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OFI feiert 80 Jahre und stellt sich strategisch neu auf

03.07.2026

Das OFI hat sein 80-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Wiener Arsenal begangen und dabei zugleich eine personelle und strukturelle Neuausrichtung angekündigt. Rund 250 geladene Gäste verfolgten am 18. Juni 2026, wie das Institut den Wechsel an der Vereinsspitze, eine neue Cluster-Organisation und den Ausbau seines Prüfangebots vorstellte.

80 Jahre OFI. v.l.n.r.: Udo Pappler, Hubert Culik, Michael Balak, Thomas Eck. | Foto: OFI
80 Jahre OFI. v.l.n.r.: Udo Pappler, Hubert Culik, Michael Balak, Thomas Eck. | Foto: OFI

Mit DDr. Thomas Eck steht künftig ein Fachmann für Verpackung und Recycling an der Spitze des Vereins, während mit der Eingliederung des Österreichischen Instituts für Verpackungswesen zum 1. Juli 2026 ein ganzes Tätigkeitsfeld hinzukommt. Beide Schritte verbindet der Anspruch, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stärker im Leistungsspektrum zu verankern.

Neuer OFI-Präsident leitet Umbau der Vereinsstruktur ein

An der Spitze des Vereins hat ein Wechsel stattgefunden. Nach 14 Jahren als Präsident verabschiedete sich Prof. Hubert Culik bei der Jubiläumsfeier und übergab das Amt an DDr. Thomas Eck. Eck ist Doktor der Technischen Chemie und der Volkswirtschaftslehre und als Vorstand der ARA Altstoff Recycling Austria AG mit den Bereichen Verpackung und Recycling vertraut.

Mit der neuen Präsidentschaft beginnt zugleich eine Modernisierung der Vereinsstruktur. Statt der bisherigen Sektionen gliedert sich der Verein künftig in Innovations-Cluster, die jeweils von einem Vereinsmitglied geleitet werden und ihren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation legen. Die Geschäftsführer Udo Pappler und Michael Balak, die gemeinsam mit Culik durch den Abend führten, ordneten den Wandel in die aktuellen Geschäftsfelder ein, in denen sich Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung als roter Faden durch Materialanalyse, Bauwerkssanierung und Forschung ziehen.

OFI 80 Jahre v.l.n.r. Michael Balak, Kerstin Sochor, Clemens Holzer. | Foto: OFI
OFI feiert 80 Jahre, v.l.n.r. Michael Balak, Kerstin Sochor, Clemens Holzer. | Foto: OFI

Eck verbindet mit dem Amt einen klaren Gestaltungsanspruch. „Die Industrie in Österreich und Europa steht aktuell vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie die Chance, neue Wege zu gehen. Als OFI bringen wir uns mit Innovationskraft, dem Fokus auf unsere Stärken und die Erschließung neuer Geschäftsfelder gezielt ein, um die Transformation aktiv mitzugestalten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den engagierten und kompetenten Mitarbeiter:innen des OFI, mit dem Vorstand und der Geschäftsführung und darauf, gemeinsam die Erfolgsgeschichte der vergangenen 80 Jahre fortzusetzen.“

Eingegliedertes Verpackungsinstitut erweitert das OFI-Prüfportfolio

Seit 1. Juli 2026 ist das Österreichische Institut für Verpackungswesen (ÖIV) in das OFI eingegliedert. Mit dem bisherigen ÖIV-Leiter Michael Auer und seinem Team baut das Institut den Bereich Verpackung, Recycling und Gefahrgut aus, sodass künftig alle Arten von Verpackungsmaterialien geprüft werden können und ein erfahrener Experte für Gefahrgutverpackung hinzukommt.

Der Ausbau trifft auf einen Markt, der durch EU-weite Vorgaben unter Anpassungsdruck steht. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR betrifft neben dem Lebensmittel- auch den Pharmabereich, und die neue EU-Trinkwasserverordnung DWD stellt zusätzliche Anforderungen an den europäischen Markt. Als akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle kann das OFI Unternehmen bei diesen Fragen begleiten.

Acht Jahrzehnte zwischen Produktprüfung und Forschung

Den Anstoß zur Gründung gab 1946 der Fachverband der chemischen Industrie, der das „Chemische Forschungsinstitut der Wirtschaft Österreichs (CFI)“ ins Leben rief, um den Aufbau der heimischen Industrie zu unterstützen und kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu Forschung zu verschaffen. Produktprüfungen und die Beurteilung der Qualität prägten die Arbeit von Beginn an. 1984 folgte die Umbenennung in „Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI)“, und seit 1954 gehört das Institut dem Forschungsnetzwerk Austrian Cooperative Research (ACR) an, das vor allem KMU und Start-ups ohne eigene Forschungseinrichtungen unterstützt.

Anlässlich des Jubiläums lud das OFI am 18. Juni 2026 rund 250 Wegbegleiter, Kunden und Freunde in das Objekt 213 im Wiener Arsenal. Das Programm widmete sich vor allem den Themen Zukunft und Nachhaltigkeit und umfasste exklusive Hausführungen, die an vier Stationen Einblicke in Gaschromatografie, Sensorikprüfung, Mikrobiologie und Umweltsimulation boten.

Hausführung, Elisabeth Mertl. | Foto: OFI
Hausführung, Elisabeth Mertl. | Foto: OFI

Präsentiert wurde zudem ein neues, rund 90 Sekunden langes Imagevideo, das gemeinsam mit Martin Fehrer vom Chrome Dreams Studio entstand und die Arbeit des Instituts mit eigenen Mitarbeitern zeigt. Bei Kaiserschmarrn, Eis und kühlen Getränken klang die Feier in den Abendstunden aus. Heute begleitet das OFI mit rund 120 Mitarbeitern die Produktentwicklung von Werkstoffen für Fahrzeuge, Verpackungen und das Bauwesen, begutachtet Bauwerke und plant deren Sanierung.

Prof. Hubert Culik blickte in seiner Eröffnungsrede auf die Geschichte des Instituts zurück. „Ich gratuliere dem OFI von Herzen, und ich tue es mit Stolz, Dankbarkeit und unerschütterlichem Vertrauen in die Zukunft.“ Geschäftsführer Udo Pappler zog zum Abschluss ein Resümee des Abends. „Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Besucher:innen unserer 80-Jahr-Feier und über eine tolle gemeinsame Zeit mit geschätzten Kund:innen und Freund:innen des OFI. Wo uns die nächsten 80 Jahre hinführen werden ist ungewiss, aber wir werden den Weg gemeinsam gehen! Ganz nach unserem Motto: Fortschritt in guten Händen!“

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