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Hubs4Circularity geht nach vier Jahren in neue Phase

06.07.2026

Die europäische Initiative Hubs4Circularity tritt nach vier Jahren in eine neue Phase ein. Ihre beiden Horizon-Europe-Projekte H4C Europe und H4C EcoP, die seit 2022 ein Netzwerk aus über 1.750 öffentlichen und privaten Akteuren aufgebaut haben, wurden Ende Mai 2026 abgeschlossen. Netzwerk, Wissensbestände und Instrumente der Initiative bleiben jedoch erhalten und werden weitergeführt.

Teilnehmende der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice. | Foto: DECHEMA / Sam Glazier
Teilnehmende der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice. | Foto: DECHEMA / Sam Glazier

Ziel der beiden Projekte war der Aufbau einer europäischen Community of Practice, die den Austausch von Wissen und Best-Practice-Ansätzen zwischen Industrie, Regionen, Städten und Forschung organisiert und die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Kreislaufwirtschaft begleitet. Mit dem Ende der beiden Projekte gehen die zentrale Wissensplattform und die Aktivitäten zum Wissensaustausch in das Horizon-Europe-Projekt UNITED CIRCLES über, das ihre Fortführung übernimmt.

Digitale Plattform und Leitfäden für Industrie und Regionen

Aus dem über vier Jahre aufgebauten Netzwerk von Hubs4Circularity ging als zentrale Errungenschaft die H4C Knowledge Platform hervor, eine digitale Wissens- und Austauschplattform, die Erfahrungen, Instrumente und relevante Informationen bündelt. Sie soll einzelne Initiativen vor Ort unterstützen und über die Laufzeit der beiden Projekte hinaus bestehen bleiben.

Ergänzt wird die Plattform durch eine Reihe praktischer Instrumente für Akteure aus der Industrie, regionale Behörden und Innovationsakteure. Dazu zählen Branchenleitfäden für Stahl, Zement, Keramik, Zellstoff und Papier, Mineralien sowie Nichteisenmetalle, die Möglichkeiten wie die Rückgewinnung von Abwärme und die Verwertung von Nebenprodukten aufzeigen.

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Hinzu kommen ein Leitfaden zur Einbindung von Interessengruppen, der strukturierte Ansätze für die Abstimmung zwischen Industrie, Regulierungsbehörden, Investoren und lokalen Akteuren bietet, sowie ein Leitfaden zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Symbiose zwischen Industrie und Stadt, der die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Vorteile für lokale Gemeinschaften behandelt.

Regionale Fallbeispiele aus ganz Europa

Wie industrielle und industriell-urbane Symbiose in unterschiedlichen regionalen Kontexten greifbare Ergebnisse liefert, zeigen Fallstudien, die Hubs4Circularity aus ganz Europa gesammelt und dokumentiert hat. In Navarra in Spanien betrachten Unternehmen Vermittler zu industrieller und industriell-urbaner Symbiose zunehmend als Partner für Innovation und nicht als Regulierungsbehörden, während im finnischen Päijät-Häme industrielle Symbiose mit Strategien zur Kohlenstoffabscheidung kombiniert wird, um industrielles Erbe zu transformieren.

Weitere Beispiele verdeutlichen die soziale und organisatorische Dimension des Übergangs. Initiativen zur Einbindung der Bevölkerung im französischen Roubaix betonen die gesellschaftliche Seite der Kreislaufwirtschaft, in der norwegischen Region Møre og Romsdal prägen Governance und regionale Zusammenarbeit die entstehenden Ansätze, und im spanischen Asturias verfolgt das Projekt „Reclaimed Water for Industry“ der Initiative AsPH4C das Ziel, die Industriegebiete von Gijón, Avilés und Oviedo mit aufbereitetem Abwasser zu versorgen.

Mehrere Standorte zeigen zudem den technologischen Reifegrad solcher Ansätze. Smart Delta Resources in den Niederlanden und Belgien betreibt das weltweit erste grenzüberschreitende Projekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, bei dem CO2 bei Yara Sluiskil abgeschieden und verflüssigt, per Schiff nach Norwegen transportiert und im Rahmen des Northern-Lights-Projekts dauerhaft gespeichert wird. Im dänischen Industriepark GreenLab entstanden Forschungsprojekte zur Optimierung integrierter Energiesysteme, zur Modellierung von Power-to-X-Prozessen, zur Digitalisierung industrieller Wärmesysteme und zur Analyse der Wechselwirkungen zwischen Energie-, Kohlenstoff- und Wassersystemen, während der Nordland Hub in Norwegen industrielle Abwärme für die Junglachs-Produktion nutzt und die Prozessindustrie an Standorten wie dem Mo Industrial Park und dem Glomfjord Industriepark mit der Aquakultur verbindet.

Ergebnisse und Fortführung von Hubs4Circularity nach dem Projektende

Über die regionale Ebene hinaus hat die Community of Practice zur europäischen Agenda für die Kreislaufwirtschaft beigetragen. Gemeinsam mit der Partnerschaft „Processes4Planet“ entstand ein Weißbuch mit strategischen Empfehlungen für Finanzierung, politische Rahmenbedingungen und operative Unterstützung, ergänzt um Beiträge zu einer Roadmap für die Standardisierung industrieller Symbiose, die einen gemeinsamen Rahmen für die künftige Entwicklung und Skalierung schaffen soll.

Den Abschluss der beiden Projekte markierte die Abschlusskonferenz am 27. Mai 2026 in Brüssel, zu der rund 150 Vertreter aus Industrie, Politik, Forschung, Regionen und Städten zusammenkamen. Das Programm beleuchtete die wichtigsten Erkenntnisse und umfasste zwei thematische Sessions, eine zu industriellen Hubs, die Defossilisierungs- und Kreislaufwirtschaftsprojekte in Industrieclustern vorantreiben, und eine zu regionalen Hubs, die Kreislaufökosysteme in großem Maßstab fördern.

Während H4C Europe und H4C EcoP am 31. Mai 2026 endeten, werden die H4C Knowledge Platform und die Aktivitäten zum Wissensaustausch im Horizon-Europe-Projekt UNITED CIRCLES fortgeführt. Die Konsortien von Hubs4Circularity setzen zudem darauf, dass die Europäische Kommission diese Netzwerk- und Wissensaustauschaktivitäten langfristig weiter unterstützt, da sie für die Ausweitung von Initiativen zur industriellen und industriell-urbanen Symbiose in ganz Europa von Bedeutung sind.

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