Der Werkzeug- und Formenbauer ifw mould tec GmbH hat seinen Carbon Footprint vollständig erheben lassen und gemeinsam mit Fraunhofer Austria eine auf die metalltechnische Fertigung zugeschnittene Treibhausgasbilanz erstellt. Grundlage war das EU-Projekt SustainTool, in dem ifw mould tec als Projektpartner auf die fachliche Begleitung durch Fraunhofer Austria setzte.

Aus der Bilanzierung gingen individuelle Emissionsfaktoren, eine detaillierte Hotspot-Analyse und eine priorisierte Dekarbonisierungsroadmap hervor. Damit verfügt das Unternehmen über eine Entscheidungsgrundlage, um Reduktionsmaßnahmen gezielt dort anzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten.
Verstreute Emissionsdaten als Ausgangspunkt der Bilanzierung
Die metalltechnische Industrie zählt zu den emissionsintensiven Branchen und arbeitet mit Spezialprozessen, die sich nicht mit Standardwerten abbilden lassen. Bei ifw mould tec lagen die Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen über Produktion, Lieferkette und Fuhrpark verstreut vor, sodass sich der Carbon Footprint nicht unmittelbar bestimmen ließ.
Die Daten waren vorhanden, ließen sich aber nicht optimal nutzen, eine Ausgangslage, die viele Fertigungsbetriebe kennen. Eine fundierte Klimastrategie lässt sich jedoch nur ableiten, wenn valide Daten übersichtlich zusammengeführt sind. Genau an diesem Punkt setzte die Zusammenarbeit im Rahmen von SustainTool an, um die vorhandenen Informationen strukturiert auszuwerten und Handlungsfelder erkennbar zu machen.
Individuelle Emissionsfaktoren statt Branchendurchschnitte
Fraunhofer Austria erstellte eine vollständige Treibhausgasbilanz nach dem GHG-Protokoll und verzichtete dabei bewusst auf Branchendurchschnitte. Stattdessen berechnete das Team individuelle Emissionsfaktoren, die auf die spezifischen Prozesse der metalltechnischen Fertigung zugeschnitten waren. Methodisch stützte sich die Arbeit auf Kernkompetenz- und Technologierelevanzanalyse, Marktrecherche und Portfoliotechnik, das Projekt war auf eine Laufzeit von zwei Monaten angelegt.
Ergänzend führte Fraunhofer Austria eine Sensitivitätsanalyse durch, um zu bestimmen, welche Hebel die größte Wirkung entfalten, und leitete daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. Als Ergebnisse lagen eine GHG-konforme Treibhausgasbilanz für die metalltechnische Industrie, individuelle Emissionsfaktoren samt detaillierter Hotspot-Analyse sowie eine grafisch aufbereitete Dekarbonisierungsroadmap mit priorisierten Maßnahmen vor. Gerald Neudeck, Geschäftsführer der ifw mould tec GmbH, erklärte dazu: „Durch die Projektarbeit von Fraunhofer Austria wurden wichtige Erkenntnisse für ifw gewonnen, um noch gezielter Maßnahmen ableiten zu können. Besten Dank für die tolle Betreuung!“
Carbon Footprint als strategischer Faktor in der Fertigung
Für Zulieferer, Produktionsbetriebe und mittelständische Industrieunternehmen wird der Corporate Carbon Footprint durch regulatorischen Druck und Kundenanforderungen zu einem strategischen Thema. Fraunhofer Austria begleitet Unternehmen dabei von der ersten Emissionserhebung bis zur umsetzbaren Klimastrategie.
Für ifw mould tec bildet der erhobene Carbon Footprint nun die Grundlage, um die Dekarbonisierung schrittweise und nach Wirkung geordnet voranzutreiben. Die priorisierten Maßnahmen der Roadmap geben dabei vor, an welchen Stellen der Fertigung Reduktionen zuerst ansetzen.


