Evonik strukturiert seine Innovationsorganisation grundlegend um und stellt die neu aufgestellte Innovation Factory als zentrales Instrument für marktorientiertes Wachstum in den Mittelpunkt. Die Neuausrichtung reagiert auf volatile Rohstoffmärkte, technologische Umbrüche und geopolitische Risiken, die derzeit die Rahmenbedingungen in Industrie und Märkten prägen.

Mit dem verstärkten Fokus auf Innovation stärkt Evonik sowohl die Resilienz als auch die Kundennähe. Rund zwei Drittel der Forscher werden künftig direkt in den Business Lines arbeiten – näher an Kunden und mit klarer wirtschaftlicher Verantwortung.
Kombinatorische Innovation verkürzt Entwicklungszeiten
Die Innovation Factory, hervorgegangen aus der bisherigen Creavis, bündelt strategisch wichtige Entwicklungsprogramme mit dem Ziel, diese in durchschnittlich fünf Jahren zur Marktreife zu führen. Lauren Kjeldsen, im Vorstand von Evonik für Innovation verantwortlich, begründet die Neuaufstellung: „In der heutigen Zeit gewinnt Resilienz zunehmend an Bedeutung. Unternehmen müssen neu darüber nachdenken, wie sie arbeiten, innovieren, wachsen und erfolgreich bleiben.“
Christian Eilbracht, Chief Innovation Officer von Evonik, beschreibt den operativen Ansatz: „Mit einer klaren Aufgabenteilung beschleunigen wir Entscheidungsprozesse und erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit von Innovationen.“ Zwei Mechanismen sollen die kürzeren Entwicklungszeiten ermöglichen: kombinatorische Innovation durch das gezielte Verknüpfen von Technologien, Kompetenzen sowie internen und externen Partnern entlang der Wertschöpfungskette – und der gezielte Aufbau auf vorhandenem internem und externem Wissen, der einen späteren Einstieg im Innovationsprozess erlaubt. „Beides zusammen verkürzt die Entwicklungszeiten spürbar, macht den kommerziellen Erfolg planbarer und stärkt die Resilienz von Evonik gegenüber plötzlichen Marktumbrüchen“, so Eilbracht.
Die fünf bis sieben Programme der Innovation Factory konzentrieren sich auf die drei Innovationswachstumskerne von Evonik: biobasierte Lösungen, Energiewende und Kreislaufwirtschaft. Für diese Kerne erwartet Evonik bis 2032 einen zusätzlichen Umsatz von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro, wovon die Innovation Factory bis zu 300 Millionen Euro beisteuern soll.
Zwei Drittel der Forscher arbeiten künftig in den Business Lines
Der Umbau der Innovationsorganisation – intern als Research, Development & Innovation, kurz RD&I, bezeichnet – sieht vor, dass künftig rund zwei Drittel der Forscher direkt in den Business Lines arbeiten. Dort entstehen Lösungen in engem Austausch mit Kunden und mit klarer wirtschaftlicher Verantwortung. Forschungskompetenzen, die mehreren Geschäftsbereichen zugutekommen, sowie langfristig angelegte Projekte werden weiterhin zentral gesteuert.
Die Forschungs- und Entwicklungsquote blieb 2025 stabil bei rund 3 Prozent des Umsatzes, was Aufwendungen von etwa 418 Millionen Euro entspricht (2024: 459 Millionen Euro). Rund 82 Prozent dieser Mittel fließen direkt in geschäftsnahe Entwicklungen, weitere 15 Prozent in längerfristige Innovationsprojekte. Parallel steigt der Anteil nachhaltiger Produkte: Rund 48 Prozent des Umsatzes erzielt Evonik mit Next Generation Solutions, die einen überdurchschnittlichen Nachhaltigkeitsnutzen aufweisen – ein Zuwachs von 3 Prozentpunkten gegenüber 2024.
Ergänzend richtet Evonik Innovation, Anwendung und Produktion gezielt näher an Märkten und Kunden aus: Innovationen entstehen dort, wo starke Ökosysteme bestehen; Produktion dort, wo Märkte dynamisch wachsen.


