An der Benzstraße 1-3 in Bad Homburg v. d. Höhe hat das DECHEMA-Forschungsinstitut (DFI) am 17. Juni 2026 seinen neuen Standort eröffnet. Der Bezug der neuen Labor- und Büroräume schließt den Umzug vom bisherigen Frankfurter Sitz ab.

Die neuen Labore bieten Platz für die Schwerpunkte des Instituts in Wasserstofftechnologien, Elektrochemie, Hochleistungswerkstoffen und Energiespeicherung. Damit will das DFI interdisziplinäre Forschung und den Technologietransfer an einem Standort zusammenführen.
Schwerpunkte des DFI zwischen Verfahrenstechnik und Werkstoffforschung
Der inhaltliche Schwerpunkt des DFI liegt an der Schnittstelle von Chemischer Verfahrenstechnik und Materialforschung. Nach Angaben des Instituts ist diese Ausrichtung in der deutschen Forschungslandschaft in dieser Form einzigartig. Welche Bandbreite die Themen umfassen, zeigten zur Eröffnung sieben wissenschaftliche Impulsvorträge: Sie reichten von Materiallösungen für thermische Energiespeichersysteme über Hochtemperaturleichtbau für Flugtriebwerke und Legierungen für Fusionsreaktoren bis zu Wasserstofftechnologien, technischer Elektrosynthese und elektrochemischer Rohstoffrückgewinnung.
Mathias Galetz, Stiftungsvorstand des DECHEMA-Forschungsinstituts, verband die Eröffnung mit dem Ausbau der Zusammenarbeit: „Der heutige Tag ist ein Aufbruch, für unser Institut und für die angewandte Forschung in Hessen. Mit den neuen Laboren in Bad Homburg und dank der finanziellen Unterstützung durch das Land können wir Forschung noch effizienter gestalten und unsere Kooperationen mit Hochschulen und Industriepartnern weiter ausbauen. Unsere Themen, von Wasserstoff über Elektrochemie bis zur Werkstoffentwicklung und deren Korrosionsschutz, sind zentral für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“ Die neuen Räumlichkeiten an der Benzstraße bieten dafür modernste Infrastruktur für interdisziplinäre Forschung und Technologietransfer.
Land Hessen trägt die Betriebskosten mit jährlichem Zuschuss
Den laufenden Betrieb unterstützt das Land Hessen mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori ordnete die Förderung bei der Eröffnung strategisch ein: „Mit dem neuen Standort in Bad Homburg und dem Betriebskostenzuschuss des Landes Hessen von jährlich 1,5 Millionen Euro investieren wir gezielt in Hessens Innovationskraft. Das DECHEMA-Forschungsinstitut steht für anwendungsnahe Forschung und Transfer, der unsere Industrie zukunftsfähig macht, von nachhaltigen Produktionsprozessen über neue Werkstoffe bis hin zu Schlüsseltechnologien für die Energiewende. Davon profitieren Wissenschaft, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft in Hessen.“
Die Förderung ist auf den laufenden Betrieb ausgerichtet und flankiert den Umzug an die Benzstraße. Nach Darstellung des Instituts ist der Standortwechsel sowohl für das Institut als auch für den Forschungsstandort Hessen von erheblicher Bedeutung.
Industrie und Stadt würdigen die Zusammenarbeit mit dem DFI
Rund 150 Gäste aus Wissenschaft, Industrie und Politik verfolgten die Eröffnungsfeier, die Impulsvorträge, Laborführungen und ein Get-together verband und den persönlichen Austausch zwischen Forschern und Partnern ermöglichte. Aus der Industrie hoben Hans-Joachim Kohnke, Geschäftsführer der Gaskatel GmbH, und Thomas Wurzel, Chief Technology Officer von Air Liquide, in ihren Redebeiträgen die enge Zusammenarbeit mit dem DFI und die hohe Praxisrelevanz der Forschungsergebnisse hervor.
Für die Stadt übermittelte Stadtrat Tobias Ottavani die Glückwünsche von Bad Homburg und betonte die Bedeutung des Instituts als Arbeitgeber und Innovationsmotor für die Region. Das DFI ist eine gemeinnützige Forschungsinstitution und als Teil der Zuse-Gemeinschaft ein Innovationspartner für den Mittelstand, der neben innovationsorientierter Grundlagenforschung auf zielgerichteten Technologietransfer durch industrielle Gemeinschafts- und Verbundforschung sowie bilaterale Industrieforschung setzt. Am Standort Bad Homburg v. d. Höhe beschäftigt das Institut rund 70 Mitarbeiter und realisiert mehr als 100 Forschungsprojekte sowie über 40 Weiterbildungskurse pro Jahr.


