OMRON hat mit dem VHV5 Inline Verifier ein System zur Barcodeverifizierung vorgestellt, das 1D-, 2D- und Direct Part Mark Codes direkt in der Produktionslinie in Echtzeit überprüft. Ziel ist es, die Lesbarkeit, Normkonformität und Rückverfolgbarkeit von Codes bereits während der Markierung oder des Drucks sicherzustellen.

Das System erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Codes pro Minute und führt die Prüfung ohne zeitliche Verzögerung im laufenden Prozess durch, sodass Abweichungen unmittelbar erkannt und noch während der Entstehung korrigiert werden können, bevor fehlerhafte Kennzeichnungen in nachgelagerte Prozessschritte gelangen.
Barcodeverifizierung unter realen Produktionsbedingungen
In Produktions- und Verpackungsumgebungen beeinflusst die Qualität von Barcodes unmittelbar die Rückverfolgbarkeit sowie die Stabilität nachgelagerter Prozesse, da fehlerhafte Codes das Scannen während interner Abläufe, in der Endmontage, im Vertrieb oder am Einsatzort beeinträchtigen und damit den Materialfluss unterbrechen können. Die Barcodeverifizierung erfolgt deshalb direkt im Moment der Codeerstellung, wodurch Probleme beim Drucken oder Markieren ohne Verzögerung sichtbar werden und im laufenden Prozess korrigiert werden können.
Die Bewertung basiert auf etablierten Normen, wobei für 1D-Barcodes ISO/IEC 15416, für 2D-Codes ISO/IEC 15415 und für Direct Part Mark Codes ISO/IEC TR 29158 angewendet werden. Durch die Integration dieser Standards in die Produktionslinie entstehen nachvollziehbare und wiederholbare Ergebnisse bei der Prüfung von Etiketten, Verpackungen und dauerhaft markierten Komponenten, ohne dass zusätzliche Prüfschritte außerhalb des Prozesses erforderlich sind.
Optik, Bildverarbeitung und Datenprüfung im Zusammenspiel
Für die zuverlässige Erfassung unterschiedlicher Oberflächen setzt das System auf eine koaxiale Beleuchtung (Tilted coaxial lighting), die Reflexionen reduziert und gleichzeitig die Kantenschärfe verbessert, sodass auch reflektierende, gekrümmte oder kontrastarme Oberflächen stabil bewertet werden können, wie sie etwa bei Direct Part Mark Codes auf Metallteilen, glänzenden Etiketten oder gekrümmten Kunststoffverpackungen in Hochgeschwindigkeitslinien auftreten. Ergänzend kommt eine Unwarp-Transformationstechnologie zum Einsatz, die Bildverzerrungen ausgleicht, welche durch geneigte oder gewölbte Oberflächen entstehen, und dadurch eine präzise Bewertung der axialen Nichtgleichmäßigkeit von 2D-Codes ermöglicht.
Eine Flat-Field-Korrektur sorgt darüber hinaus für eine gleichmäßige Ausleuchtung sowie eine konsistente Pixelreaktion über das gesamte Sichtfeld hinweg, wodurch verhindert wird, dass Beleuchtungsartefakte die Bewertung abhängig von der Codeposition beeinflussen. Parallel zur optischen Prüfung wird auch die Datenstruktur berücksichtigt, da eine integrierte GS1-Syntaxprüfung Formatierungsfehler erkennt, bevor Produkte die Produktionslinie verlassen; Einrichtung und Betrieb erfolgen über einen geführten Kalibrierungsassistenten sowie eine browserbasierte WebLink-Schnittstelle, die Konfiguration, Überwachung und Diagnose ohne zusätzliche Software ermöglicht.


