Handl Tyrol hat durch eine umfassende Produktionsmodernisierung seinen Umsatz innerhalb von zehn Jahren um 100 Millionen Euro gesteigert – 2025 erzielte der Tiroler Fleischverarbeiter einen Gesamtumsatz von 218 Millionen Euro. Forschungspartner bei diesem Prozess war Fraunhofer Austria, die den Wandel von der Analyse bis zur Umsetzung begleitete.

Ausgangspunkt war der 2014 gestartete „Masterplan 2020“: Gewachsene Strukturen, Fachkräftemangel und die zunehmende Globalisierung der Märkte hatten eine grundlegende Neuausrichtung der Produktionsabläufe notwendig gemacht. Bei einer Pressekonferenz in Haiming präsentierten Karl Christian Handl, Geschäftsführer Handl Tyrol, und Sebastian Schlund, Geschäftsführer Fraunhofer Austria, die abgeschlossene Fabrikplanung und stellten erstmals die Strategie 2035 von Fraunhofer Austria vor.
Produktionsmodernisierung auf Basis datengetriebener Fabrikplanung
In mehreren strategischen Planungsschritten entstand ein Werk mit über 20.000 Quadratmetern Nutzfläche. Bestehende Prozesse, Abläufe und Technologien wurden systematisch analysiert und neu gestaltet. Grundlage war eine datenbasierte Fabrikplanung, die auf einer Analyse künftiger Märkte und Mengen aufbaute. Technologie- und Innovationsmanagement flossen von Beginn an in die Planung ein. Das Ergebnis zählt zu den modernsten Produktionsanlagen Europas in der fleischverarbeitenden Branche.
„Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer Austria war für uns ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Gemeinsam haben wir unsere Produktionsprozesse analysiert, neue Technologien bewertet und konkrete Innovationsprojekte umgesetzt. Dadurch konnten wir unsere Effizienz steigern, digitale Lösungen erfolgreich integrieren und unsere Organisation langfristig weiterentwickeln.“, so Karl Christian Handl.
Handl Tyrol als europäisches Referenzmodell für angewandte Forschung
Fraunhofer Austria versteht sich als Forschungseinrichtung für Unternehmen, die Lösungen nicht abwarten, sondern aktiv mitgestalten. Mit einer Kombination aus Domänen-, Methoden- und Technologiewissen begleitet die gemeinnützige Einrichtung Partner von der ersten Idee bis zur praxisreifen Umsetzung – unabhängig von Interessen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Handl Tyrol steht dabei als konkreter Beleg dafür, dass dieser Ansatz messbare wirtschaftliche Wirkung entfaltet.
Sebastian Schlund ordnet den Stellenwert des Tiroler Projekts ein: „Heute haben wir bei Handl Tyrol – einem der modernsten Lebensmittelproduzenten Europas – die abgeschlossene Fabrikplanung präsentiert und dabei erstmals auch unsere Strategie 2035 vorgestellt. Ein passender Rahmen: Handl Tyrol steht als Vorzeigebetrieb genau für das, was diese Strategie antreibt – Forschung, die dort wirkt, wo sie gebraucht wird.“ Mathias Rauch, Generalbevollmächtigter Europäischer Forschungsraum der Fraunhofer Gesellschaft e.V., betont die europäische Dimension: „Was hier in Tirol gelungen ist, soll kein einzelner Fall bleiben – es ist ein Modell. Ein Modell dafür, wie Innovation, industrielle Stärke und angewandte Forschung erfolgreich zusammenwirken können.“ Unternehmen, die durch Technologie, Kooperation und langfristiges Denken investieren, bleiben laut Rauch wettbewerbsfähig und krisenfest – nicht nur in Österreich, sondern im gesamten europäischen Raum.
Strategie 2035: Fraunhofer Austria als erste Anlaufstelle für angewandte Forschung
Die Strategie 2035 von Fraunhofer Austria baut auf dem Anspruch auf, die erste Anlaufstelle für angewandte Forschung in Österreich zu bleiben und die österreichische Wirtschaft aktiv mitzuprägen. Dafür setzt die Einrichtung auf technologische Alleinstellungsmerkmale, enge Anbindung an österreichische Universitäten sowie ein starkes nationales und internationales Forschungsnetzwerk. Ausgründungen sollen gefördert, der Reifegrad von Technologien erhöht werden – mit dem Ziel, Lösungen zu entwickeln, die heute relevant sind und morgen skalieren.
Fraunhofer Austria begleitet Unternehmen dabei entlang der sogenannten Triple Transition: für eine digitale, nachhaltige und menschzentrierte Wirtschaft. Kundenindividuelle Systemlösungen entstehen von der ersten Idee bis zur praxisreifen Umsetzung – gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern. Das Tiroler Beispiel Handl Tyrol steht für Fraunhofer Austria als Sinnbild dieser Haltung: Forschung nicht als Endstation, sondern als Startpunkt für wirtschaftliche Wirkung.


