Die 67. Internationale Maschinenbaumesse MSV öffnet von 6. bis 9. Oktober 2026 auf dem Messegelände Brünn und bringt 1.379 ausstellende Unternehmen aus 39 Ländern zusammen. Das Ausstellungsspektrum reicht von der spanenden Fertigung bis zu humanoiden Robotern, mit denen Besucher direkt umgehen können.

Getragen wird die Maschinenbaumesse von fünf spezialisierten Fachmessen, zwei Vortragsbühnen und einem Konferenzprogramm, dazu kommen Gemeinschaftsstände aus Europa und Asien sowie Wirtschaftsdelegationen aus aller Welt. Den Innovationswettbewerb der Messe vergibt der Veranstalter heuer zum 60. Mal und nach einem überarbeiteten Konzept.
Humanoide Roboter und digitale Zwillinge im praktischen Einsatz
Die Digitale Fabrik 2.0 bildet den Ausstellungsbereich für Digitalisierung. Goldpartner ist das Nationale Zentrum Industrie 4.0, das gemeinsam mit seinen Partnern eine Fläche unter dem Motto „United by Innovation“ gestaltet und dort Technologien und Dienstleistungen zeigt, die Menschen mit Robotern, künstlicher Intelligenz und Daten verbinden.
Zu sehen sind die Zusammenarbeit zwischen Mensch und humanoidem Roboter, digitale Zwillinge einzelner Maschinen wie ganzer Unternehmen, das industrielle Metaverse, 5G-Kommunikation sowie Technologien für industrielle künstliche Intelligenz. Roboter können dabei körperlich anstrengende oder repetitive Tätigkeiten übernehmen, künstliche Intelligenz kann Entscheidungen auf Basis großer Datenmengen unterstützen, und digitale Zwillinge ermöglichen es, bestimmte Situationen zunächst sicher in einer virtuellen Umgebung zu testen. Für ein breiteres Publikum kommen das neueste Modell Škoda Auto Peaq, ein Massageroboter, intelligente Brillen für Übersetzungen sowie die Live-Demonstration eines Feuerwehreinsatzes mit autonomen Roboterhunden und Drohnen für Inspektionen in gefährlichen Umgebungen hinzu.
In Halle P kehrt die Gemeinschaftsausstellung ROBOTY zurück, in der sich mehrere internationale Hersteller aus Robotik und Automatisierung präsentieren. Gezeigt werden automatisierte Bearbeitungszellen, Greiftechnologien und Möglichkeiten der Fernwartung mithilfe intelligenter Brillen. Nach einem Basketball-Duell im Vorjahr fordert FANUC die Besucher heuer beim Strategiespiel Nim heraus.
Die humanoide Robotik ist auf beiden Flächen vertreten. Sentio Robotix bringt einen Humanoiden in die ROBOTY-Ausstellung, mit dem Besucher direkt interagieren können und der ihnen bei der Orientierung innerhalb der Ausstellung helfen soll. Im Bereich United by Innovation zeigen Experten des Interdisziplinären Zentrums für humanoide Robotik am CIIRC der Tschechischen Technischen Universität Prag konkrete Einsatzmöglichkeiten, wobei es nicht um eine ferne Zukunftsvision geht, sondern um Anwendungen, in denen Humanoide bereits sinnvoll eingesetzt werden können.
Vertieft werden diese Themen im Vortragsprogramm. Die Digi Stage in der Digitalen Fabrik 2.0 bietet Case Studies und Diskussionen zu Cybersicherheit in der Industrie, zur Integration von Robotern in die Produktion und zur Zukunft der Automatisierung. Am dritten Messetag widmet sich das eintägige ROBO MEET UP den Robotern im Maschinenbau und behandelt Wettbewerbsfähigkeit, automatisierte Produktion, Flexibilität, Schweißen, künstliche Intelligenz sowie konkrete Anwendungen und deren Rentabilität.
Fünf Fachmessen bündeln Kunststofftechnik und Zerspanung
Den Kern der thematischen Breite bildet der Verbund der Maschinenbaumesse mit fünf spezialisierten Fachmessen. IMT, PLASTEX, WELDING, FOND-EX und PROFINTECH ergänzen die Ausstellung um Zerspanung und Umformtechnik, Schweißen, Gießereitechnik, Kunststoffe und Oberflächentechnik und verknüpfen diese Bereiche mit Automatisierung, Robotik, Digitalisierung und Logistik.
„Diese Vielfalt zeigt, was die moderne Industrie ausmacht: Einzelne Technologien stehen nicht mehr für sich allein. Maschinen werden mit Robotern, Software und Daten vernetzt, Produktion mit Energietechnik und Logistik mit Automatisierung. Die MSV bietet die Möglichkeit, diese gesamte Kette innerhalb von vier Tagen an einem Ort zu erleben“, sagt Michalis Busios, Direktor der Internationalen Maschinenbaumesse.
Wer technische Daten einer Maschine sucht, findet sie heute binnen Minuten im Netz. Auf der Maschinenbaumesse lassen sich die Technologien dagegen im Einsatz beobachten, mehrere Lösungen nebeneinander vergleichen und Anwendungsfragen direkt mit den verantwortlichen Fachleuten klären. Dafür steht der Leitgedanke „Technologien live, Business persönlich“. Die Aussteller führen das an konkreten Aufgaben vor und zeigen beispielsweise, wie eine Inventur ohne Unterbrechung der Produktion durchgeführt werden kann, wie sich ein neues Produkt innerhalb weniger Minuten ohne Programmierer und ohne Kenntnisse von Robotersprachen lackieren lässt und wie auf ein und derselben Maschine sowohl ein Rohr für einen Scooter als auch eines für einen Mähdrescher gefertigt werden kann.
Diesen Praxisbezug greift die neue Technology Stage in Halle P auf. Sie bringt Technologiehersteller, deren Kunden, Forschungsorganisationen und Bildungseinrichtungen zusammen und behandelt statt isolierter Präsentationen konkrete technologische Herausforderungen, Erfahrungen mit deren Lösung und die Anforderungen der industriellen Praxis.
Goldmedaille der Maschinenbaumesse bewertet auch Marktreife und Nutzen
Die Goldmedaille der Maschinenbaumesse wird heuer zum 60. Mal und mit einem modernisierten Konzept vergeben. Der Wettbewerb umfasst drei Kategorien, in denen neben dem technischen Niveau auch die Marktreife einer Lösung, ihre Wirtschaftlichkeit, ihr Geschäftspotenzial sowie ihr ökologischer oder gesellschaftlicher Nutzen berücksichtigt werden.
Ausgezeichnet werden Innovationen in der Industrie, ein Exponat der Technologiemessen und ein herausragendes Hochschulprojekt. Hinzu kommen Sonderpreise für eine Frau in der Industrie, für eine Persönlichkeit des tschechischen Maschinenbaus sowie der Preis der Messegesellschaft Veletrhy Brno.
In Zusammenarbeit mit dem Design Centrum CzechTrade werden erneut Preise für Industriedesign verliehen. Am Eröffnungstag werden zudem die Ergebnisse des Wettbewerbs Manager des Jahres bekannt gegeben, der Industrie, Unternehmertum und Management miteinander verbindet.
Delegationen aus aller Welt und ISTMA Europe kommen nach Brünn
Die internationale Beteiligung an der Maschinenbaumesse reicht über die Ausstellungsflächen hinaus. Neben der tschechischen Nationalausstellung sind das Baskenland, Brescia, China, Frankreich, Indien, Japan, Korea, Ungarn, Polen, Österreich, die Slowakei, die Türkei und die Ukraine mit nationalen oder regionalen Gemeinschaftsständen vertreten. Dazu kommen offizielle Auslandsbeteiligungen, Wirtschaftsdelegationen und Branchenorganisationen aus aller Welt.
Erstmals in der Tschechischen Republik tagt ISTMA Europe im Rahmen der Messe. Die Organisation, die europäische Werkzeug- und Formenbauer vertritt, diskutiert in Brünn unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, moderne Fertigungstechnologien und den Schutz europäischen Know-hows.
Das Konferenzprogramm beginnt am ersten Messetag mit der Versammlung des Industrie- und Verkehrsverbandes der Tschechischen Republik. Am zweiten Messetag folgt der Management-Summit DefenCEO zu Aufträgen in der Verteidigungsindustrie, am dritten das Forum Additive Fertigung. Ergänzend stehen Fachseminare zu Exportmöglichkeiten nach Indien und Deutschland sowie ein umfangreiches Begleitprogramm der tschechischen Nationalausstellung auf dem Programm.
Für die Geschäftsanbahnung steht die Matchmaking-Plattform Kontakt-Kontrakt bereit, über die Aussteller und Besucher ihre B2B-Gespräche mit tschechischen und internationalen Partnern bereits im Voraus planen können. Erweitert wurde heuer die Ausgabe der Besucher-Badges, die zu Hause oder an Stationen auf dem Messegelände ausgedruckt werden können und über einen QR-Code das Speichern von Kontaktdaten auf dem Smartphone ermöglichen.
„In der Industrie entstehen viele wichtige Geschäftsentscheidungen nicht in einem einzigen Gespräch. Sie basieren auf Vertrauen, langfristigen Beziehungen und der Fähigkeit, einen Partner zu finden, der eine Lösung für die konkreten Anforderungen eines Unternehmens bieten kann. Genau darin liegt die Stärke der MSV. Vier Tage lang bringt sie Hersteller, Lieferanten, Fachleute und Kunden aus der gesamten industriellen Wertschöpfungskette an einem Ort zusammen und schafft Raum für neue Kontakte, Projekte und Geschäftsmöglichkeiten“, sagt Jan Kubata, Generaldirektor der Messegesellschaft Veletrhy Brno.



