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Lenzing steigert Free Cashflow und kehrt in Gewinnzone zurück

18.05.2026

Die Lenzing Gruppe hat im ersten Quartal 2026 nach drei negativen Quartalen im Jahr 2025 wieder ein positives Ergebnis nach Steuern erzielt. Der Free Cashflow stieg durch disziplinierte Preis-, Kosten- und Working-Capital-Steuerung auf EUR 33,8 Mio., nach EUR 14,8 Mio. im Vorjahresquartal.

Das Vorstandsteam der Lenzing AG: Dr. Georg Kasperkovitz (Chief Operations Officer), Mag. Mathias Breuer (Chief Financial Officer), DI Christian Skilich, MBA, LL.M. (Chief Pulp and Chief Technology Officer). | Foto: Christian Leopold/Lenzing
Das Vorstandsteam der Lenzing AG: Dr. Georg Kasperkovitz (Chief Operations Officer), Mag. Mathias Breuer (Chief Financial Officer), DI Christian Skilich, MBA, LL.M. (Chief Pulp and Chief Technology Officer). | Foto: Christian Leopold/Lenzing

Das EBITDA erreichte EUR 116,3 Mio., gestützt durch die Umsetzung der Pricing-Strategie und des Performance-Programms. Die Umsatzerlöse lagen mit EUR 615,7 Mio. um 10,8 Prozent unter dem Vorjahresquartal; die Hintergründe dafür liegen in der bewussten Steuerung der Produktionsvolumina sowie in Preis- und Marktentwicklungen.

Ergebnisentwicklung trotz sinkender Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2026 gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,8 Prozent auf EUR 615,7 Mio. zurück. Neben niedrigeren Faserverkaufspreisen und -mengen trugen auch gesunkene Zellstoffpreise zum Rückgang bei. Die geringeren Faserverkaufsmengen spiegeln dabei eine bewusste Steuerung der Produktionsvolumina wider, einschließlich des temporären Herunterfahrens weniger profitabler Produktionslinien – eine Maßnahme, die im Einklang mit der strategischen Ausrichtung auf wertgenerierendes Wachstum steht.

Das EBITDA lag mit EUR 116,3 Mio. unter dem Vorjahreswert von EUR 156,1 Mio.; die EBITDA-Marge sank von 22,6 auf 18,9 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 zeigt sich seit Jahresbeginn jedoch ein klarer Aufwärtstrend. Neben dem Performance-Programm trugen positive Sondereffekte von insgesamt EUR 25,7 Mio. zum EBITDA bei – aus dem Verkauf überschüssiger EU-Emissionszertifikate sowie aus einem Einmaleffekt aus der Erstkonsolidierung der im Februar 2026 erworbenen Mehrheitsbeteiligung an TreeToTextile AB. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug EUR 40,1 Mio. (Vorjahr: EUR 74,3 Mio.), das Ergebnis vor Steuern EUR 22,8 Mio. (Vorjahr: EUR 35,1 Mio.). Das Ergebnis nach Steuern von EUR 24 Mio. wurde durch einen Steuerertrag von EUR 1,2 Mio. begünstigt, der hauptsächlich auf Währungseffekte bei der Umrechnung von Steuerposten zurückgeht.

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Mathias Breuer, CFO der Lenzing Gruppe, kommentierte die Entwicklung: „Im ersten Quartal 2026 haben wir unsere operative Entwicklung weiter stabilisiert und, nach wirtschaftlich schwierigen Vorquartalen, wieder ein positives Ergebnis nach Steuern erzielt. Besonders erfreulich ist die deutliche Verbesserung des Free Cashflow, die zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld sehr volatil. Deshalb setzen wir unsere Transformation mit hoher Disziplin fort, um Lenzing strukturell profitabler und widerstandsfähiger aufzustellen.“

Free Cashflow und Bilanz im Überblick

Der Free Cashflow der Lenzing Gruppe stieg im ersten Quartal 2026 auf EUR 33,8 Mio., nach EUR 14,8 Mio. im Vorjahresquartal. Grundlage war ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit von EUR 94,6 Mio. (Vorjahr: EUR 72,0 Mio.), der durch gezielte Working-Capital-Steuerung und den Abbau von Vorräten gestützt wurde. Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) lagen bei EUR 28,4 Mio. Der Liquiditätsbestand blieb zum 31. März 2026 mit EUR 690,1 Mio. weitgehend unverändert.

Die Bilanzsumme stieg auf EUR 4,65 Mrd., das bereinigte Eigenkapital auf EUR 1,39 Mrd. und die bereinigte Eigenkapitalquote auf 29,9 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung blieb mit EUR 1,36 Mrd. gegenüber dem Jahresende 2025 weitgehend stabil. Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten hielten sich auf erhöhtem Niveau, konnten aber durch interne Einspar- und Effizienzmaßnahmen teilweise abgefedert werden.

Performance-Programm von Lenzing als Basis für strukturelle Profitabilität

Das Performance-Programm der Lenzing Gruppe zielt auf eine Verbesserung des EBITDA und die Generierung von Free Cashflow durch höhere Profitabilität, konsequentes Kostenmanagement und eine gezielte Steuerung des Working Capital ab. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Lenzing damit Einsparungen von über EUR 200 Mio. Parallel werden laufend Maßnahmen zur Optimierung von Struktur-, Prozess- und Personalkosten umgesetzt, ergänzt durch Initiativen zur Energieoptimierung an allen Produktionsstandorten.

Auf der Vertriebsseite wurden neue Kunden für Schlüsselprodukte gewonnen und neue Märkte erschlossen, während sich das Unternehmen verstärkt auf margenstarke Segmente konzentriert. Mit der Mehrheitsübernahme von TreeToTextile AB im Februar 2026 treibt Lenzing zudem die Premiumisierungsstrategie voran und baut die Position im Markt für Spezialfasern der nächsten Generation weiter aus.

Ausblick bleibt durch geopolitische Unsicherheiten geprägt

Das makroökonomische Umfeld bleibt für die Lenzing Gruppe herausfordernd. Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für 2026 auf 3,1 Prozent gesenkt; für 2027 bleibt sie vorerst bei 3,2 Prozent. Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise sowie Unsicherheiten durch den Nahostkonflikt – der ab dem zweiten Quartal zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen beiträgt – belasten das Umfeld zusätzlich. Neue globale Krisen könnten Konsumklima und Kaufneigung weiter dämpfen.

Vor diesem Hintergrund ist eine verlässliche Prognose für das Geschäftsjahr 2026 aus heutiger Sicht weiterhin nicht möglich. Lenzing wird das Performance-Programm konsequent fortführen, um zusätzliche Kostenpotenziale zu heben und die Umsatz- sowie Margengenerierung weiter zu verbessern.

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