Am BASF-Standort Ludwigshafen ist der 95 Tonnen schwere Plattenfallfilmverdampfer eingetroffen – die zentrale Komponente für den Bau einer der leistungsfähigsten Wärmepumpen zur emissionsfreien Dampferzeugung weltweit. Das österreichische Unternehmen GIG Karasek hat die rund 16 Meter lange Komponente konstruiert und zeichnet hauptverantwortlich für die Errichtung der Anlage.

Per Schiff wurde der Plattenfallfilmverdampfer von Schwedt an der Oder in den Hafen des BASF-Stammwerks transportiert und anschließend per Schwertransport über das Werksgelände zur Baustelle am Steamcracker gebracht. Mit der Anlieferung ist ein wesentlicher logistischer Schritt im Rahmen des Projekts abgeschlossen.
Plattenfallfilmverdampfer erzeugt sauerstofffreien Dampf für Produktionsbetriebe
Der Plattenfallfilmverdampfer übernimmt in der Wärmepumpe eine zentrale Funktion: In ihm entsteht Dampf, der keinen Sauerstoff mehr enthält und damit die Voraussetzungen für den Einsatz in industriellen Produktionsprozessen erfüllt. Der so erzeugte Prozessdampf gelangt über das Verbundnetz am Standort zu den Produktionsbetrieben, wo er als Energieträger dient. Zur Dampferzeugung nutzt die Wärmepumpe Abwärme aus Kühlprozessen eines der beiden Steamcracker am Standort.
Der erzeugte Dampf soll vornehmlich zur Produktion von Ameisensäure eingesetzt werden. Mit einer thermischen Leistung von rund 50 Megawatt wird die Anlage mithilfe von Grünstrom bis zu 500.000 Tonnen CO2-freien Dampf pro Jahr herstellen.
BASF-Wärmepumpe vermeidet 100.000 Tonnen CO2 jährlich
Gemeinsam mit BASF hat GIG Karasek einen überwiegenden Teil der Anlagenkomponenten eigens auf das technische Umfeld des Werksgeländes angepasst. Die Gebäudeinfrastruktur – darunter die Anlagenhalle und das Schaltanlagengebäude – ist bereits fertiggestellt; auch ein Großteil der Rohrleitungen zum Steamcracker ist vorbereitet.

Bis zu 98 Prozent der jährlich anfallenden Treibhausgasemissionen in diesem Bereich können durch die Wärmepumpe vermieden werden – eine Reduktion von 100.000 Tonnen CO2 im Jahr. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Mitte 2027 geplant. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt im Rahmen der Klimaschutzverträge mit bis zu rund 310 Millionen Euro.


