Lindinger.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern arbeitet EREMA daran, das Verfahren für konkrete Einsatzbereiche zu optimieren. Relevant sind Anwendungen mit hohen Qualitätsanforderungen, bei denen Geruch eine Rolle spielt, ohne dass Food- oder Cosmetic-Grade-Standards erforderlich sind – etwa Kabelkanäle für den Automobil-Innenbereich oder Verpackungen für Haushaltschemikalien wie Flaschen für Haushaltsreiniger. Clemens Kitzberger, Business Development Manager bei der EREMA Gruppe, verweist auf die regulatorische Dimension: „Viele Unternehmen beschäftigen sich bislang nur am Rande mit der Frage, welche Produkte künftig unter die Vorgaben der PPWR fallen werden. Bei EREMA sind wir darauf vorbereitet, die dafür erforderliche hohe Entgasungsleistung für Anwendungen im medium-sensitive Bereich wirtschaftlich bereitzustellen.“ Die VOLEX Technologie wurde zudem als Finalist in der Kategorie „Recycling Machinery Innovation“ bei den Plastics Recycling Awards Europe 2026 nominiert.

Food-Grade-Recycling von Polyolefinen erreicht Advanced Novel Technology-Status

Parallel zur VOLEX-Entwicklung zeigt EREMA gemeinsam mit Lindner Washtech und Polymer Matters auf der PRSE Fortschritte beim Food-Grade-Recycling von Polyolefinen. Das gemeinsame Projekt, bei dem Post-Consumer-Rezyklat aus HDPE-Milchflaschen wieder dem gleichen Kreislauf zugeführt wird, hat im Novel-Technology-Verfahren der Europäischen Kommission die nächste Stufe erreicht.

Kitzberger erläutert die Tragweite: „Um in Europa lebensmitteltaugliches rHDPE herstellen zu dürfen, muss das Recyclingverfahren gemäß EU-Verordnung 2022/1616 zugelassen werden. Der Advanced Novel Technology-Status markiert einen wichtigen Meilenstein und zeigt, dass mechanisches Recycling auch bei Polyolefinen lebensmitteltaugliche Rezyklate wirtschaftlich und im industriellen Maßstab ermöglichen kann.“ Besonders hervorzuheben sei, dass es sich nicht um ein Closed-Loop-System handelt, sondern das Inputmaterial aus gemischten Haushaltssammlungen stammt.

Grundlage für diese Fortschritte ist ein tiefes Verständnis der gesamten Prozesskette – von der Auswahl und Aufbereitung des Inputmaterials bis zu Extrusion und Dekontaminierung. Ein spezialisiertes Food-Grade-Team aus Marktexperten und erfahrenen Chemikern überführt die jeweiligen Anforderungen in geeignete Konzepte. Validierte Challenge-Tests sowie interne und externe Laborprüfungen bilden die Basis für Materialbewertungen; die Erfahrung aus zahlreichen Projekten fließt in die strukturierte Begleitung von Zulassungsverfahren ein. Der enge Austausch mit Branchenorganisationen wie Plastics Recyclers Europe (PRE) unterstützt die weitere Entwicklung.

Abgestimmte Prozesskette als Grundlage stabiler Regranulatqualität

Hohe Regranulatqualität im Post-Consumer-Recycling setzt voraus, dass alle Schritte der Gesamtanlage von Beginn an aufeinander abgestimmt sind. Genau hier greift die Zusammenarbeit von EREMA und Lindner Washtech: Aufbereitung, Waschen und Extrusion werden nicht als isolierte Prozessstufen, sondern als durchgängiger Gesamtprozess ausgelegt.

Die Entwicklungen umfassen Prozessstabilität, Energieeffizienz und Anlagenvernetzung. Ein zentraler Ansatz ist der Datenaustausch entlang der gesamten Prozesskette: Über ein gemeinsam entwickeltes HMI werden relevante Prozessdaten aus Aufbereitung, Waschlinie, Extruder und nachgelagerten Prozessschritten in einer strukturierten Übersicht zusammengeführt. Diese Transparenz ermöglicht gezielte Prozessoptimierungen und eine durchsatzorientierte Auslegung der Gesamtanlage.

EREMA ist auf der PRSE 2026 am Stand E20 vertreten.

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Anzeige
Anzeige