Messer präsentiert auf der IFAT 2026 in München (Halle A3, Stand 519) Gasetechnologie-Lösungen für die nachhaltige Abwasserbehandlung, industrielle Abluftreinigung und effizientes Energiemanagement. Das Unternehmen liefert nicht nur Sauerstoff, Stickstoff und zurückgewonnenes Kohlendioxid, sondern begleitet Anwender von der Bedarfsanalyse über das Engineering bis zur Optimierung im laufenden Betrieb.

Das Spektrum reicht von bewährten Systemen zur Reinsauerstoff-Einbringung in biologische Klärstufen über kryogene Verfahren zur Abluftreinigung bis zu Lösungen, die Flüssiggaskälte zur Entlastung strombetriebener Kälteanlagen nutzen.
Gasetechnologie von Messer für Kläranlagen: Reinsauerstoff, Ozon und CO₂
Biologische Klärstufen sind temperaturabhängig: Bei Wärme sinkt die Sauerstofflöslichkeit im Wasser, was die Effizienz des Schadstoffabbaus beeinträchtigt. Hinzu kommen Lastspitzen, etwa wenn Papierfabriken oder andere Industriebetriebe in kurzer Zeit große Abwassermengen produzieren. Für solche Situationen bietet Messer unter der Marke BIOX® mehrere technische Lösungen an, die über Begasungsmatten oder Injektoren zusätzlichen Reinsauerstoff in feinen Bläschen in die biologische Klärstufe einbringen. Die verbesserte Sauerstoffversorgung steigert die Leistungsfähigkeit der Bakterien, während Durchlaufzeiten, Schaum- und Geruchsbildung zurückgehen. Die Systeme lassen sich auch im laufenden Betrieb installieren.

Für die vierte Reinigungsstufe setzt Messer auf Ozon. Das hochreaktive Gas baut Mikroschadstoffe wie Arzneimittelrückstände rasch ab und verbessert die Abbaubarkeit komplexer Moleküle. Die verbleibenden Reaktionsprodukte sind überwiegend biologisch abbaubar und lassen sich in einer nachgeschalteten Filterstufe leicht entfernen. Das benötigte Ozon wird direkt vor Ort aus Sauerstoff gewonnen; Integration in bestehende Anlagen und Wartungsaufwand sind nach Angaben des Unternehmens unkompliziert. Auch hier reicht das Angebot von der Bedarfsanalyse bis zur Inbetriebnahme.
Alkalische Abwässer, die in vielen Industrieprozessen und besonders in der Bauwirtschaft anfallen, müssen vor der Einleitung auf einen neutralen pH-Wert gebracht werden. Messer nutzt dafür zurückgewonnenes CO₂, das als Nebenprodukt etwa der Wasserstoff- oder Bioethanolproduktion entsteht. Das Unternehmen reinigt, verflüssigt und recycelt das Gas mit speziellen Anlagen. Im Wasser gelöst bildet CO₂ Kohlensäure – eine Alternative zu Mineralsäuren, die weder die Salzfracht des Abwassers erhöht noch Korrosion an Anlagenteilen verursacht.
Abluftreinigung und Energieoptimierung mit Stickstoff und Flüssiggaskälte
Industrielle Prozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie setzen häufig leichtflüchtige organische Verbindungen (VOCs) frei, die Abgasströme stark belasten. Das DuoCondex-Verfahren von Messer leitet das Abgas durch kryogene Kondensatoren, die mit tiefkaltem, gasförmigem Stickstoff gekühlt werden. Die extreme Kälte verflüssigt die Schadstoffe an den Innenwänden, sodass sie gezielt abgetrennt und fachgerecht entsorgt werden können. Rückgewonnene Lösemittel lassen sich in den Produktionsprozess zurückführen. Das Verfahren erfüllt nach Unternehmensangaben zuverlässig geltende Vorschriften zur Luftreinhaltung.

Flüssiggase wie Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid oder Argon werden tiefkalt ausgeliefert und müssen vor dem Einsatz verdampft werden – die dabei freiwerdende Kälteenergie bleibt in der Regel ungenutzt. Der EcoVap-Verdampfer von Messer integriert sich in die Rücklaufleitung einer Kälteanlage und überträgt die Flüssiggaskälte direkt in das umlaufende Kühlmittel. Das entlastet strombetriebene Kälteanlagen, senkt den Energieverbrauch und reduziert indirekte Treibhausgasemissionen. Zudem entfällt die Eis- und Nebelbildung an Luftverdampfern. Auf Wunsch installiert Messer Pilotanlagen, die die Vorteile der jeweiligen Lösung unter realen Betriebsbedingungen zeigen.


