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Richter Pharma steigert Umsatz und verdreifacht Produktion

30.04.2026

Die Richter Pharma AG hat 2025 ihre veterinärmedizinische Produktion am Standort Wels verdreifacht und dabei neue Höchststände bei Umsatz und Belegschaft erreicht. Die Tochtergesellschaft VetViva Richter nahm einen neuen Produktionskomplex mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro in Betrieb.

Mag. pharm. Florian Fritsch (Eigentümer der Richter Pharma AG) und Mag. Roland Huemer (CEO Richter Pharma AG) bei der Wirtschafspressekonferenz. | Foto: Richter Pharma/APA-Fotoservice/Jürgen Grünwald
Mag. pharm. Florian Fritsch (Eigentümer der Richter Pharma AG) und Mag. Roland Huemer (CEO Richter Pharma AG) bei der Wirtschafspressekonferenz. | Foto: Richter Pharma/APA-Fotoservice/Jürgen Grünwald

Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 941 Millionen Euro bei einem EBITDA von 18,2 Millionen Euro und einem EBT von rund 12,5 Millionen Euro. Die Belegschaft wuchs auf 491 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf österreichischen Standorten. Zugleich feiert das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Wels, Oberösterreich, heuer sein 450-Jahr-Jubiläum.

VetViva Richter baut Veterinärmedizin-Kompetenz mit 35-Mio.-Invest aus

Die neue Fertigungsanlage von VetViva Richter erweitert die Kapazitäten im Veterinärbereich grundlegend und baut die Kompetenz bei Schmerzmitteln für Tiere weiter aus. Bis 2030 sollen 1.500 Produktzulassungen erreicht werden – ein nach Unternehmensangaben für die Branche großer Wert. „Mit der Verdreifachung unserer Produktionskapazitäten erhöhen wir die tiermedizinische Versorgungssicherheit und schaffen zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region“, wird Huemer zitiert. Allein durch die neue Produktion sollen bis 2030 170 Arbeitsplätze gesichert werden.

Richter Pharma ist in vier Geschäftsfeldern tätig: der Produktion veterinärmedizinischer Arzneimittel einschließlich steriler Injektionslösungen, der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln für den Humanbereich sowie dem vollsortierten nationalen Pharmahandel für Mensch und Tier. Die strategische Ausrichtung des Konzerns zielt darauf ab, sich zunehmend als Hersteller zu positionieren. „Wir produzieren veterinärmedizinische Arzneimittel. Mit der Herstellung von sterilen Injektionslösungen spielen wir in der ‚Champions League der Arzneimittelproduktion‘. Darüber hinaus erzeugen wir hochwirksame Nahrungsergänzungsmittel für den Humanbereich und sind zusätzlich vollsortierter nationaler Pharmahändler für Mensch und Tier“, wird Huemer zitiert. Im Humanbereich erweitert Richter Pharma zudem die Produktlinie Supamun® sukzessive: Ergänzend zum Flaggschiffprodukt Supamun® Akut befinden sich weitere Spezialnahrungsergänzungsmittel in Entwicklung.

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Versorgungsrisiken bei Humanarzneimitteln und Richter Pharmas Forderungen an die Politik

Neben den Wachstumszahlen benennt Huemer strukturelle Risiken im Marktsegment niedrigpreisiger Humanarzneimittel. „Wir warnen vor der Entwicklung bei niedrigpreisigen Humanarzneimitteln. Denn mangels freier Preiskalkulation wird es für Hersteller, Großhändler und Apotheken immer herausfordernder, hier die Versorgung sicher zu stellen“, wird der CEO zitiert. Als konkrete Lösungsansätze nennt er eine gesetzliche Möglichkeit der Indexanpassung sowie eine Neuregelung der Vergütung für den Pharmagroßhandel. Ohne entsprechende Maßnahmen könnte die zuverlässige und rasche Verfügbarkeit aller Medikamente gefährdet werden.

Auf europäischer Ebene fordert Huemer, dass Europa im Bereich der Human- und Veterinärmedizin Produktionskapazitäten sichern bzw. zurückholen müsse. Dafür brauche es ein enges Zusammenspiel zwischen Politik, Pharmabranche und Leitbetrieben sowie eine langfristig ausgerichtete Life-Sciences-Strategie für Österreich, die den Standort für Forschung und Produktion attraktiver mache. Mit der Pharma Logistik Austria, die heuer ihr 20-jähriges Bestehen feiert, übernimmt Richter Pharma darüber hinaus umfassende Logistikaufgaben für das Gesundheitssystem – darunter die Abwicklung komplexer Aufträge für Spezialkrebsmedikamente internationaler Konzerne.

Digitalisierung und KI als Bestandteil der Unternehmensstrategie

Richter Pharma überprüft nach eigenen Angaben laufend seine Kernprozesse und digitalisiert sie dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll und technisch möglich ist, ergänzt durch Fokusprojekte mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein konkretes Beispiel aus dem Veterinärbereich ist die App eltiga®: Tierhalterinnen und Tierhalter sowie Tierärztinnen und Tierärzte können damit alle medizinischen Daten rund um ein Tier zentral verwalten und jederzeit abrufen. Die App bietet zudem eine Bestellfunktion für Futter und Zubehör direkt beim Tierarzt.

Diese Funktion werde laut Huemer von Tierbesitzern stark genutzt und erleichtere zugleich die Lagerhaltung und Abrechnung in Tierarztpraxen. Der Konzern sieht die digitale Transformation als wesentlichen Erfolgsfaktor, um Effizienz, Stabilität und Kundennutzen im Pharmabereich weiterzuentwickeln.

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