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Rohbau des Recyclingwerks Sort4cycle im Ennshafen steht

01.10.2026

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA), die Bernegger GmbH und Der Grüne Punkt haben gemeinsam mit Mitarbeitern und den beteiligten Baufirmen die Gleichenfeier für Sort4cycle begangen. Rund fünf Monate nach dem Spatenstich ist der Rohbau des Recyclingwerks fertiggestellt, das im Ennshafen direkt neben der Kunststoffsortieranlage TriPlast entsteht.

Rund fünf Monate nach dem Spatenstich steht der Rohbau des neuen Recyclingwerks Sort4cycle im Ennshafen. V.l.n.r.: Denis Völler (Geschäftsführer Der Grüne Punkt/TriPlast), Jürgen Secklehner (Geschäftsführer ARAplus/TriPlast), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger/TriPlast), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Thomas Eck (ARA Vorstand), Johannes Abentung (Generalsekretär BMLUK), Alfred Berger (ARA Aufsichtsratsvorsitzender, NÖM Vorstand), Harald Hauke (ARA Vorstandssprecher). | Foto: ARA
Rund fünf Monate nach dem Spatenstich steht der Rohbau des neuen Recyclingwerks Sort4cycle im Ennshafen. V.l.n.r.: Denis Völler (Geschäftsführer Der Grüne Punkt/TriPlast), Jürgen Secklehner (Geschäftsführer ARAplus/TriPlast), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger/TriPlast), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Thomas Eck (ARA Vorstand), Johannes Abentung (Generalsekretär BMLUK), Alfred Berger (ARA Aufsichtsratsvorsitzender, NÖM Vorstand), Harald Hauke (ARA Vorstandssprecher). | Foto: ARA

Die Anlage soll Kunststofffraktionen, die bisher überwiegend thermisch verwertet wurden, als Rohstoffe nutzbar machen und verbindet dafür ein von der ARA entwickeltes Verfahren mit einer KI-basierten Nachsortierung. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer machte sich bei einer Baustellenbegehung ein Bild vom Baufortschritt.

Sort4cycle verbindet KI-basierte Nachsortierung mit UPCYCLE-Verfahren

Sort4cycle kombiniert zwei technologische Ansätze in einer Anlage. Die KI-basierte Advanced-Scale-Nachsortierung soll aus komplexen Stoffströmen hochreines Material gewinnen und dieses gezielt für das mechanische Recycling vorbereiten. Das von der ARA entwickelte und patentierte UPCYCLE-Verfahren kommt in weiterentwickelter Form zum Einsatz und ermöglicht die stoffliche Nutzung jener Kunststofffraktionen, die aufgrund von Verschmutzung, Materialvielfalt oder Partikelgröße bisher überwiegend thermisch verwertet wurden.

Ausgelegt ist Sort4cycle auf die Verarbeitung von bis zu 41.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr. Harald Hauke, Vorstandssprecher der ARA, bezieht sich auf den fertiggestellten Rohbau: „Beim Spatenstich im April haben wir den Startschuss für Sort4cycle gegeben. Heute sehen wir, wie dieses Projekt Schritt für Schritt Realität wird. Mit der Kombination aus KI-basierter Nachsortierung und dem weiterentwickelten UPCYCLE-Prozess schaffen wir die Grundlage dafür, noch mehr Kunststofffraktionen stofflich zu verwerten und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten.“

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Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft war bei der Gleichenfeier durch Generalsekretär Johannes Abentung vertreten. Er stellt das Vorhaben in den Zusammenhang der europäischen Recyclingziele: „Um die europäischen Recyclingziele zu erreichen, müssen wir die stoffliche Nutzung von Materialien weiter ausbauen. Sort4cycle setzt genau dort an, wo Recycling bisher an Grenzen stößt, und schafft die Voraussetzung dafür, bislang überwiegend thermisch verwertete Kunststofffraktionen wieder als Rohstoffe zu nutzen. Damit stärken wir die Kreislaufwirtschaft und die Rohstoffsicherheit.“

Anlage im Ennshafen nutzt bestehende Stoffströme der Sortieranlage TriPlast

Der Standort direkt neben der bestehenden Sortieranlage TriPlast wurde bewusst gewählt. Auf diese Weise lassen sich vorhandene Stoffströme nutzen und die Aufbereitung von Kunststoffen im Ennshafen weiter ausbauen. TriPlast verarbeitet seit 2024 jährlich bis zu 100.000 Tonnen Material aus dem Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne.

Drohnenaufnahmen der im Bau befindlichen Sort4cycle-Anlage. | Foto: ARA
Drohnenaufnahmen der im Bau befindlichen Sort4cycle-Anlage. | Foto: ARA

Denis Völler, Geschäftsführer von Der Grüne Punkt, verweist auf die bisherige Zusammenarbeit der drei Unternehmen am Standort und auf die Nachfrage nach Rezyklaten: „Mit Sort4cycle setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit von ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt am Standort Ennshafen fort. Die neue Anlage ist ein weiterer wichtiger Baustein, um hochwertige Sekundärrohstoffe für die europäische Kunststoffkreislaufwirtschaft bereitzustellen. Als Produzent anspruchsvoller Kunststoffrezyklate und Lieferant von Sekundärrohstoffen sehen wir täglich den steigenden Bedarf an qualitätsgesicherten Rezyklaten. Gerade angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen braucht es Lösungen, die heute funktionieren und gleichzeitig für die Zukunft skalierbar sind.“

Perspektivisch sollen die in Sort4cycle gewonnenen Kunststofffraktionen auch für hochwertige Anwendungen vorbereitet werden, darunter anspruchsvolle Verpackungsanwendungen wie Lebensmittelverpackungen. Kurt Bernegger, Geschäftsleitung der Bernegger GmbH, sieht die Anlage als Teil der Weiterentwicklung des Standorts: „Eine Gleichenfeier ist traditionell ein besonderer Moment für alle, die an einem Bauprojekt beteiligt sind. Umso mehr freut es uns, heute gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden und den beteiligten Baufirmen diesen wichtigen Baufortschritt zu feiern. Mit Sort4cycle entwickeln wir den Standort im Ennshafen konsequent weiter und schaffen die Voraussetzungen für eine noch effizientere Nutzung wertvoller Rohstoffe.“

Mehr als 20 Green Jobs entstehen in Oberösterreich

Mit der für Mitte 2027 vorgesehenen Inbetriebnahme entstehen in Oberösterreich mehr als 20 qualifizierte Green Jobs. Landeshauptmann Thomas Stelzer bezieht das Projekt auf den Industriestandort: „Oberösterreich ist ein Land der Industrie und der Innovation. Mit Sort4cycle zeigen wir, dass wirtschaftliche Stärke und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.“

Stelzer weiter: „Hier entsteht ein europaweit einzigartiges Projekt, das neue Maßstäbe im Kunststoffrecycling setzen soll: Wertvolle Rohstoffe werden zurückgewonnen, neue Technologien eingesetzt und qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft und zugleich eine Investition in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts. Die Gleichenfeier ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme.“

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