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Investitionen sichern die Zukunft im Kunststoffrecycling

10.08.2026

Die EREMA Gruppe hält auch im dritten schwierigen Marktjahr an ihrem Kurs im Kunststoffrecycling fest. Das Familienunternehmen aus Ansfelden schloss das Ende März beendete Geschäftsjahr 2025/26 profitabel ab, investiert weiter in seine Recyclingtechnologie und bekennt sich zum Standort Österreich.

Manfred Hackl (CEO) und Horst Wolfsgruber (CFO) führen die EREMA Gruppe durch ein herausforderndes Marktumfeld. Trotz rückläufiger Investitionen in der Kunststoffrecyclingbranche schloss das Familienunternehmen das Geschäftsjahr 2025/26 profitabel ab. | Foto: EREMA Group
Manfred Hackl (CEO) und Horst Wolfsgruber (CFO) führen die EREMA Gruppe durch ein herausforderndes Marktumfeld. Trotz rückläufiger Investitionen in der Kunststoffrecyclingbranche schloss das Familienunternehmen das Geschäftsjahr 2025/26 profitabel ab. | Foto: EREMA Group

Hinter dieser Ausrichtung steht die Erwartung einer langfristig steigenden Nachfrage. Weil der weltweite Kunststoffbedarf deutlich zunimmt und recycelter Kunststoff als Sekundärrohstoff an Bedeutung gewinnt, sieht die Unternehmensführung im Kunststoffrecycling einen dauerhaften Wachstumsmarkt.

Filtration und Dekontamination sichern Qualität im Rezyklat

Stark schwankende Eingangsmaterialien verlangen robuste Recyclingsysteme, bei denen Filtration, Entgasung und ein tiefes Prozessverständnis entscheidend sind. „Anders als häufig angenommen, funktioniert Kunststoffrecycling heute in vielen Anwendungen bereits erstaunlich gut“, sagt Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe. „Die zentrale Frage der Zukunft ist, wie wir mehr und anspruchsvollere Materialströme in konstant hoher Qualität im Kreislauf halten können.“

Genau an diesen Anforderungen setzt die EREMA Gruppe nach eigenen Angaben an. „Die hohe Dekontaminationsleistung unserer Recyclinganlagen sichert die Qualität, ihre Robustheit sorgt für konstanten Output. Zusätzlich halten energieeffiziente Lösungen die Betriebsausgaben unserer Kunden möglichst gering“, so Hackl. Ein funktionierender Kreislauf entsteht dabei erst, wenn Materialdesign, Sammlung, Sortierung, Wäsche und Extrusion zusammenpassen und das Rezyklat anschließend in neuen, gleichwertigen Produkten eingesetzt wird. Über die Technologiepartnerschaft zwischen der EREMA Gruppe und Lindner Washtech erhalten Kunden dafür eine integrierte Gesamtlösung vom sekundären Feedstock bis zum finalen Rezyklat, wobei die enge Verzahnung der Prozesse Qualität, Durchsatz und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems verbessert.

Zu den anspruchsvolleren Materialströmen zählen zunehmend auch Textilien. Im Oktober 2025 beteiligte sich die EREMA Gruppe am australischen Unternehmen BlockTexx, das ein Verfahren zur Trennung von Polyester und Cellulose aus Mischgeweben entwickelt hat und damit einen Zugang zum Recycling von Textilien eröffnet. Die PET-Faserindustrie ist dabei dreimal so groß wie die PET-Flaschenindustrie, während die Recyclingquote für Polyester bislang nur bei rund einem Prozent liegt.

Wachsende Nachfrage treibt den Ausbau im Kunststoffrecycling

Getragen wird die langfristige Zuversicht der EREMA Gruppe von einem weltweit wachsenden Bedarf an Kunststoffen, der sich regional unterschiedlich entwickelt. Als international tätiges Unternehmen kann die Gruppe die schwächelnde Nachfrage in Europa teilweise durch Aufträge in anderen Regionen ausgleichen, wobei Europa weiterhin der stärkste Markt bleibt. „Hier ist Recycling traditionell zu Hause“, sagt Hackl. Asien sei auf dem Vormarsch, und auch Amerika nehme vor allem beim Recycling von Produktionsabfällen an Fahrt auf, während Afrika noch auf dem vierten Platz liege, dort aber künftig die stärkste Zunahme des Kunststoffbedarfs und damit auch des Bedarfs an Recyclinglösungen zu erwarten sei.

Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe, prüft den Austrag des Schmelzefilters einer INTAREMA ® Anlage. Mit leistungsfähiger Recyclingtechnologie und kontinuierlicher Forschung und Entwicklung sieht sich die EREMA Gruppe für die nächste Wachstumsphase des Kunststoffrecyclings gut gerüstet. | Foto: EREMA Group
Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe, prüft den Austrag des Schmelzefilters einer INTAREMA ® Anlage. Mit leistungsfähiger Recyclingtechnologie und kontinuierlicher Forschung und Entwicklung sieht sich die EREMA Gruppe für die nächste Wachstumsphase des Kunststoffrecyclings gut gerüstet. | Foto: EREMA Group

Wie stark der Bedarf zunimmt, verdeutlicht eine Projektion der OECD, wonach sich der weltweite Kunststoffbedarf von 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019 bis 2060 auf 1,2 Milliarden Tonnen verdreifachen wird. Soll ein größerer Teil davon künftig aus Rezyklaten stammen, sind ein Ausbau der Recyclinginfrastruktur und Investitionen in hochwertige Recyclingtechnologie nötig, während die OECD bislang für das Jahr 2060 lediglich mit einer Recyclingquote von 17 Prozent rechnet.

Diese Entwicklung zeigt sich auch außerhalb Europas: Wachstumsregionen wie China und Indien treiben den Ausbau ihrer Recyclingwirtschaft mit eigenen regulatorischen Vorgaben und Initiativen voran, Märkte, in denen die EREMA Gruppe seit rund drei Jahrzehnten aktiv ist. Bereits 2001 gründete das Unternehmen eine Niederlassung in Shanghai und eröffnete im Februar 2026 gemeinsam mit Lindner Washtech die Niederlassung EREMA India, weitere Standorte bestehen in Nordamerika, Südafrika und Thailand. Seit 1983 hat die Gruppe rund 9.200 Anlagen und Komponenten verkauft, mit denen sich weltweit jährlich über 26 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle recyceln lassen.

Finanzergebnis und verlässliche Regeln sichern die weitere Entwicklung

Trotz eines Umsatzrückgangs hat die EREMA Gruppe das vergangene Geschäftsjahr profitabel abgeschlossen. Der Markt für Kunststoffrecycling steht bereits das dritte Jahr in Folge unter Druck, weil hohe Energiekosten, eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten und der intensive internationale Wettbewerb die Branche belasten. Besonders für in Europa ansässige Unternehmen sei dies eine Herausforderung: „Wir haben in Europa eine Kostenstruktur aufgebaut, die Industriebetriebe im internationalen Wettbewerb zunehmend benachteiligt“, sagt Hackl. Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte der Recyclingspezialist einen Umsatz von 235 Millionen Euro, was einem Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

„Viele Kunden verschieben ihre Investitionen. Das spüren wir unmittelbar“, erklärt Horst Wolfsgruber, CFO der EREMA Gruppe. Dass das vergangene Jahr trotz dieser Bedingungen profitabel blieb, ordnet er so ein: „Mich erfüllt es mit Stolz und Dankbarkeit, dass die EREMA Gruppe in diesem anspruchsvollen Marktumfeld das vergangene Geschäftsjahr profitabel abschließen konnte. Das verdanken wir unserer Struktur als stabiles Familienunternehmen, einer hohen Kostendisziplin und unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Am Standort Österreich hält das Unternehmen trotz der Wettbewerbsnachteile fest.

Die EREMA Gruppe lädt regelmäßig internationale Gäste an den Standort in Ansfelden/Linz in Österreich ein, um neue Lösungen für das Recycling von Kunststoffen zu demonstrieren und anwendungsnahes Know-how zu vermitteln. | Foto: EREMA Group
Die EREMA Gruppe lädt regelmäßig internationale Gäste an den Standort in Ansfelden/Linz in Österreich ein, um neue Lösungen für das Recycling von Kunststoffen zu demonstrieren und anwendungsnahes Know-how zu vermitteln. | Foto: EREMA Group

Auch als Sekundärrohstoff gewinnt recyceltes Material weltweit an Bedeutung. Damit ein größerer Teil des Rohstoffbedarfs künftig aus Rezyklaten gedeckt wird, braucht es aus Sicht der EREMA Gruppe verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen. Regulatorische Vorgaben wie die EU-Verordnungen für Verpackungen (PPWR) und für Altfahrzeuge (ELV) setzen dafür Impulse. „Entscheidend ist aber, dass die Regeln klar, verlässlich und europaweit harmonisiert umgesetzt werden“, sagt Hackl. „Ohne verlässliche Umsetzung wird nicht investiert. Wir brauchen ein einheitliches System, um Rezyklate attraktiver zu machen. Nur dann kann sich Recycling als Teil einer langfristigen Rohstoffstrategie etablieren.“

Auf dieser Grundlage sieht sich die EREMA Gruppe gut aufgestellt, um vom erwarteten Wachstum zu profitieren. „Kunststoffrecycling ist und bleibt für uns ein klarer Zukunftsmarkt“, betont Hackl. „Die Lösungen der EREMA Gruppe tragen maßgeblich dazu bei, weltweit eine nachhaltigere Nutzung von Kunststoff zu ermöglichen und Rohstoffe im Kreislauf zu halten.“

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