Anzeige

Sumitomo Demag und technotrans – gemeinsam auf der Fakuma

08.09.2026

Schall Messen

Sumitomo (SHI) Demag und technotrans treten auf der Fakuma 2026 in Friedrichshafen gemeinsam auf und führen dort Maschine, Werkzeug, Temperierung, Kühlung und Werkstoff zu einem durchgängig abgestimmten Spritzguss zusammen. Auf dem Gemeinschaftsstand in Halle B1 laufen zwei vollautomatisierte Fertigungszellen, die eine Hochleistungsanwendung aus der Verpackung und die Fertigung optisch anspruchsvoller Bauteile aus transparentem Kunststoff nebeneinanderstellen. Über den eigenen Stand hinaus reicht der Auftritt bis in die Medizintechnik, die Sumitomo (SHI) Demag mit eigenen Anwendungen auf den Ständen mehrerer Partnerunternehmen zeigt. technotrans bringt Kälte- und Temperiertechnik mit, die mit dem natürlichen Kältemittel Propan arbeitet und die Vorgaben der verschärften F-Gase-Verordnung erfüllt. Werkzeuge, Wasserverteilung, Materialtrocknung, Kupplungen und Laserbearbeitung steuern spezialisierte Anbieter bei, sodass der Spritzguss von der Materialaufbereitung bis zum veredelten Bauteil abgebildet ist.

Verschlusskappen und Silikonventile entstehen im vollelektrischen Spritzguss

Auf der IntElect S 280 fertigt Sumitomo (SHI) Demag Getränkeverschlüsse in einem 48-fach-Werkzeug von HTW. Die vollelektrische Maschine führt im Spritzguss klassischer Hochleistungsverpackung die Leistungsfähigkeit und Wiederholgenauigkeit der selbst entwickelten elektrischen Antriebe bei zugleich geringerem Energieverbrauch vor. Das verarbeitete Material stammt von TotalEnergies und kam bereits bei früheren Messeanwendungen des Maschinenherstellers zum Einsatz.

Rund um diese Zelle übernehmen mehrere Anbieter die thermischen Aufgaben. Eine kompakte, luftgekühlte Kältemaschine weco 85 von technotrans kühlt Werkzeug und Maschine, ihre prozesssichere Hochdruckpumpe hält den Fertigungsprozess auch unter maximaler Belastung stabil. Enesty versorgt die Kühlkreisläufe über das Wassermanagementsystem Orca Plus, Eisbär steuert die Kühlung der Verschlusskappen sowie die Entfeuchtung des Werkzeugraums bei.

Kältemaschinen und Kaltwassertemperiergeräte von technotrans arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) und erfüllen damit bereits heute die Vorgaben der verschärften F-Gase-Verordnung. | Bild: technotrans
Kältemaschinen und Kaltwassertemperiergeräte von technotrans arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) und erfüllen damit bereits heute die Vorgaben der verschärften F-Gase-Verordnung. | Bild: technotrans

Dieselbe Verbindung aus hohen Kavitätenzahlen und enger Toleranz verlangt die Medizintechnik, die auf zwei Partnerständen zu sehen ist. Bei micro automation in Halle A5, Stand A5-5117, produziert eine IntElect S 130 Verschlusskappen aus Polypropylen in 96 Kavitäten und zeigt damit die Präzision, Prozessstabilität und Wiederholgenauigkeit vollelektrischer Maschinen bei anspruchsvollen Medizinprodukten. Bei Nexus Molds in Halle A4, Stand A4-4228, fertigt eine IntElect 130 LSR ein medizinisches Ventil aus Flüssigsilikonkautschuk, womit das gezeigte Spektrum von hochvolumigen Einwegprodukten bis zu komplexen Präzisionsbauteilen aus Silikon reicht.

Anzeigen
labor.at

Die Bandbreite dieser Anwendungen führt Sumitomo (SHI) Demag auf die Arbeitsteilung mit spezialisierten Anbietern zurück. „Die Anforderungen an moderne Spritzgießprozesse steigen kontinuierlich. Gleichzeitig werden Anwendungen immer komplexer. Erfolgreiche Projekte entstehen deshalb heute durch die enge Zusammenarbeit spezialisierter Technologiepartner“, erklärt Anatol Sattel, CSO von Sumitomo (SHI) Demag.

Variotherme Temperierung senkt die Spannungen in transparenten Bauteilen

Die zweite Fertigungszelle stellt transparente Spielkartenboxen aus Polycarbonat her, bei denen die optischen Anforderungen schwerer wiegen als die reine Maßhaltigkeit. Bereits geringe innere Spannungen führen zu Doppelbrechungseffekten, Trübungen oder optischen Verzerrungen, weshalb die Temperaturführung im Spritzguss über die Bauteilqualität entscheidet. Die Basis der Anlage bildet eine vollelektrische IntElect S 75, deren Dynamik und Geschwindigkeit die Präzision und Wiederholgenauigkeit auch bei diesem Werkstoff sichern.

Für die Temperaturführung haben technotrans, Contura und CycleTemp die variotherme Temperierung vario GEKKO in der neuesten Generation entwickelt. Die kompakte Anlage kommt vollständig ohne zusätzliche externe Ventilstationen aus und leitet den Wärmeträger Wasser über eine integrierte, getrennte Rücklaufführung stets in den richtigen Kreislauf zurück. Große Wasservorlagen ermöglichen sehr kurze Aufheiz- und Kühlzeiten, verkürzen die Zykluszeiten und senken den Energiebedarf um bis zu 40 Prozent. Die exakte Temperaturführung vermeidet optische Fehler wie Doppelbrechungen oder Trübungen, sichert eine konstant hohe Bauteilqualität und minimiert den Ausschuss.

Sichtbar wird das Ergebnis an einer interaktiven Station mit Polarisationsfiltern, die den inneren Spannungshaushalt der live produzierten Teile in Farbspektren zeigt. Die Entnahme übernimmt der SAM-C-Roboter aus dem eigenen Haus, der kompakt baut und über eine auf den Spritzgießprozess abgestimmte Software mit Low-Code-Programmierung verfügt. Für die prozesssichere Kühlung dieser Anwendung sorgt ein Kaltwassertemperiergerät der Baureihe teco cw.

„Steigende Energiekosten, verschärfte Umweltauflagen, immer komplexere Anwendungen: Die Anforderungen im Spritzguss steigen und die enge Zusammenarbeit spezialisierter Technologiepartner wird zunehmend relevanter“, sagt Nicolai Küls, Geschäftsführer der technotrans solutions GmbH. „Auf der Fakuma demonstrieren wir das durch eine Live-Anwendung, bei der intelligentes und ressourcenschonendes Thermomanagement den Energieverbrauch signifikant senkt und gleichzeitig höchste optische Qualitätsansprüche bei komplexen Bauteilen sichert.“ Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind vor allem für Anwendungen relevant, bei denen höchste Transparenz- und Oberflächenanforderungen zu erfüllen sind, etwa für Fahrzeugdisplays, Beleuchtungskomponenten, optische Abdeckungen oder medizinische Produkte.

Natürliches Kältemittel und abgestimmte Peripherie tragen beide Fertigungszellen

Beide Zellen hängen an einer Temperier- und Kältetechnik, die den Energieverbrauch des Spritzgusses mitregelt. Zwei Temperiergeräte der Baureihe eco.line mit drehzahlgeregelten Zentrifugalpumpen und dem ecoAnalyser passen über das Pumpeneffizienzmodul PEM die Energieaufnahme der Pumpen an den tatsächlichen Prozessbedarf an, was den Stromverbrauch senkt und für stabile Strömungsverhältnisse in allen Kühlkreisen sorgt. Die Geräte verarbeiten zudem die Daten des in die Spritzgießmaschine integrierten Mehrfach-Wasserverteilsystems orcinus, das mit wartungsfreier Doppelultraschalltechnologie den exakten hydraulischen Abgleich der Temperierkreisläufe übernimmt.

Die zentrale Steuerung aller Komponenten erfolgt über die Spritzgießmaschine via OPC-UA. Über dieselbe Schnittstelle tauschen die Systeme einschließlich des orcinus-Verteilersystems sämtliche Parameter mit der Maschine aus, die Werte werden dabei visualisiert. Auf der Kälteseite arbeiten sowohl die Kältemaschine weco 85 als auch das Kaltwassertemperiergerät teco cw mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290). Kunststoffverarbeiter reduzieren damit ihren CO2-Fußabdruck signifikant und investieren in eine langfristig rechtssichere Technologie, die künftige regulatorische Anforderungen bereits heute erfüllt.

Die Leistungsfähigkeit moderner Spritzgießprozesse hängt damit nicht allein von der Maschine ab, erst das Zusammenspiel von Maschinenhersteller, Werkzeugbauer, Peripheriespezialisten und Materiallieferanten ergibt die Prozessstabilität, Effizienz und Bauteilqualität, die Verarbeiter heute erwarten. Contura und CycleTemp verantworten neben der variothermen Werkzeugtemperierung auch die thermisch ausgewogenen Einsätze. Ein Materialtrockner von Matsui bereitet den Werkstoff direkt an der Maschine auf, individuell angepasste Schnellkupplungen von TST verbinden sämtliche Wasser- und Kühlkreisläufe leckagearm und sicher. Optogon veredelt die fertigen Spielkartenboxen mit einer präzisen Ultrakurzpulslaser-Anlage und graviert auf Wunsch die Namen der Standbesucher ein.

„Ein hochproduktiver Fertigungsprozess entsteht heute durch die nahtlose Abstimmung aller Peripherie- und Maschinenkomponenten“, resümiert Küls. „Unser Messeauftritt unterstreicht, wie wir durch starke Technologiepartnerschaften zukunftssichere und nachhaltige Gesamtlösungen für den Markt schaffen.“ Sattel beschreibt denselben Zusammenhang aus Sicht des Maschinenherstellers: „Auf der Fakuma zeigen wir, wie sich durch die optimale Abstimmung aller Prozesskomponenten Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit gleichermaßen verbessern lassen.“ Die Fakuma 2026 läuft von 12. bis 16. Oktober in Friedrichshafen, Sumitomo (SHI) Demag stellt in Halle B1 auf Stand 1103 aus, technotrans auf Stand 1104.

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Österreichische Kunststoffzeitschrift, aktuelle Ausgabe
Anzeige

Anzeige