Auf der interpack 2026 präsentieren 22 Start-ups aus acht Ländern ihre Entwicklungen für die Verarbeitungs- und Verpackungsindustrie. Die Unternehmen sind in der Start-up Zone in Halle 7a vertreten, deren Fläche im Vergleich zur Vorveranstaltung mehr als verdoppelt wurde. Die Messe findet vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf statt und vereint rund 2.800 Aussteller aus 67 Ländern.

Die vorgestellten Lösungen reichen von biobasierten und recyclingfähigen Materialien über Mehrwegsysteme und Versandverpackungen für den HealthCare-Bereich bis hin zu Softwareplattformen für ESG-Reporting, PPWR-Compliance, Serialisierung und KI-gestütztes Operations-Management. Ergänzt wird dieses Spektrum durch neue Ansätze in der Prozesstechnik, darunter Mischtechnologien sowie Plattformlösungen für Verpackungsprozesse.
Materialien, Systeme und digitale Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette
Die Start-ups kommen aus Deutschland, Schweden, Indien, Portugal, Südkorea, Österreich, Estland und Großbritannien. Ihre Entwicklungen verbinden unterschiedliche Bereiche der Processing- und Packaging-Industrie und reichen von Werkstoffen über Verpackungssysteme bis zu digitalen Anwendungen.
Dazu gehören recyclingfähige und biobasierte Materialien ebenso wie Mehrwegsysteme und spezialisierte Versandverpackungen für Anwendungen im HealthCare-Bereich. Ergänzend stehen digitale Lösungen zur Verfügung, etwa für ESG-Reporting, zur Umsetzung regulatorischer Anforderungen wie der PPWR oder für Serialisierung und KI-gestützte Prozesssteuerung. Hinzu kommen technische Entwicklungen in der Verarbeitung, darunter neue Ansätze in der Mischtechnologie und integrierte Plattformlösungen für Verpackungsprozesse.
Anwendungen für Haltbarkeit, Transport und regulatorische Anforderungen
Mehrere Unternehmen entwickeln Technologien zur Steuerung von Lebensmittelqualität und Haltbarkeit. Innoscentia aus Schweden nutzt Sensortechnologie, um Mindesthaltbarkeitsdaten präziser abzubilden.

„Konservative Mindesthaltbarkeitsdaten verwirren Verbraucherinnen und Verbraucher, verkürzen das Verkaufsfenster für Einzelhändler und verschärfen so das massive globale Problem der Lebensmittelverschwendung. Unsere Sensortechnologie ermöglicht eine kostengünstige Qualitätskontrolle für jede einzelne Verpackung. Durch die Anzeige der tatsächlichen Qualität in Echtzeit wird die Haltbarkeit verlängert und Verbraucher können ihre Kaufentscheidung auf der Grundlage von Fakten treffen.“
Henrik Nilsson, CEO von Innoscentia
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit Zielvorgaben der Europäischen Union, die bis 2030 eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung um 10 Prozent bei den Erzeugern sowie um 30 Prozent im Einzelhandel und bei den Verbrauchern vorsehen.

Nanox aus Portugal hat mit „Pack Smart“ eine Methode entwickelt, die mikrobielles Wachstum hemmt und den Austausch qualitätsrelevanter Gase reguliert. Die Lösungen werden unter Einhaltung internationaler Vorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien sowie geltender Qualitätsstandards entwickelt und sind auf eine Anwendung in globalen Märkten ausgelegt. „Durch die Verbindung von Materialwissenschaft, regulatorischer Konformität und industrieller Umsetzbarkeit tragen wir dazu bei, Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren“, sagt CEO und Co-Founder Gustavo Pagotto. Die interpack dient dabei als Plattform für den Austausch mit internationalen Branchenführern, die sich mit Nachhaltigkeit, der Umsetzung der PPWR und neuen Verpackungstechnologien befassen.

Licopharm entwickelt Isolierverpackungen für temperaturgeführte Transporte in den Bereichen Pharma und Life Science. Papierbasierte Isoliermaterialien werden mit Systemlösungen kombiniert, um stabile Temperaturbedingungen zu gewährleisten und gleichzeitig den Einsatz von Kunststoff- und EPS-Verpackungen zu reduzieren. „Dabei stellen wir uns der Herausforderung, empfindliche Güter sicher zu transportieren und gleichzeitig den Einsatz von Kunststoff- und EPS-Verpackungen zu reduzieren“, erklärt Vertriebsleiter Mirko Cyron. Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund steigender Nachhaltigkeitsanforderungen, regulatorischer Vorgaben in der Pharmalogistik und eines wachsenden Bedarfs an sicheren Kühlketten für temperaturempfindliche Produkte.

EVOPACK entwickelt Bag-in-Box-Lösungen für wasserbasierte und verderbliche Produkte. Die Systeme reduzieren Produktausfälle entlang der Wertschöpfungskette und verbessern die Ressourcennutzung. Gleichzeitig verändert sich der Einsatz von Konservierungsmitteln unter dem Einfluss regulatorischer Vorgaben wie der PPWR und der Biozidprodukte-Verordnung. „Wir bieten Herstellern hierfür eine zukunftssichere, regulatorisch robuste Verpackungslösung, die Produktsicherheit auch bei reduziertem oder minimalem Konservierungseinsatz zuverlässig gewährleistet“, so Co-Founder Florian Ebinger.
Neue Materialien und Austausch zwischen Unternehmen

Cell2Green entwickelt eine biologisch abbaubare und recyclingfähige Cellulosefolie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Herstellung erfolgt ohne toxische Chemikalien und nutzt Cellulose aus Holz oder Reststoffen der Papierindustrie. „Unsere Lösung ist sowohl kreislauffähig als auch für sensible Einsatzbereiche geeignet, in denen Folien häufig in die Umwelt gelangen – etwa in der Landwirtschaft, bei Bioabfällen oder bei verbrauchernahen Verpackungen“, erklärt CEO Dirk Hollmann. Gleichzeitig erfüllt das Material Anforderungen wie Feuchtigkeitsbeständigkeit, Siegelfähigkeit und eine prozesssichere Verarbeitung ohne Additive.
Die Start-up Zone erweitert das Angebot der interpack um technologische Entwicklungen und Geschäftsmodelle und ermöglicht den Austausch zwischen jungen Unternehmen und internationalen Entscheidern. Ergänzend sind Pitches im interpack Spotlight Forum vorgesehen.
Die teilnehmenden Start-ups sind: Alphacath, Cell2Green, easy2cool, Evopack, hs-tumbler, Innoscentia, JOOYEONG P&S, KIUD Technologies, Konnect Packaging International, Licopharm, MEADOW, NANOX NNX-TECH, OMMM Operations Management Solutions, Packaging Cockpit, PackIntelX, PAL PLASTIK AMBALAJSAN. VE TIC. A.Ş, Peerox, R-Cycle, Recyda, Reused Remade, SeriSoft und Sykell.


