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Industriewärmepumpen senken CO₂ in der Molkerei um 59 %

01.04.2026

Industriewärmepumpen erzielen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bereits messbare Ergebnisse bei der Dekarbonisierung. Eine reale Installation zur Sprühtrocknung im Molkereisektor – umgesetzt für die Marke Arla – erreichte eine Reduktion der CO₂-Emissionen um bis zu 59 Prozent. Diese Ergebnisse präsentierte Isabel Osterroth von GEA im Rahmen des ersten Webinars der Heat-BIG-Reihe, organisiert von der European Heat Pump Association (EHPA) im Rahmen des EU-geförderten EXQUISHEAT-Projekts.

Industriewärmepumpen senken CO₂-Emissionen in der Molkereiproduktion nachweislich um bis zu 59 Prozent - das zeigen Praxisinstallationen, die im ersten Webinar der Heat-BIG-Reihe von EHPA vorgestellt wurden. | Bild: PaulShlykov, stock.adobe.com
Industriewärmepumpen senken CO₂-Emissionen in der Molkereiproduktion nachweislich um bis zu 59 Prozent – das zeigen Praxisinstallationen, die im ersten Webinar der Heat-BIG-Reihe von EHPA vorgestellt wurden. | Bild: PaulShlykov, stock.adobe.com

Hintergrund der Veranstaltung ist ein sich veränderndes Antriebsgefüge für die industrielle Energiewende. Neben Klimazielen gewinnen Energiesicherheit und volatile Preise für fossile Brennstoffe an Bedeutung. Elektrifizierung wird zunehmend als zentraler Lösungsansatz betrachtet, wobei Industriewärmepumpen eine tragende Rolle übernehmen, indem sie Abwärme aufwerten und CO₂-arme Prozesswärme bereitstellen.

Industriewärmepumpen im Einsatz: Molkerei und Brauerei

Osterroth stellte im Webinar zwei konkrete Fallbeispiele vor, die zeigen, wie Wärmepumpen in bestehende Industrieprozesse integriert werden können. Im ersten Fall kam eine Hochtemperatur-Industriewärmepumpe in der Sprühtrocknung eines Molkereibetriebs zum Einsatz. Die Anlage nutzte zurückgewonnene Abwärme, hielt die Produktionsstabilität aufrecht und steigerte die Gesamteffizienz – bei einer CO₂-Reduktion von bis zu 59 Prozent.

Das zweite Beispiel stammte aus der Brauindustrie: Dort wurde Abwärme aus Kälteanlagen genutzt, um Prozesswärme auf einem Temperaturniveau von rund 90 Grad Celsius bereitzustellen. Dieses Vorgehen senkt den Gasverbrauch erheblich und demonstriert, wie vorhandene Anlagen für Dekarbonisierungsziele umgerüstet werden können. Beide Fälle verdeutlichen, dass die Technologie funktioniert – die Herausforderung liegt heute in der konkreten Umsetzung.

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Voraussetzungen für die Integration von Industriewärmepumpen

Sabine Höfel von der Food-Processing Initiative, Elsie Haertjens und Audrey Meurisse von Veolia sowie Uli Jakob und Michael Strobel von Dr. Jakob Energy Research GmbH & Co. KG erarbeiteten gemeinsam mit Osterroth zentrale Erkenntnisse für eine erfolgreiche Implementierung. Eine klare Dekarbonisierungsstrategie, ein ganzheitliches Verständnis des standortspezifischen Energieeinsatzes sowie die sorgfältige Einbindung in bestehende Produktionsprozesse wurden als entscheidend identifiziert. Systemauslegung, Temperaturanforderungen und Kältemittelwahl spielen dabei eine kritische Rolle.

Neben technischen Aspekten werden auch Marktbedingungen über die Investitionsentscheidungen bestimmen. Der Strompreis im Verhältnis zu Gas sowie Mechanismen der CO₂-Bepreisung – insbesondere ETS2 – werden maßgeblich darüber entscheiden, ob Industriewärmepumpen gegenüber Gasanlagen wirtschaftlich attraktiv sind. Das EXQUISHEAT-Projekt will die Branche dabei unterstützen, indem es Implementierungsleitfäden, standardisierte Lösungen und die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Technologieanbietern fördert.

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