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Sandoz feiert 80 Jahre Penicillin-Produktion in Kundl

02.06.2026

Der Sandoz-Standort in Kundl, Tirol, betreibt die letzte vollständig vertikal integrierte Penicillin-Produktion Europas und gilt als zentraler Pfeiler der europäischen Versorgungssicherheit mit kritischen Antibiotika. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums hob Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner die strategische Bedeutung des Standorts für Österreich und Europa hervor.

Das Werk in Kundl aus der Vogelperspektive. | Foto: Sandoz
Das Werk in Kundl aus der Vogelperspektive. | Foto: Sandoz

Von Kundl aus werden jährlich über 4.000 Tonnen pharmazeutische Produkte hergestellt und Penicillinprodukte in mehr als 100 Länder geliefert. Österreichische Bundesregierung und Land Tirol haben jüngste Investitionen am Standort mit insgesamt 50 Millionen Euro unterstützt, um Produktion und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Kundl als Anker der europäischen Penicillin-Versorgung

Die vollständige vertikale Integration der Penicillin-Produktion – von der Wirkstoffherstellung bis zum fertigen Produkt – unterscheidet Kundl von allen anderen europäischen Standorten. Penicillin und verwandte Antibiotika sind die Grundlage für weite Teile der modernen Medizin – ohne verlässlichen Zugang zu ihnen wären Routineoperationen, Krebstherapien und intensivmedizinische Behandlungen nicht durchführbar. „Kundl ist ein Eckpfeiler europäischer Souveränität und Widerstandsfähigkeit“, betonte Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner bei der Jubiläumsfeier.

Was 1946 in einer stillgelegten Brauerei in Tirol begann, hat sich zu einem der führenden Pharmastandorte Europas entwickelt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie verwundbar globale Lieferketten sein können – gerade bei kritischen Arzneimitteln sei Europa darauf angewiesen, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und eigene Produktionskapazitäten zu stärken. „Wir haben gelernt, dass Versorgungssicherheit nicht erst im Krisenfall beginnt. Sie beginnt dort, wo in Europa produziert wird. Kundl zeigt, dass pharmazeutische Produktion in Europa möglich ist, wenn Standort, Unternehmen und öffentliche Hand gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Zehetner.

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50 Millionen Euro für den Erhalt kritischer Pharmaproduktion

Die jüngsten Investitionen am Standort Kundl wurden von der österreichischen Bundesregierung und dem Land Tirol mit insgesamt 50 Millionen Euro gefördert. Sie sichern nach Einschätzung Zehetners nicht nur die Produktion kritischer Antibiotika, sondern schaffen auch hochwertige Arbeitsplätze und stärken die regionale Wertschöpfung. „Diese Unterstützung ist gut investiertes Geld. Sie sichert Medikamente, Arbeitsplätze und industrielle Kompetenz in Österreich. Wer kritische Arzneimittel in Europa haben will, muss auch dafür sorgen, dass ihre Produktion hier wirtschaftlich möglich bleibt“, erklärte Zehetner.

Der Sandoz-Standort Kundl in Tirol betreibt seit 80 Jahren die einzige vollständig vertikal integrierte Penicillin-Produktion Europas - jährlich entstehen dort über 4.000 Tonnen pharmazeutische Produkte, die in mehr als 100 Länder geliefert werden. | Foto: Sandoz / Peter Ginter
Der Sandoz-Standort Kundl in Tirol betreibt seit 80 Jahren die einzige vollständig vertikal integrierte Penicillin-Produktion Europas – jährlich entstehen dort über 4.000 Tonnen pharmazeutische Produkte, die in mehr als 100 Länder geliefert werden. | Foto: Sandoz / Peter Ginter

Die Förderung steht im Kontext einer breiteren industriepolitischen Ausrichtung: Die Bundesregierung hat Life Sciences und Biotechnologie in der Industriestrategie als Schlüsseltechnologien verankert. Parallel laufen Gespräche zu einer eigenen Life Sciences Strategie, die in den kommenden Monaten vertieft werden sollen.

Critical Medicines Act stärkt pharmazeutische Souveränität Europas

Auf europäischer Ebene begrüßte Zehetner die politische Einigung auf den Critical Medicines Act als notwendigen Schritt zur Stärkung der pharmazeutischen Souveränität. Besonders hob sie hervor, dass öffentliche Beschaffung künftig nicht mehr ausschließlich nach dem niedrigsten Preis ausgerichtet sein solle, sondern auch Kriterien wie Versorgungssicherheit, diversifizierte Lieferketten und europäische Produktion stärker berücksichtigen müsse.

Österreichs Potenzial im Pharmabereich liege in der Kombination aus starken Unternehmen, exzellenter Forschung und qualifizierten Fachkräften – Standorte wie Kundl setzten dabei internationale Maßstäbe. „Unser Ziel ist klar: Österreich soll ein starker, resilienter und wettbewerbsfähiger Pharmastandort bleiben“, so Zehetner. Abschließend dankte sie den Mitarbeitern von Sandoz für acht Jahrzehnte Verantwortung, Innovation und Versorgungssicherheit.

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