Ihr komplettes Produktionsprogramm bringt die Dr. Boy GmbH & Co. KG kompakter und im neuen Design auf die Fakuma 2026. Vom 12. bis 16. Oktober zeigt der Maschinenbauer in Halle A7, Stand 7101, einen Querschnitt aus seinen Spritzgießmaschinen, dessen sieben Exponate erstmals durchgängig neu gestaltet sind.

Ergänzt wird der Auftritt durch drei weitere Spritzgießautomaten auf Partnerständen, sodass sich insgesamt vier automatisierte Exponate ergeben, die anspruchsvolle Fertigung auf kleinstem Raum umsetzen. Als Neuheit rückt das Linearhandling LR 5 Compact ins Programm, begleitet von einem Schwerpunkt auf Mikrospritzguss und Anwendungsbeispielen quer durch die Baureihen.
Automation verschwindet in der Maschine und spart Stellfläche
Das neue Linearhandling LR 5 Compact verlagert die Automation vollständig in die Maschine. Bei der platzsparenden Gesamtlösung sitzt das Handling samt Förderband vollständig unterhalb der Schutzhaube der BOY 35 Electric, ganz ohne zusätzlichen Schutzzaun und damit auch ohne die Notwendigkeit von EM67 und EM78. Gegenüber einer Maschine mit externer Schutzumhausung sinkt die Aufstellfläche von rund 5,2 auf 3,1 Quadratmeter, bei einer erforderlichen Deckenhöhe von nur 2,6 Metern, und die komplette Einheit bleibt transportfähig.
Gesteuert wird der LR 5 Compact über die Maschinensteuerung Procan ALPHA 6 und ist damit vollständig integriert. Das erleichtert nicht nur die Prozesseinrichtung, sondern ermöglicht auch ein gemeinsames Datensatz- und Fehlermanagement. Weil die Euromap-Schnittstellen und eine zusätzliche Handlingsteuerung entfallen, fällt das System zudem preislich attraktiv aus.
Dieselbe Logik der integrierten Automation prägt weitere Exponate. Auf der BOY 100 Electric, der dritten und zugleich größten elektromechanischen Maschine im Programm, entstehen in einer Silikonanwendung mit Flüssigsilikon (LSR, Liquid Silicone Rubber) Falttrichter, die ein integrierter LR 5 auf ein Förderband legt. Auf kleinstem Raum arbeitet auch der vertikale Umspritzautomat BOY 35 E VV mit Automation, auf dem Werkzeug-Sterngriffe mit HEX 3, 4 und 5 gefertigt werden. Die flexible Vereinzelung von Variobotic ist dabei platzsparend auf dem Maschinenständer der Vertikalmaschine untergebracht.
Spritzgießmaschinen von Mikroteilen bis zum Batteriekasten
Einen Schwerpunkt setzt BOY auf den Mikrospritzguss und stellt zwei seiner kleinsten Spritzgießautomaten vom Typ BOY XS E direkt nebeneinander. Auf beiden Maschinen mit 100 kN Schließkraft entstehen kleinste medizinische Mikroteile, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind, einmal aus Flüssigsilikon und einmal aus einem medizinischen PLA vom Typ RESOMER LR 704 S. In beiden Maschinen kommt jeweils eine vollwertige 8-mm-Schnecke zum Einsatz, die wie bei allen Maschinen von BOY nach dem First-in-first-out-Prinzip arbeitet.
Wie unterschiedlich die Spritzgießmaschinen eingesetzt werden, zeigen weitere Stationen. An der BOY 50 Electric serviert ein kollaborativer Roboter als Electric Barista frisch zubereitete Espressi in eigens gespritzte Tassen aus NAS 30 ECO, eine Kombination aus Maschinenbau, Robotik und Kaffeekultur, die bereits in der Vergangenheit zu sehen war. Bei der Fertigung von Ölausgießern stellt das Unternehmen zudem die neue Option „elektromechanisches Ausschrauben“ vor. Auf der BOY 20 E PRO entstehen sogenannte „Batterie Bierkästen“, kleine gespritzte Kunststoff-Bierkästen, die als praktische Aufbewahrungsbox für Batterien dienen. Das Modell ist der Einstieg ins Programm, wird mit reduziertem Ausstattungsumfang und der bewährten Steuerung Procan Alpha 4 besonders preisgünstig angeboten und macht bei der Energieeffizienz dennoch keine Abstriche, da dieselbe servomotorische Antriebstechnik wie bei allen Spritzgießautomaten der E-Serie zum Einsatz kommt.
Über die einzelnen Anwendungen hinaus stehen die elektromechanischen Spritzgießmaschinen von BOY für eine präzise Einspritzung, hohe Dynamik und durch parallele Bewegungen verkürzte Zykluszeiten. Hinzu kommen eine optimale Positioniergenauigkeit und ein schmierstofffreier Werkzeugeinbaubereich. Nach Angaben des Unternehmens sind die Maschinen der Electric Baureihe in ihrer jeweiligen Schließkraftklasse die kompaktesten am Markt. Dass mit dem Fakuma-Auftritt nun auch alle servohydraulischen Maschinen auf das neue Design umgestellt sind, führt das einheitliche Erscheinungsbild über die gesamte Baureihe hinweg fort.


