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Prozessindustrie im Dialog beim Endress+Hauser Global Forum

02.06.2026

Kunden aus der Prozessindustrie und Spezialisten von Endress+Hauser begegneten sich beim Endress+Hauser Global Forum 2026 auf Augenhöhe – an zwei Ausstellungstagen zu neuer Messtechnik, Digitallösungen und Entwicklungsprojekten in der Entstehungsphase. Die Ausstellung gliederte sich in drei Bereiche: branchenspezifische Lösungen, aktuelle Produktneuheiten sowie Entwicklungen, die noch nicht marktreif sind.

Der Ausstellungsbereich am Endress+Hauser Global Forum deckt alle sieben Kernbranchen des Unternehmens ab.  | Foto: Endress+Hauser
Der Ausstellungsbereich am Endress+Hauser Global Forum deckt alle sieben Kernbranchen des Unternehmens ab. | Foto: Endress+Hauser

Der Austausch hatte konkrete Auswirkungen auf beiden Seiten: Kunden identifizierten neue Technologien für ihre Anlagen, während Rückmeldungen aus dem Innovationsbereich direkt in Testanfragen und Projektideen mündeten.

FLOWSIC610 und Teqwave H als Neuheiten für die Prozessindustrie

Das FLOWSIC610, ein Ultraschall-Durchflussmessgerät von Endress+Hauser, war eines der meistbeachteten Exponate des Endress+Hauser Global Forum 2026. Das Gerät wurde für die eichpflichtige Messung und die Reinheitsbestimmung von Wasserstoff entwickelt und arbeitet auf Basis von Laufzeitmessung und Hochleistungs-Messumformern.

Ebenfalls im Forschungs- und Entwicklungsbereich vorgestellt wurde der Teqwave H, ein System für hygienische Anwendungen und große Nennweiten in der Getränkeindustrie. Dr. Wolfgang Drahm, Geschäftsführer von Endress+Hauser Flow Deutschland, erläuterte das Funktionsprinzip: „Das System misst online mit Ultraschalltechnologie die Konzentration verschiedenster Flüssigkeiten – zum Beispiel den Zuckergehalt in Säften.“ Durch die Echtzeitüberwachung der Produktqualität lässt sich der Ausschuss in der Produktion reduzieren. Neben diesen Geräten wurden im Innovationsbereich das digitale Kalibrierzertifikat, softwaредefinierte Automatisierung, ein standardisierter Digitaler Zwilling sowie ein auf einem Large Language Model basierender Assistent für die Instandhaltung präsentiert. Das digitale Kalibrierzertifikat kann durch die Reduktion manuellen Aufwands bis zu 45 Minuten pro Kalibriervorgang einsparen.

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Die Ausstellung war voll mit technologischen Neuheiten wie dem FLOWSIC610 (links). Das Ultraschallgerät wurde für die eichpflichtige Messung sowie die Reinheitsbestimmung von Wasserstoff entwickelt. | Foto: Endress+Hauser
Die Ausstellung war voll mit technologischen Neuheiten wie dem FLOWSIC610 (links). Das Ultraschallgerät wurde für die eichpflichtige Messung sowie die Reinheitsbestimmung von Wasserstoff entwickelt. | Foto: Endress+Hauser

Schwallrohr-Messung und RFID-Tags aus dem Innovationsbereich

Ein weiterer Schwerpunkt des Innovationsbereichs war ein neues Verfahren zur Füllstandmessung in Tanks mit bewegten Medien. Daniel Hoy, Produktmanager bei Endress+Hauser Level+Pressure, beschrieb die bisherige Herausforderung: Schwallrohre in Tanks stabilisieren die Messung mit Radarsensoren, doch der Rohrdurchmesser kann sich über die Länge des Rohres verändern und die Messgenauigkeit beeinflussen. „Wir haben nun einen neuen patentierten Ansatz entwickelt, bei der der Radarsensor den tatsächlichen Rohrdurchmesser selbständig misst und sich dann einstellt“, sagte Hoy. Die Funktion soll in die nächste Gerätegeneration integriert werden, mit dem Ziel, Installationszeit und Wartungsaufwand zu reduzieren.

Der Kundendialog zu diesem Thema war besonders ergiebig. „Unsere Kunden waren von der Schwallrohr-Messung nicht nur sehr angetan, sondern hatten Ideen, wie wir mit dieser Technologie weiteren Nutzen schaffen können“, berichtete Hoy. Zu den weiteren Themen im Innovationsbereich gehörten auch kleinere, praxisnahe Lösungen: RFID-Tags ermöglichen die berührungslose Identifikation von Messgeräten – auch in rauen Umgebungen oder bei unleserlichen Typenschildern.

Branchenübergreifender Dialog beim Endress+Hauser Global Forum

Die Ausstellung deckte alle sieben Kernbranchen von Endress+Hauser ab. Klaus Köhler, Global Industry Manager Life Sciences bei Endress+Hauser, erläuterte den Aufbau des Life-Sciences-Bereichs: Außen wurden anhand von Bioreaktoren Lösungen für den Übergang vom Labor- in den Produktionsmaßstab gezeigt, in der Mitte das Einweg-Portfolio sowie Raman-Analysatoren, im Innovationsbereich ein Einweg-Drucksensor, der das Einweg-Portfolio künftig ergänzen soll. Ein Einkäufer aus der Life-Sciences-Industrie erhielt am Forum einen tiefen Einblick in die Raman-Technologie, ein Geschäftsführer aus der Wasser- und Abwasserindustrie in ein System für die Wasseranalyse.

Kunden von Endress+Hauser  konnten mit Experten und Expertinnen des Unternehmens direkt vor Ort Fragen zu den Produkten klären. | Foto: Endress+Hauser
Kunden von Endress+Hauser konnten mit Experten und Expertinnen des Unternehmens direkt vor Ort Fragen zu den Produkten klären. | Foto: Endress+Hauser

Im Bereich Bergbau, Grundstoffe und Metalle stand die Dekarbonisierung im Vordergrund. Christian Capellaro, Strategic Account Manager bei Endress+Hauser, berichtete von Gesprächen über Elektrolichtbogenöfen für das Recycling von Stahlschrott: „Mit unserer Messtechnik können wir verlässlich Leckagen in dieser rauen Umgebung erkennen.“ Jens Hundrieser, regionaler Branchenmanager für die Energiewende bei Endress+Hauser, empfahl einem Kunden mit Problemen durch feuchten Dampf den multivariablen Wirbelzähler Prowirl F 200, der Nassdampf erkennt, warnt und sowohl Masse- als auch Energiestrom korrigiert. Christine Wehrstein-Kuhnen, Produktmanagerin bei Endress+Hauser, bestätigte das Muster des gesamten Austauschs: „Wir sind schnell im Detail, die Kunden haben spezifische Fragen.“ Ein Besucher aus der Stahlindustrie zog nach zwei Ausstellungstagen folgendes Fazit: „Wir haben neue Funktionen und Ansätze ausfindig gemacht, mit denen wir uns künftig intensiver beschäftigen werden.“ Ein Verantwortlicher für Mess- und Regelungstechnik bei einem Stromerzeuger ergänzte: „Das Global Forum war für uns sehr wertvoll, um verschiedene Technologien näher kennenzulernen und zu sehen, wie sie sich in unsere Anlagen integrieren lassen.“ Hans Joachim Fröhlich, Director Technology & Portfolio bei Endress+Hauser, fasste den beidseitigen Nutzen zusammen: „Wir haben ein noch besseres Verständnis dafür bekommen, was unsere Kunden in Zukunft benötigen.“

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