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S-CTH erprobt Pilzzuchtcontainer am Fraunhofer-Campus

14.08.2026

Im Rahmen des „Stuttgart Climate Tech Hub“ (S-CTH) erprobt das Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS gemeinsam mit dem AgTech-Unternehmen Kleinblatt und dem FoodTech-Start-up Fungi Feeds einen zwölf Meter langen Pilzzuchtcontainer. Seit Mitte Juni testen die Partner auf dem Campus, wie sich Speisepilze lokal, ressourcenschonend und wetterunabhängig produzieren lassen.

Seit Juni testet das Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart im Rahmen des »Stuttgart Climate Tech Hub« gemeinsam mit Kleinblatt und Fungi Feeds, wie Lebensmittel künftig lokal, ressourcenschonend und wetterunabhängig produziert werden können. | Foto:  Fraunhofer IAO
Seit Juni testet das Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart im Rahmen des »Stuttgart Climate Tech Hub« gemeinsam mit Kleinblatt und Fungi Feeds, wie Lebensmittel künftig lokal, ressourcenschonend und wetterunabhängig produziert werden können. | Foto: Fraunhofer IAO

Der Container erweitert die Produktionskapazitäten für die regionale Versorgung und die bundesweite Vermarktung. Für den S-CTH kommen mit Kleinblatt und Fungi Feeds zwei Technologiepartner hinzu, die FoodTech-Produktentwicklung, regionale Lebensmittelproduktion und Kreislaufwirtschaft miteinander verbinden.

Kontrollierte Umweltbedingungen ermöglichen ganzjährige Ernte

Auf dem Gelände des Fraunhofer-Institutszentrums Stuttgart (IZS) lassen sich im Inneren des Containers Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt gezielt steuern. Anders als bei der herkömmlichen Freilandzucht wachsen Speisepilze dadurch ganzjährig, platzsparend und planbar heran.

Unter guten Bedingungen sind pro Monat mehrere hundert Kilogramm Speisepilze zu ernten, die als hochwertiges Superfood mit bioaktiven Vitalstoffen gelten. Containerlösungen beanspruchen wenig Fläche, lassen sich in urbane Räume integrieren und vollständig klimaneutral betreiben. Mit steigender Nachfrage und wachsendem Markt gilt die Speisepilzzucht als Baustein einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion.

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Von der regionalen Ernte bis zum Pilz-Steak

Kleinblatt betreibt bereits eine sogenannte City Farm mitten in der Stadt, in der Keimlinge und Gourmet-Pilze für Gastronomiebetriebe der Region gezogen werden. Die frisch geernteten Pilze gehen an Restaurants, Hotels und die Gemeinschaftsverpflegung, während Fungi Feeds die Produkte bundesweit für Privatkunden verfügbar macht.

Auf Pilzbasis entstehen zudem Premium-Lebensmittel wie Pilz-Bratwurst, Pilz-Steak und Pilz-Hack sowie eine pflanzliche Interpretation von Foie Gras. So verbindet der Campus regionale Produktion und innovative Lebensmittelverarbeitung zu einer durchgängigen Wertschöpfungskette, die Versorgungssicherheit, Resilienz und regionale Kreislaufwirtschaft stärkt.

Für die beteiligten Unternehmen bildet der Container den Ausgangspunkt für eine breitere Infrastruktur. „Mit dem Demonstrator am Fraunhofer-Campus entsteht der erste Baustein einer modularen und dezentralen Lebensmittelinfrastruktur. Das Konzept soll zeigen, wie regionale Lebensmittelproduktion künftig resilienter gegenüber Klimawandel und Lieferkettenstörungen gestaltet werden kann. Langfristig verfolgt Kleinblatt gemeinsam mit Fungi Feeds die Vision eines Netzwerks modularer Produktionseinheiten, die Städte und Regionen regional mit frischen Pilzen und innovativen Pilzprodukten versorgen“, sagt Jedrzej Cichocki, Geschäftsführer der Kleinblatt GmbH und Mitgründer der Fungi Feeds GmbH.

S-CTH schafft Testfeld für klimaneutrale Technologien

Am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart bündelt der „Stuttgart Climate Tech Hub (S-CTH)“ mehrere Projekte auf einer gemeinsamen Plattform und dient zugleich als modulares, regulatorisches Testfeld, auf dem klimaneutrale Technologien, nachhaltige Transformation und die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft erprobt werden. Beteiligt sind alle fünf am Standort ansässigen Institute, das Fraunhofer IAO, das Fraunhofer IBP, das Fraunhofer IGB, das Fraunhofer IPA und das Fraunhofer IRB. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg mit über vier Millionen Euro bis Ende 2027, und für die operative Umsetzung des Containers ist der S-CTH zuständig.

Projektinitiator Dr. Steffen Braun, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, ordnet die Rolle der Plattform ein. „Die Kooperation mit lokalen Partnern wie Kleinblatt und Fungi Feeds zeigt, wie wir durch den S-CTH Unternehmen den idealen operativen Rahmen bieten und gleichzeitig durch unser Forschungs-Know-how und Netzwerk dabei unterstützen können, solche neuartigen Ansätze für Nachhaltigkeit zu erproben und vor allem mit weiteren Technologien zu vernetzen“, sagt Braun.

Weitere Unternehmen können sich dem wachsenden Netzwerk rund um die Climate Tech Hub Initiative anschließen und eigene Demonstratoren, Technologien oder Forschungsfragen einbringen. Der S-CTH stellt dafür eine offene Infrastruktur und die wissenschaftliche Expertise der fünf Fraunhofer-Institute am Campus bereit, sodass sich Ideen zu Klima- und Resilienztechnologien testen, skalieren und zur Marktreife weiterentwickeln lassen.

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