HACK Formenbau und HB-Therm führen ihre technischen Erkenntnisse aus Formenbau und Temperierung enger zusammen. Ausgangspunkt ist das systematische Zusammenwirken von Maschine, Werkzeug und Temperierung in übergeordneten Produktionsprozessen der Kunststofftechnik. Werden diese Abhängigkeiten frühzeitig berücksichtigt, entstehen qualitativ hochwertige Produkte schneller und wirtschaftlicher.

Die Temperierung wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als integraler Bestandteil des Formenbaus verstanden. Kühlkanalgestaltung, Durchflussmengen, DeltaT-Auslegung und Prozessführung beeinflussen sich gegenseitig. Eine abgestimmte Betrachtung dieser Parameter wirkt sich unmittelbar auf Artikelgenauigkeit, Werkzeugstandzeit und Energieeinsatz aus.
Frühzeitige Einbindung der Temperiertechnik in Entwicklungsprozesse
Die Einbindung der Temperiertechnik erfolgt bereits in frühen Entwicklungsphasen und reicht bis zur Validierung kompletter Fertigungszellen. Die gemeinschaftliche Betreuung umfasst Engineering, Geräteauslegung, Installation, Anbindung der Geräte, Schulung und Service. Gemeinsame Prozess-Spezifikationen mit temperiertechnischem Fokus ergänzen die technische Abstimmung und ermöglichen eine möglichst frühzeitige Integration in Projekte von Endkunden.
CEO Reto Zürcher beschreibt diesen Ansatz: „Im Zentrum steht dabei der enge Kundenkontakt, denn wir verstehen uns nicht nur als Zulieferer, sondern als langfristiger Partner.“ Die Zusammenarbeit zielt auf eine enge Verzahnung der technischen Disziplinen, sodass Temperiergeräte nicht nachgelagert, sondern abgestimmt in Entwicklungs- und Abnahmeprozesse eingebunden werden.
Validierte Gesamtanlagen und energieeffiziente Temperierung
Temperiergeräte werden im Rahmen von Werkzeugabnahmen eingestellt und überprüft, sodass eine getestete Gesamtanlagenlösung entsteht. Die abgestimmte Betrachtung von Formenbau und Temperierung schafft die Grundlage für reproduzierbare Prozesse und eine gezielte Optimierung des Energieeinsatzes.
Marco Lammer, Area Sales Manager bei HB-Therm, erläutert: „Auch hier sehen wir viel Potenzial, um dem Endkunden einen Mehrwert zu erbringen. Daher ist es natürlich vorteilhaft, wenn man die Temperiergeräte gleich mit einstellt und validiert. Das bringt letztlich viel für eine energieeffiziente Temperierung. HACK und HB-Therm können den Kunden bei einer getesteten Gesamtanlagenlösung also HB-Therm Geräte auch evidenzbasiert empfehlen.“
Temperiergeräte von Series 4 bis Thermo-6 im Einsatz
In den Produktionshallen sowie im Technikum von HACK stehen Temperiergeräte von HB-Therm von der Series 4 bis zur Series 6 im Einsatz. Insgesamt werden 16 Geräte flexibel an Technikumsmaschinen und Kundenanlagen genutzt. Die aktuelle Gerätegeneration Thermo-6 ist dabei fester Bestandteil der Prozesslandschaft.
Simon Becker, Prozessingenieur bei HACK, erklärt: „Die Integration der neuen Thermo-6-Geräte verlief reibungslos und ohne technische Hürden. Besonders schätzen wir die hohe Prozesssicherheit, die Durchflussüberwachung, die verschiedenen Pumpenbetriebsarten und die Funktion des zyklischen Systemwasseraustauschs, aber auch das moderne Design der Geräte.“ Für eine zuverlässige Temperaturbalance ist die präzise Einhaltung des DeltaT entscheidend. Die Ultraschall-Durchflussmessung ermöglicht die Erfassung kleinster Volumenströme ab 0,4 l/min ohne Verzögerung, was insbesondere bei Werkzeugen mit engen Querschnitten relevant ist. Die lebenslange Garantie auf Heizung und Durchflussmesser wird als wesentliches Qualitätsmerkmal bewertet.
OPC UA, moldlife-sense und digitale Prozessanbindung
Die Kommunikation zwischen Anlage und Thermo-6 erfolgt über OPC-UA-Schnittstellen. Dadurch können die Temperiergeräte eng mit dem Monitoring-System „moldlife-sense“ zusammenarbeiten. Das eigenständige, computerbasierte System ist vollständig in die Spritzgussform integriert und überwacht deren kompletten Lebenszyklus.
Störungen, Stillstände und Wartungen werden erfasst und dokumentiert. Sensoren erkennen eine Vielzahl kritischer Einflüsse frühzeitig und informieren Bediener oder optional Controller, bevor hohe Kosten entstehen. Umfangreiche Datenermittlung und -aufzeichnung sowie deren Analyse mit präventiven Handlungsvorschlägen sind Bestandteil der digitalen Infrastruktur. Remote-Funktionen wie die Fernwartung über das e-cockpit ergänzen das System. Die Verbindung zu den Spritzgiessmaschinen erfolgt „plug and play“, regelbare Pumpen unterstützen einen energieeffizienten sowie prozesssicheren Betrieb.
Schulung, Wissenstransfer und Endkundenmehrwert
Das Technikum von HACK dient als Plattform für Bemusterung, Validierung und praxisnahe Schulungen entlang der gesamten Prozesskette. Anwender erleben die Temperiergeräte unter realen Produktionsbedingungen, insbesondere bei Werkzeugabnahmen. Dadurch wird der Wissenstransfer vertieft und die Anwenderkompetenz nachhaltig gestärkt.
Gunnar Hack hebt hervor: „Für unsere Endkunden ergibt sich daraus ein konkreter Mehrwert: Statt einzelner Komponenten bieten wir eine perfekt abgestimmte Gesamtanlage im Package an – von der Pilotphase bis zur Serienproduktion. Das Technikum von HACK ermöglicht praxisnahe Schulungen entlang der gesamten Prozesskette, was wir als extrem wertvoll für den Wissenstransfer einschätzen.“
Über die HACK Formenbau GmbH
Die HACK Formenbau GmbH wurde 1956 von Siegfried Hack gegründet und wird heute von Gunnar Hack als Eigentümer und alleinigem Geschäftsführer geleitet. Durch Erweiterungen in den Jahren 1999, 2015 und 2025 wuchs die Produktionsfläche von 300 auf 15.000 Quadratmeter. Das international tätige Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von 50 Millionen Euro.
HACK ist auf hochleistungsfähige, präzise Spritzgussformen spezialisiert. Das Portfolio umfasst Einkomponenten-, Mehrkomponenten- und Multikavitäten-Werkzeuge für Branchen wie Medizin, Pharma, Dental, Optik, Personal Care, Verpackung und technische Anwendungen. Typische Produktgruppen sind Auto-Injector, Well Plates, Insulin Pens, Inhaler, elektrische Zahnbürsten, Closures und Bürsten. Als nach DIN ISO 9001 zertifiziertes Unternehmen bietet HACK als One-Stop-Shop Leistungen von der Produktentwicklung bis zur Komplettvalidierung von Fertigungszellen an. Digitale Lösungen wie „moldlife-sense“ und „moldlife process“ werden über das Tochterunternehmen HACK Digital Solutions entwickelt.
Über die HB-Therm AG
Die HB-Therm AG mit Sitz in St. Gallen, Schweiz, entwickelt und produziert seit 1967 Temperiergeräte für die kunststoffverarbeitende Industrie. Als Schweizer Familienunternehmen bündelt das Unternehmen Entwicklung, Engineering und einen hohen Eigenfertigungsgrad am Standort in der Schweiz.
Mit einer Tochtergesellschaft in Deutschland und 65 Ländervertretungen ist HB-Therm international präsent. Rund 140 Mitarbeitende fertigen jährlich über 11.000 Geräte bei einem Jahresumsatz von etwa CHF 60 Millionen. Die aktuelle Gerätegeneration Series 6 ist auf Energieeffizienz ausgelegt. Eine lebenslange Garantie auf die Kernkomponenten Heizung und Durchflussmesser unterstreicht den Qualitätsanspruch.


