DIE UMWELTBERATUNG hat für heiße Tage Tipps zur Küchenhygiene und zur pflanzenbetonten Ernährung zusammengestellt. Sie reichen von der Auswahl wasserreicher Speisen über den gekühlten Transport der Einkäufe bis zur Reinigung der Lagerorte im Haushalt.

Hohe Temperaturen verkürzen die Haltbarkeit vieler Lebensmittel, weil sich Bakterien in der warmen Küche rascher vermehren, und das betrifft auch Waren, die sonst ungekühlt gelagert werden. Gabriele Homolka, Ernährungswissenschafterin von DIE UMWELTBERATUNG, rät deshalb, die Kühlkette bis in die eigene Küche aufrechtzuerhalten und bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten auf pflanzliche Zutaten mit hohem Wasseranteil zu setzen.
Wasserreiches Gemüse hält die Wärmelast beim Essen niedrig
Fettarme, pflanzlich betonte Mahlzeiten belasten den Körper bei Hitze weniger als schwere Kost. Viele pflanzliche Lebensmittel bestehen zu 80 bis 95 Prozent aus Wasser, darunter Gurken, Tomaten, Melonen, Pfirsiche, Zucchini und Blattsalate, und unterstützen damit die natürliche Wärmeregulation des Körpers.
Hinzu kommt die geringere Verdauungsarbeit. Tierische, fettige oder stark verarbeitete Speisen erhöhen die thermische Belastung des Körpers, weil sie bei der Verdauung Wärme erzeugen, während pflanzliche Kost leichter verdaulich ist und der Körper kühler bleibt. Manche Pflanzen wie Wassermelone, Minze, Gurke oder Zitrusfrüchte wirken darüber hinaus physiologisch kühlend.
Als kalte Speise aus rohem Gemüse führt DIE UMWELTBERATUNG eine Gazpacho an. Dafür werden ein Kilogramm reife Fleischparadeiser, je ein roter und ein grüner Paprika, nach Belieben eine halbe Gurke, eine kleine Zwiebel und eine Knoblauchzehe verarbeitet, dazu kommen der Saft einer Bio-Zitrone, Salz, Chili aus der Mühle, zwei Esslöffel Olivenöl, nach Belieben ein Esslöffel Tomatenmark sowie frisches Basilikum als Deko.
Für die Zubereitung wird das Gemüse gewaschen, Zwiebel und Knoblauch werden geschält und alles in grobe Stücke geschnitten, bevor es gemeinsam mit dem Zitronensaft im Hochleistungsmixer oder mit dem Mixstab sehr fein püriert wird. Abgeschmeckt wird mit einem Schuss Olivenöl, Salz und Chili, für eine kräftigere rote Farbe kann noch etwas Tomatenmark dazukommen. Nach etwa einer Stunde im Kühlschrank wird die Gazpacho mit etwas Olivenöl beträufelt und mit Fladenbrot und frischem Basilikum serviert.
Küchenhygiene beginnt bei der ununterbrochenen Kühlkette
Zwischen dem Einpacken an der Kassa und dem Verstauen in der Küche vergeht auch bei kurzen Wegen einige Zeit, in der gekühlte Ware der Hitze auf der Straße ausgesetzt ist. „Alle Lebensmittel, die ich gekühlt einkaufe, sollten auch gekühlt per Kühltasche nach Hause transportiert werden“, bringt es Homolka auf den Punkt.
„Eine Kühltasche mit kalten Kühlakkus hilft, die Kühlkette auch auf den letzten Metern intakt zu halten. So bleiben die Lebensmittel in heißen Zeiten möglichst lange frisch und haltbar“, erklärt die Ernährungswissenschafterin. Auch wenn Lebensmittel bei der Ankunft zuhause nicht unmittelbar schlecht sind, verderben sie rascher, sobald die Kühlkette unterbrochen wurde.
In der Wohnung setzt sich diese Entwicklung fort, weil sich Bakterien bei warmen Temperaturen sehr wohlfühlen und dadurch auch Brot oder Obst in der Obstschale schneller verderben. Zur Küchenhygiene im Sommer gehört deshalb, den Kühlschrank auch für jene Lebensmittel zu nutzen, die sonst ungekühlt gelagert werden, etwa Brot, Gurken, Paradeiser oder Obst.
Kleiner Vorrat und häufigere Reinigung senken die Abfälle
Ein bewusster Einkauf begrenzt die Menge, die überhaupt verderben kann. Leicht verderbliche Lebensmittel werden im Sommer besser in kleinen Mengen bevorratet und bei Bedarf frisch nachgekauft, was unnötige Lebensmittelabfälle reduziert.
Ebenso wirkt sich der Umgang mit Abfällen und Reinigungsmaterial auf die Küchenhygiene aus. Küchenabfälle verderben an heißen Tagen schneller, weshalb Biomüll und Restmüll öfter entsorgt werden sollten als sonst, und Reinigungstücher werden zwischendurch gut ausgewrungen, öfter gewechselt und in der Waschmaschine gewaschen, weil sich die Bakterien auch dort an warmen Tagen rascher vermehren.
Regelmäßig gereinigte Lagerorte runden die Küchenhygiene ab. Ist doch einmal ein Brot in der Brotdose oder Gemüse im Kühlschrank schimmlig geworden, empfiehlt DIE UMWELTBERATUNG die Reinigung mit etwas Essig und warmem Wasser, damit nicht weitere Lebensmittel frühzeitig verderben.


