Anzeige

SmartParc senkt Energiekosten um bis zu 30 Prozent

22.07.2026

Im SmartParc im britischen Derby teilen sich mehrere Lebensmittelhersteller nicht nur einen Standort, sondern auch ihre Energie. Gemeinsam mit dem Technologieunternehmen GEA betreibt der Park ein zentrales Heiz- und Kühlsystem, das die Abwärme der angesiedelten Betriebe auffängt und im gesamten Areal weiterverteilt. Auf diese Weise sinken Energieverbrauch und Kosten um bis zu 30 Prozent.

Im SmartParc in Derby, Großbritannien, wird ein neues Konzept für nachhaltige Lebensmittelproduktion umgesetzt, bei dem Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie Standort und Energie gemeinsam nutzen. | Foto: GEA
Im SmartParc in Derby, Großbritannien, wird ein neues Konzept für nachhaltige Lebensmittelproduktion umgesetzt, bei dem Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie Standort und Energie gemeinsam nutzen. | Foto: GEA

Das gemeinsame Energiesystem ist seit zwei Jahren in Betrieb und richtet die Lebensmittelproduktion am Standort auf eine Netto-Null-Bilanz bis 2030 aus. Statt überschüssige Wärme an die Umgebung abzugeben, führt der Park sie in einen geschlossenen Kreislauf zurück, aus dem die angeschlossenen Unternehmen je nach Bedarf Wärme oder Kälte beziehen.

Wie SmartParc die Abwärme im gesamten Areal nutzbar macht

Kern des Konzepts ist ein Heiz- und Kühlsystem, das SmartParc gemeinsam mit GEA umgesetzt hat. Anstatt überschüssige Wärme ungenutzt an die Atmosphäre abzugeben, fängt der Park sie auf, wertet sie auf und verteilt sie über ein mehr als elf Kilometer langes Fernwärmenetz im gesamten Gelände.

John Burden, Director Project Sales Heating and Refrigeration Solutions bei GEA UK, ordnet das Vorhaben als Nachhaltigkeitsprojekt ein. „SmartParc betrachtete das Projekt von Anfang an als Nachhaltigkeitsprojekt“, sagt Burden. „Anstatt Wärme an die Umgebung abzugeben, haben wir ein System entwickelt, das sie zurückgewinnt, durch eine Ammoniak-Wärmepumpe aufwertet und an alle Nutzer im Park weiterverteilen kann.“ So entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem angeschlossene Betriebe Wärme oder Kälte aus dem Netz beziehen, unabhängig davon, ob sie die Energie selbst erzeugt haben.

Anzeigen

Gemeinsame Infrastruktur statt veralteter Einzelwerke

Das gemeinsame Modell richtet sich an eine Branche, deren Anlagen vielfach in die Jahre gekommen sind. Phil Lovell, COO von SmartParc Europe, verweist auf den Zustand vieler bestehender Werke. „Viele Lebensmittelbetriebe in Großbritannien und Europa sind mehr als 20 Jahre alt“, sagt Lovell. „Sie sind an veraltete Gebäude gebunden, die nicht effizient sind. Durch den Bau moderner Anlagen und die zentrale Energieverwaltung können wir die Kosten deutlich senken und die Nachhaltigkeitsbilanz für unsere Mieter verbessern.“

Der Park vereint moderne, zweckgebaute Fabriken an einem einzigen Standort, die über eine gemeinsame Infrastruktur und ein zentrales Energiezentrum verbunden sind. Die Mieter nutzen dadurch nicht nur gemeinsame Einrichtungen, sondern auch die zurückgewonnene Energie aus dem Netz, woraus eine effizientere Produktionsumgebung entsteht.

Integriertes Kälte- und Wärmepumpensystem von GEA im SmartParc Energy Centre. | Foto: GEA
Integriertes Kälte- und Wärmepumpensystem von GEA im SmartParc Energy Centre. | Foto: GEA

Ammoniak hält den Wirkungsgrad hoch

Ein zentrales Element des Systems ist Ammoniak als natürliches Kältemittel. Anders als synthetische Kältemittel gilt es als umweltfreundlich und arbeitet mit hohem Wirkungsgrad. „Ammoniak hat hervorragende thermodynamische Eigenschaften“, erklärt Burden. „Es ermöglicht uns, sowohl zu kühlen als auch zu heizen und dabei deutlich weniger Energie zu verbrauchen als herkömmliche Systeme. Das unterstützt die Netto-Null-Ziele von SmartParc direkt.“

In Zahlen liefert der Park derzeit rund fünf Megawatt Kühlleistung und 2,5 Megawatt Heizleistung, wobei sich die Kapazität mit dem Einzug weiterer Mieter mehr als verdoppeln wird. Das System läuft bereits bei einer Auslastung von nur fünf Prozent und bleibt damit auch bei saisonal schwankendem Bedarf effizient. Abwärme fällt dabei praktisch nicht an. „Wir haben hier keine Abwärme“, sagt Lovell. „Die gesamte Wärme wird wiederverwendet. Für jedes Kilowatt Strom, das wir verbrauchen, erzeugen wir drei Kilowatt Kühlleistung und vier Kilowatt Heizleistung. Das ist der springende Punkt des Systems.“

Bewährter Betrieb mit Spielraum nach oben

Das Energiezentrum ist inzwischen seit zwei Jahren in Betrieb und sorgt für niedrigere Energiekosten, geringere Emissionen und messbare ESG-Vorteile für die Mieter. Für GEA zeigt das Vorhaben, wie fortschrittliche Wärmepumpentechnik und integrierte Anlagentechnik einen systemischen Wandel in großem Maßstab tragen können.

Während die Lebensmittelindustrie zunehmend unter Druck steht, zu dekarbonisieren und zugleich wettbewerbsfähig zu bleiben, steht in Derby ein erprobtes Modell zur Verfügung, das auf Zusammenarbeit statt Isolation, gemeinsame Infrastruktur statt Doppelstrukturen und eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen setzt. Die nachhaltige Lebensmittelproduktion ist dort bereits Realität.

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Anzeige

Anzeige