Wie lässt sich die Qualität von Rezyklaten gezielt verbessern, um sie auch für kritische und langlebige Anwendungen tauglich zu machen? Diese Frage beantwortet das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF auf der K-Messe 2025 in Düsseldorf. Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 7.0, Stand 70SC05, präsentiert das Institut zukunftsfähige Werkstoffstrategien für technische Bauteile aus Rezyklaten und hochwertigen Kunststoffen.

Im Mittelpunkt stehen intelligente Additivierungskonzepte, praxisnahe Materialanalysen und neue Wege zur Herstellung nachhaltiger Produkte. Besucher erfahren, wie Rezyklate bereits im Entwicklungsprozess analysiert, angepasst und effizient in verschiedenen Industrien eingesetzt werden können – etwa im Transportwesen, der Elektronik oder dem Bauwesen.
Rezyklat-Analyse als Basis für Qualität

Die Grundlage jeder hochwertigen Rezyklat-Anwendung ist eine präzise Materialbewertung. Das Fraunhofer LBF analysiert Rezyklate hinsichtlich Schädigungen, Qualitätsunterschieden und Chargenschwankungen. Diese Daten bilden die Basis für gezielte Materialanpassungen im Rahmen der R-Strategien. „Durch eine intelligente Additivierung lassen sich nicht nur Schwankungen ausgleichen, sondern auch neue Einsatzfelder für Rezyklate erschließen – selbst bei ursprünglich kurzlebigen Verpackungsmaterialien“, heißt es aus dem Fraunhofer LBF.
Um die Materialleistung unter realitätsnahen Bedingungen zu bewerten, nutzt das Institut umfassende Prüfumgebungen. Ein Beispiel: Die Lebensdaueranalyse unter alkalischen oder sauren Elektrolyseurbedingungen erfolgt bei erhöhtem Druck und Temperatur – direkt im hauseigenen Autoklaven.
Alternative Kunststoffe für extreme Bedingungen
Mit Blick auf zunehmende Regulierungen, etwa bei Fluorpolymeren, unterstützt das Fraunhofer LBF Unternehmen bei der Entwicklung geeigneter Alternativen. Im Zentrum stehen Kunststoffe, die extremen Belastungen standhalten müssen – etwa in Elektrolyseuren. Getestet werden diese Materialien unter aggressiven Medien und unter erhöhtem Druck und Temperatur, um belastbare Aussagen zur Praxistauglichkeit zu treffen.
Fehler verstehen. Qualität sichern.
Mit dem strukturierten „Fraunhofer-LBF-Troubleshooting“ wird Materialversagen systematisch analysiert – von der Schadensanalyse bis zur Ableitung konkreter Optimierungsmaßnahmen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Materialentwicklung ein und helfen, neue Produkte von Anfang an zuverlässiger zu gestalten.
Nachhaltiger Leichtbau für Batterien
Ein weiteres Highlight am Messestand ist ein neu entwickeltes Batteriegehäuse aus Kunststoff. Es ist 35 Prozent leichter als Aluminium, unter bestimmten Bedingungen CO₂-neutral über den gesamten Lebenszyklus und vorbereitet für ein zweites Leben der Batteriezellen. Das Fraunhofer LBF verfolgt hier ein ganzheitliches Materialkonzept – von der molekularen Struktur über die Additivierung bis hin zur Stabilitätsprüfung.


