Anzeige

KI treibt den Wandel zur Kreislaufwirtschaft voran

26.03.2026

Das nova-Institut versammelte im Rahmen der AI Circular Economy Conference 2026 in Köln 116 Teilnehmer aus 15 Ländern, darunter Vertreter aus Industrie, Forschung, Start-ups und der Investment-Community, um die KI-gestützte Transformation der Chemie- und Werkstoffindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft zu diskutieren. Die zweitägige Veranstaltung umfasste 24 Vorträge und mehrere Podiumsdiskussionen.

Lars Börger, CEO des nova-Institute, eröffnet die AI Circular Economy Conference 2026 und begrüßt die internationalen Teilnehmer in Köln. | Foto: nova-Institut
Lars Börger, CEO des nova-Institute, eröffnet die AI Circular Economy Conference 2026 und begrüßt die internationalen Teilnehmer in Köln. | Foto: nova-Institut

Das Programm verdeutlichte, wie sich künstliche Intelligenz von ersten Pilotprojekten zur realen industriellen Umsetzung entwickelt hat – und welche Rolle sie dabei spielen kann, fossile Wertschöpfungsketten durch Systeme auf Basis von Biomasse, abgeschiedenem CO₂ und recycelten Materialien abzulösen.

Wenn zwei Entwicklungsfelder konvergieren: KI und Kreislaufwirtschaft

Lars Börger, Geschäftsführer des nova-Instituts, beschrieb die Konstellation mit einem Bild: „Wenn zwei Blasen aufeinandertreffen, kollidieren sie. In diesem Moment der Kollision kann etwas Neues entstehen, oft etwas Größeres und Mächtigeres als jede der beiden Blasen für sich genommen.“ Damit benannte er das Leitprinzip der Konferenz: Die Überschneidung zweier sich rasch entwickelnder Bereiche schafft Spielräume für Innovation, Effizienz und systemischen Wandel, die keiner der beiden Bereiche allein erzeugen kann.

Die Konferenz war entsprechend interdisziplinär ausgerichtet. Softwareentwickler, Materialwissenschaftler, Industriepraktiker und Politikexperten diskutierten gemeinsam über offene Datenökosysteme und neue Formen der Zusammenarbeit. Das Programm gliederte sich in fünf Themenblöcke, die verschiedene Aspekte von KI-Anwendungen entlang der gesamten Kreislaufwertschöpfungskette abdeckten – von der Produktion und Materialentwicklung über das Recycling und Ressourcenmanagement bis hin zu Marktentscheidungen.

Anzeigen

KI-Anwendungen von der Fertigung bis zum Recycling in der Kreislaufwirtschaft

Konkrete Beispiele lieferten Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie Covestro, Schneider Electric, Volkswagen, ExoMatter, die RWTH Aachen sowie der European Circular Bioeconomy Fund (ECBF). Sie zeigten, wie KI-gesteuerte Werkzeuge die industrielle Transformation bereits heute unterstützen. In der Fertigung kamen dabei digitale Zwillinge, vorausschauende Wartung und Echtzeit-Prozessoptimierung zur Sprache. Im Bereich der Materialforschung demonstrierten Machine-Learning-Ansätze, wie sich die Entdeckung neuer Katalysatoren, Polymere und biobasierter Materialien beschleunigen lässt.

Im Recycling und Ressourcenmanagement eröffnen KI-gestützte Sortiertechnologien, hyperspektrale Bildgebung und fortschrittliche Datenplattformen neue Möglichkeiten: Sie helfen der Industrie, komplexe Abfallströme besser zu verstehen, die Qualität der eingesetzten Rohstoffe zu verbessern und höherwertige Recyclingwege zu erschließen. Trotz der breiten Anwendungsvielfalt zog sich eine Erkenntnis durch viele Vorträge: KI entfaltet ihr Potenzial nicht isoliert, sondern erst im Zusammenspiel mit hochwertigen Daten, industriellem Fachwissen und digitalen Kompetenzen.

Partner und Folgeveranstaltungen des nova-Instituts

Die Konferenz wurde von einem Netzwerk strategischer Partner unterstützt, zu dem unter anderem CLIB – Cluster Industrial Biotechnology, das IBB Netzwerk, der Chemie-Cluster Bayern, C.A.R.M.E.N. e.V., die Renewable Carbon Initiative (RCI), kunststoffland NRW, das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen, der KI Bundesverband und CO₂ Value Europe zählen.

Das nova-Institut setzt die Diskussion über KI und zirkuläre Innovation auf mehreren Folgeveranstaltungen fort. Die Carbon Capture & Utilisation Conference (CCU) findet vom 28. bis 29. April 2026 in Köln statt, die Renewable Materials Conference (RMC) vom 22. bis 24. September 2026 in Siegburg/Köln und die Advanced Recycling Conference (ARC) vom 17. bis 18. November 2026 ebenfalls in Köln. Auf allen drei Veranstaltungen wird die Rolle von KI als Wegbereiter für kreislauffähige und erneuerbare Kohlenstoffwertschöpfungsketten weiter vertieft.

Anzeige

Die aktuelle Chemie

Anzeige
Anzeige