Evonik senkt den CO2-Fußabdruck seiner Peressigsäure für den europäischen Markt. Möglich macht das ein vom TÜV Rheinland unabhängig zertifizierter Massenbilanzansatz, mit dem der Geschäftsbereich Active Oxygens seinen Kunden eine Reduktion ihrer Scope-3-Emissionen ermöglicht.

Grundlage dafür ist eine veränderte Rohstoffbasis. Statt ausschließlich auf konventionelle Ausgangsstoffe zu setzen, verarbeitet Evonik zunehmend Rohstoffe aus erneuerbaren Ressourcen und senkt damit die Emissionen seiner Peressigsäure gegenüber klassischen Herstellungsverfahren.
Breitspektrum-Desinfektionsmittel mit geringer Umweltbelastung
PAA, die Abkürzung für Peressigsäure, ist ein Breitspektrum-Desinfektionsmittel mit vielfältigem Einsatzspektrum. Die Verbindung setzt sich im Wesentlichen aus Wasserstoffperoxid (H2O2) und Essigsäure zusammen. Der Abbau nach der Anwendung erfolgt vollständig zu Wasser, Sauerstoff und Essigsäure, sodass kaum Rückstände in der Umwelt verbleiben. Evonik bezeichnet dieses Abbauverhalten als positiven „Handabdruck“.
Den ökologischen „Fußabdruck“ bei der Herstellung verringert Evonik durch den Einsatz von Rohstoffen aus erneuerbaren Quellen, ohne dass sich dadurch etwas an Rezeptur, Logistik oder den bestehenden behördlichen Zulassungen für die Peressigsäure ändert. Christoph Batz-Sohn, Leiter für nachhaltige Transformation im Geschäftsbereich Active Oxygens bei Evonik, ordnet den Schritt strategisch ein: „Active Oxygens ist bereits auf dem Weg, unsere Roadmap zur Netto-Null-Emissionsbilanz bis 2040 umzusetzen. Doch die Kunden müssen nicht bis 2040 warten, um davon zu profitieren. Durch die Anwendung eines Massenbilanzansatzes zur Ermittlung des Anteils unserer PAA, der bereits einen geringen CO2-Fußabdruck (LCF) aufweist, können wir für dieses Produkt einen sogenannten ‚LCF-Pass‘ ausstellen. Der Pass ermöglicht es Kunden, ihre Scope-3-Emissionen transparent zu reduzieren – ohne Änderungen bei Qualität, Leistung oder gar den rechtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der EU-Zulassung als Biozid.“
Massenbilanzansatz bestimmt den CO2-Fußabdruck der Peressigsäure
Der Massenbilanzansatz ermittelt den Anteil nachhaltiger Rohstoffe und Energie am Produktionsprozess und errechnet daraus den CO2-Fußabdruck eines Produkts. Evonik wendet dabei die internationale Norm ISO 22095-2:2026 sowie die TfS-Richtlinie 2024 an. Für seine Peressigsäure kombiniert das Unternehmen biobasierte Essigsäure mit eigenem LCF-Wasserstoffperoxid.
Am Markt finden sich bereits erste Abnehmer, die auf die klimafreundlichere Variante setzen. Johannes Peter Kiehl, Geschäftsführer des internationalen Reinigungsmittelherstellers JOHANNES KIEHL KG, erläutert die Beweggründe seines Unternehmens: „Bei KIEHL steht die Umwelt in allen Bereichen unseres Geschäfts an erster Stelle. Von der Produktion bis hin zum Produktdesign fokussieren wir uns darauf, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und Umweltbelastungen zu reduzieren. Mit Evonik haben wir einen Partner gefunden, der dieses Thema ebenso ernst nimmt. Der LCF-Pass wird es uns ermöglichen, unsere Scope-3-Emissionen noch weiter zu senken und so dazu beizutragen, unser Nachhaltigkeitsversprechen gegenüber Kunden, Partnern und Regulierungsbehörden einzuhalten.“


