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Sideshooter erkennt Fremdkörper in hohen Verpackungen

17.07.2026

Mit einem strukturierten Portfolio an Sideshooter-Röntgen-Inspektionssystemen ermöglicht der Hersteller Minebea Intec die zuverlässige Qualitätskontrolle von Verpackungen, deren Geometrie die Prüfung von oben an ihre Grenzen bringt. Statt das Produkt von oben zu durchleuchten, erfassen diese Systeme es horizontal von der Seite und erreichen so auch jene kritischen Bereiche, die im herkömmlichen Röntgenbild unscharf bleiben.

Sideshooter-Röntgen-Inspektionssysteme Portfolio: Dymond S, Dymond DSV, Dymond D, Dylight S. | Bild: Minebea Intec
Sideshooter-Röntgen-Inspektionssysteme Portfolio: Dymond S, Dymond DSV, Dymond D, Dylight S. | Bild: Minebea Intec

Den Ausschlag gibt die Physik der Durchstrahlung. Bei hohen, dicht gepackten Behältern verlängert sich der Weg der von oben einfallenden Röntgenstrahlen erheblich, wodurch Kontrast verloren geht und im Boden- sowie Seitenwandbereich tote Winkel entstehen. Die seitliche Durchleuchtung verkürzt die effektive Materialdicke in Strahlrichtung und macht Fremdkörper wie Glas, Metall, Stein oder dichte Kunststoffe auch im Inneren komplexer Verpackungen sichtbar.

Hohe Behälter überfordern die klassische Top-Shooter-Prüfung

In vielen Produktionsumgebungen gelten Top-Shooter-Röntgen-Inspektionssysteme als Standard. Sie prüfen das Produkt vertikal von oben nach unten und liefern bei flachen, homogenen Waren verlässliche Ergebnisse. Sobald jedoch hohe, aufrecht stehende Behälter über das Förderband laufen, verlängert sich der Durchdringungsweg der Strahlen, und Produktüberlappungen, mehrschichtige Materialien sowie dichte Inhalte führen zu Kontrastverlusten.

Besonders im Boden- und Seitenwandbereich entstehen dadurch tote Winkel, in denen sich Fremdkörper wie Glas, Metall, Stein oder dichte Kunststoffe der Erkennung entziehen. Zugleich wächst der Anspruch an die Inline-Qualitätskontrolle: Füllstand, Produktvollständigkeit und Verpackungsintegrität sollen direkt im laufenden Prozess geprüft werden, ohne Geschwindigkeit oder Effizienz einzubüßen. Gerade dort, wo die Produktsicherheit keine Lücken zulässt, geraten herkömmliche Verfahren an ihre physikalischen Grenzen.

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Sideshooter durchleuchten das Produkt seitlich und werten in Echtzeit aus

Wo die Verpackungsgeometrie die Wirkung der Prüfung von oben einschränkt, setzt die Sideshooter-Inspektion an einer anderen Stelle an. Die Durchleuchtung erfolgt horizontal von der Seite, wodurch sich die effektive Materialdicke in Strahlrichtung verringert und die Detektionsleistung steigt. Überlappungen nehmen ab, der Kontrast verbessert sich, und kritische Bereiche von Produkt und Verpackung werden klar sichtbar. Selbst bei dichten oder komplexen Materialien fallen die Röntgenbilder stabiler und leichter bewertbar aus.

Doppelt durchleuchtet statt halb gesehen: Der Sideshooter erkennt Glasflaschen ohne tote Winkel. | Bilder: Minebea Intec, Montage WMV
Doppelt durchleuchtet statt halb gesehen: Der Sideshooter erkennt Glasflaschen ohne tote Winkel. | Bilder: Minebea Intec, Montage WMV

Im laufenden Betrieb scannen Sideshooter das Produkt fortlaufend von der Seite, während leistungsstarke Detektoren und eine intelligente Bildverarbeitung die Daten in Echtzeit analysieren. Dichteunterschiede, Fremdkörper und Qualitätsabweichungen lassen sich so auch im Inneren komplexer Verpackungen zuverlässig erkennen. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Konzepte zum Einsatz, von Einzelstrahl-Konfigurationen für Standardaufgaben bis zu Multi-View- oder Double-Beam-Technologien, die tote Winkel weiter reduzieren und die Erkennungssicherheit erhöhen. Das Ergebnis ist eine reproduzierbare Prüfung, die auch bei hohen Bandgeschwindigkeiten und im Dauerbetrieb stabil bleibt.

Ein abgestuftes Portfolio von der Portionspackung bis zur Glasabfüllung

Das Sideshooter-Portfolio von Minebea Intec ist klar gegliedert und deckt ein breites Anwendungsspektrum ab. Einstiegsmodelle wie der Dylight S bieten eine kompakte, platzsparende Lösung für kleinere und leichtere Verpackungen und lassen sich problemlos in bestehende Linien einbinden. Dazu zählen Beutel mit Gewürzen oder Snacks, Schlauch- und Flowpacks, leichte Faltschachteln, Portionsverpackungen für Kaffee, Tee oder Zucker sowie kleine Kunststoff- oder Papierverpackungen.

Fortschrittlichere Systeme wie der Dymond S und der Dymond DSV verbinden die Fremdkörpererkennung mit Inline-Qualitätsprüfungen, etwa zur Füllstands- oder Vollständigkeitskontrolle von Flaschen, Gläsern, Dosen, Schlauchbeuteln mit Saucen oder Milchprodukten, Kartonverpackungen sowie Tray- und Multipack-Lösungen. Für besonders dichte, komplexe oder hochdynamische Anwendungen wie Glasabfüllungen, Metallverpackungen oder hohe Durchsätze ist das High-End-System Dymond D ausgelegt. Allen Anlagen gemeinsam sind ein Hygienic Design nach den aktuellen Richtlinien, eine niedrige Systemkomplexität sowie moderne Schnittstellen für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Prozessoptimierung.

Welchen Unterschied der Wechsel der Inspektionsgeometrie macht, zeigt das Beispiel eines großen Lebensmittelherstellers, dessen bisherige Anlagen bei hohen, dicht gefüllten Verpackungen zunehmend uneindeutige Ergebnisse und gehäufte Fehlalarme lieferten. Nach der Umstellung auf ein seitlich prüfendes System war es erstmals möglich, alle kritischen Produktbereiche zuverlässig zu kontrollieren, die Zahl der Fehlalarme sank deutlich, und der Durchsatz blieb konstant hoch. Die gewonnenen Daten ließen sich gezielt für Audits und Prozessverbesserungen nutzen, sodass die Inspektion wieder zu einer stabilen Komponente der Produktionslinie wurde und nicht länger deren limitierender Faktor war.

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