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Gepflegte Websites und fremde Portale stärken AI Visibility

27.08.2026

Ob KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini eine Molkerei oder eine Bäckerei empfehlen, entscheidet nicht deren Bekanntheit, sondern die eigene Website und die Präsenz auf fremden Portalen. Das zeigt die AI Visibility Studie 2026 der Digital Media Agentur SlopeLift, die gemeinsam mit dem KI-Monitoring-Tool otterly.ai 25 österreichische Molkereimarken und die 14 größten Wiener Bäckereien untersucht hat.

Anja Höbarth-Furniss, CSO und Head of SEO und Marietta Robitza, CKO und Head of GEO bei SlopeLift. | Foto: SlopeLift
Anja Höbarth-Furniss, CSO und Head of SEO und Marietta Robitza, CKO und Head of GEO bei SlopeLift. | Foto: SlopeLift

Für beide Branchen fällt das Ergebnis ähnlich aus. Wer in den KI-Antworten am häufigsten genannt wird, wird nicht automatisch auch am häufigsten mit der eigenen Website als Quelle verlinkt. Ein erheblicher Teil der Quellen, auf die sich die Systeme stützen, stammt zudem gar nicht von den Unternehmen selbst, sondern von Gütezeichen-, Handels-, Tourismus- und Community-Plattformen. Beide Auswertungen stehen öffentlich zur Verfügung.

Reddit, ama.at und spar.at liefern der KI die Quellen

Bei den Molkereien werden branchenfremde Websites häufiger als Quelle herangezogen als nahezu alle Auftritte der Marken selbst. Das Portal des AMA-Gütezeichens kommt auf 896 Verlinkungen, spar.at auf 865 und youtube.com auf 805, womit unter den Molkerei-Domains nur berglandmilch.at mithält. Die Systeme stützen ihre Antworten damit stark auf externe Autoritätsquellen, während die Websites der Molkereien seltener als Beleg dienen.

Bei den Wiener Bäckereien fällt der Abstand noch deutlicher aus. Die vier meistzitierten Quellen im gesamten Untersuchungsfeld gehören keiner Bäckerei, google.com kommt auf 3.813 Verlinkungen, wien.info auf 3.177, reddit.com auf 2.857 und das Lifestyle-Magazin 1000thingsmagazine.com auf 2.688. Erst auf Rang fünf folgt mit oefferl.bio die erste Website einer Bäckerei. Ein einzelner Reddit-Thread zur besten Wiener Bäckerei kommt über mehrere Fragen hinweg auf mehr als 300 Zitierungen.

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Für die Betriebe liegt darin ein Hebel, der außerhalb der eigenen Website ansetzt. Präsenz auf dem AMA-Gütezeichen-Portal, in Händler-Listings, auf YouTube sowie auf Plattformen wie wien.info, reddit.com oder in lokalen Medien wie meinbezirk.at und falter.at stärkt die AI Visibility indirekt, aber messbar. Anja Höbarth-Furniss, CSO und Head of SEO bei SlopeLift, ordnet das so ein: „KI-Suchmaschinen stützen sich bei Bäckereien auffallend stark auf Community-Inhalte wie Reddit und auf lokale Medien statt auf die Markenwebsites selbst. Wer hier sichtbar sein will, muss auch dort präsent sein, wo die KI ihre Informationen herholt, und braucht Inhalte auf der eigenen Website, die eine Zitierung überhaupt erst attraktiv machen. Klassisches SEO reicht dafür allein nicht mehr aus, GEO als Weiterentwicklung führt genau diese Aufgaben zusammen.“

Berglandmilch und Öfferl werden am häufigsten verlinkt

Wie weit Nennung und Verlinkung auseinanderliegen, zeigt der Molkereivergleich. Die höchste Brand Coverage, also den größten Anteil an KI-Antworten, in denen eine Marke namentlich vorkommt, erzielt Schärdinger mit 40,1 Prozent, Berglandmilch folgt mit 38,7 Prozent knapp dahinter. Bei den Domain Citations, den Verlinkungen der eigenen Website als Quelle, dreht sich das Bild, denn berglandmilch.at kommt auf 1.585 Verweise und damit auf deutlich mehr als jede andere Molkerei-Domain. Die Likelihood to Buy, also die Wahrscheinlichkeit, dass eine KI-Antwort eine Kaufempfehlung für die Marke enthält, liegt bei Berglandmilch bei 85 Prozent. NÖM vervollständigt mit 32,7 Prozent Brand Coverage und 526 Verlinkungen das Führungstrio, dahinter folgen Tirol Milch mit 27,4 Prozent und SalzburgMilch mit 24,0 Prozent, die allerdings deutlich seltener mit einer Kaufempfehlung verknüpft werden. Ab Rang sechs mit der Gmundner Molkerei, der Kärntnermilch und der Obersteirischen Molkerei nimmt die Sichtbarkeit merklich ab.

Bei den Wiener Bäckereien wiederholt sich dieses Muster. Joseph Brot erreicht mit 45,3 Prozent den höchsten Anteil an Nennungen, knapp gefolgt von der Bio-Bäckerei Öfferl mit 44,4 Prozent und mit Abstand von Ströck mit 30,6 Prozent, während Anker mit 15,9 Prozent und Felber mit 15,8 Prozent deutlich dahinterliegen. Bei den Verlinkungen zieht Öfferl mit 2.098 Verweisen an Joseph Brot mit 1.877 vorbei. Noch weiter auseinander fallen die beiden Werte bei der Bäckerei Grimm, die bei den Nennungen nur auf Rang sechs liegt, mit 1.023 Verlinkungen aber Rang drei belegt und damit vor Ströck mit 1.016, Felber mit 1.008 und Anker mit 927 rangiert.

Auf die Kaufempfehlung schlägt sich die Nennung dennoch nieder. Joseph Brot erreicht mit 77 Prozent den höchsten Wert bei der Likelihood to Buy, Öfferl kommt auf 74 Prozent und Ströck auf 73 Prozent, womit diese drei als Leader eingestuft werden, während Anker mit 65 Prozent und Felber mit 54 Prozent die Nischenpositionen anführen. „Wir sehen branchenübergreifend das gleiche Muster, das sich jetzt auch bei den Wiener Bäckereien bestätigt: ChatGPT, Perplexity und Co. sind keine neutralen Suchmaschinen mehr, sie empfehlen und verlinken aktiv, dabei entscheidet nicht automatisch Marktanteil oder Filialdichte, sondern wie gut die eigenen Inhalte für KI-Systeme aufbereitet sind“, sagt Höbarth-Furniss.

Berglandmilch führt bei Nachhaltigkeit, NÖM bei Gesundheit

Innerhalb der einzelnen Themenfelder verschieben sich die Führungspositionen deutlich. Bei Vergleichsfragen, die nahe an einer Kaufentscheidung liegen, führt Schärdinger die KI-Antworten an, gefolgt von Berglandmilch und NÖM. Bei exemplarischen Fragen zu Nachhaltigkeitsprogrammen erreicht Berglandmilch 100 Prozent Brand Coverage, im Bereich Gesundheit übernimmt NÖM die Führung. Eine ausgeprägte thematische Positionierung kann einzelne Kategorien somit gezielt bestimmen.

Bei den Bäckereien zeigt sich die Gegenprobe. Bei allgemeinen Wissensfragen zu Bäckereiprodukten und Backwaren werden einzelne Marken gegenüber allgemeinen Fach- und Lexikonquellen kaum herangezogen. Auffällig oft erscheinen dabei deutsche Quellen, was auf einen Mangel an österreichischen Inhalten in diesem Bereich schließen lässt. Wer hier AI Visibility aufbauen will, kann die Lücke der österreichischen Quellenlage mit eigenen Ratgeberinhalten füllen.

Die Studie leitet daraus ab, dass ausführliche, thematisch spezifische Informationen, insbesondere zu Nachhaltigkeit, Herkunft und Qualität, von den KI-Systemen als Quellen bevorzugt werden und dass eine gut aufgebaute Website unabhängig von der Markenbekanntheit zu mehr Verlinkungen führt. Der Wettbewerb um die Sichtbarkeit in KI-Antworten ist nach Einschätzung der Studie noch nicht entschieden, wer die Grundlagen jetzt lege, sichere sich einen Vorsprung, der in zwei bis drei Jahren nur noch schwer aufzuholen sei.

AI Visibility Studie erhob Molkereien im Mai und Bäckereien im Juli

Für den Molkereiteil wurden zwischen dem 14. und 21. Mai 2026 die Antworten auf ein repräsentatives Set von 97 Fragen in acht Kategorien erhoben, das von Vergleichsfragen über Nachhaltigkeitsthemen bis zu Gesundheitsanfragen reicht und 25 österreichische Molkereimarken einbezieht. Der Bäckereiteil stützt sich auf ein markenneutrales Set von 80 Fragen in acht Kategorien, darunter Vergleich, Nachhaltigkeit, B2B und informative Fragestellungen, das typische Such- und Entscheidungsfragen Wiener Konsumenten abdeckt und vom 1. bis 31. Juli 2026 zu den 14 größten Wiener Bäckereien erhoben wurde. Ausgewertet wurden in beiden Fällen ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Google AI Mode, Microsoft Copilot und Gemini über die KI-Monitoring-Plattform otterly.ai, im Bäckereiteil mit deren Brand Radar.

Die AI Visibility Studie 2026 ist als mehrteilige Reihe angelegt, auf den Molkereiteil folgten im Juli 2026 die Versicherungsbranche und zuletzt die Wiener Bäckereien. Die verwendeten Kennzahlen Brand Mentions, Brand Coverage, Domain Citations, Likelihood to Buy, Share of Voice und Brand Visibility Index sind im vollständigen Studienreport definiert. Die Daten bilden jeweils einen bestimmten Zeitraum und ein festgelegtes Fragenset ab, KI-generierte Antworten verändern sich laufend, weshalb Ergebnisse zu anderen Zeitpunkten oder mit anderen Fragen abweichen können und kein Anspruch auf Vollständigkeit des Gesamtmarkts erhoben wird. Die Auswertungen sind als Branchenservice angelegt und mit allen Ranking-Daten, Fragenkategorien und Kennzahlendefinitionen unter studies.slopelift.com abrufbar.

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