Das 22. Life Science Meeting am IMC Krems brachte von 21. bis 23. April 2026 Forschende, Industrievertreterinnen und -vertreter sowie Studierende zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Biomedizin zu diskutieren. Schwerpunkte bildeten die gezielte Verabreichung innovativer Therapien sowie OMICS-Technologien als Grundlage personalisierter Behandlungsansätze.

Begleitet wurde die Veranstaltung von einem PhD-Tag, der in Kooperation mit der Universität für Weiterbildung Krems und der Medizinischen Universität Wien durchgeführt wurde. Doktorandinnen und Doktoranden präsentierten ihre Forschungsprojekte und standen Studierenden in einer Diskussionsrunde zu Fragen rund um Herausforderungen und Alltag in der Wissenschaft Rede und Antwort.
Nanopartikuläre Systeme als Schlüssel für zielgerichtete Biomedizin
Fortschritte bei RNA-basierten Therapien, Geneditierung mittels CRISPR, CAR-T-Zelltechnologien und Stammzellforschung haben in den vergangenen Jahren zu erheblichen Durchbrüchen in der Krebsforschung geführt. Parallel dazu rückt die Frage, wie diese Therapien effizient und präzise an ihren Wirkort gelangen, zunehmend in den Vordergrund der biomedizinischen Forschung.
Christoph Metzner, Studiengangsleiter des Master-Studiengangs Medical and Pharmaceutical Biotechnology am IMC Krems, verwies auf die Bedeutung geeigneter Delivery-Strategien: Trotz großer Fortschritte in der Therapieentwicklung bleibe deren effiziente und zielgerichtete Verabreichung eine der größten Herausforderungen. Nicht-virale, nanopartikuläre Systeme wie extrazelluläre Vesikel und Lipidnanopartikel bieten dabei vielversprechende Ansätze, um Wirkstoffe präzise an erkrankte Gewebe zu bringen und Nebenwirkungen zu reduzieren.
Eine zentrale Rolle im Programm spielten auch OMICS-Technologien, die tiefgreifende Einblicke in biologische Systeme ermöglichen und als Grundlage für datengetriebene, personalisierte Therapieansätze dienen. Der berufsbegleitende Master-Studiengang OMICS Technologies and Data Science in Biomedicine am IMC Krems, geleitet von Andreas Lackner, knüpft an diese Inhalte an und verbindet die Expertise von IMC-Lehrenden und -Forschenden mit dem Pharma- und Biotech-Netzwerk des IMC-Forschungsinstituts Krems Bioanalytics.
Keynotes und internationale Vortragende
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf internationaler Expertise. Jan Lötvall, Professor an der University of Gothenburg, hielt eine Keynote über das therapeutische Potenzial extrazellulärer Vesikel – von der regenerativen Medizin bis zur Tumortherapie – und deren Einsatz für RNA-basierte Behandlungsansätze. Insgesamt 13 Vertreterinnen und Vertreter internationaler Universitäten sowie zahlreiche Unternehmensvertreterinnen und -vertreter präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse und boten den Teilnehmenden Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur internationalen Vernetzung.
Zwei weitere Mitglieder der UP University – eines Netzwerks von 11 europäischen Hochschulen – waren ebenfalls vertreten: Susanna Bodoy von der University of Vic (Central University of Catalonia) in Spanien sprach über Aminosäuretransport und Hämatopoese, Elia Bari von der University of Piemonte Orientale in Novara, Italien, über Seidenfibroin-Nanopartikel als biomedizinische Plattform.
Alumni als Verbindung zwischen Hochschule und Biomedizin-Praxis
Die Einbindung von Absolventinnen und Absolventen des IMC Krems stellte einen weiteren Programmschwerpunkt dar. Alumni, die heute in der internationalen Biotechnologie- und Pharmaindustrie tätig sind, kehrten als Vortragende oder Teilnehmende zurück und vermittelten aktuelle Karrierewege sowie Einblicke in die Praxis. Theresa Auer, Head of Compliance and Inspections und Deputy Head of Quality Assurance bei Octapharma, steht dabei exemplarisch für den Übergang von der praxisnahen Hochschulausbildung am IMC Krems in internationale Industriekarrieren.
Darüber hinaus unterstrich das Life Science Meeting 2026 die Bedeutung internationaler Hochschulpartnerschaften. Der Ausbau von Kooperationen mit internationalen Universitäten durch Austauschprogramme und Double-Degree-Angebote schafft zusätzliche Perspektiven für Studierende und Forschende. „Das diesjährige Life Science Meeting am IMC Krems zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch sich die biomedizinische Forschung weiterentwickelt, insbesondere im Spannungsfeld zwischen innovativen Therapien und deren Anwendung. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung Jahr für Jahr eine zentrale Plattform für internationalen Austausch, neue Kooperationen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, resümiert Harald Hundsberger, Leiter des Instituts Biotechnologie und Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Medical and Pharmaceutical Biotechnology am IMC Krems.
„Mit der erfolgreichen Durchführung des Life Science Meetings 2026 festigt das IMC Krems seine Rolle als international vernetzter Hochschulstandort und als wichtiger Impulsgeber für die Zukunft der Biotechnologie“, bekräftigt Ulrike Prommer, Vorsitzende der Hochschulleitung und Geschäftsführerin des IMC Krems.


