Die Griesemann Gruppe misst die Transformation der deutschen und europäischen Chemie- und Prozessindustrie daran, welche Anlagen tatsächlich gebaut und erfolgreich betrieben werden. Das Unternehmen ist seit 50 Jahren im Anlagenbau tätig und sieht die Chance für den Industriestandort in konkreten Projekten, aus denen Betriebserfahrung und exportierbares Know-how hervorgehen.

Wasserstoff, Elektrifizierung, Carbon Management und Kreislaufwirtschaft haben hohe Erwartungen geweckt, inzwischen zeigt sich jedoch, dass technische Leistungsdaten allein nicht ausreichen. Genehmigungsverfahren dauern, Energie und Rohstoffe stehen nicht an jedem Standort bereit, und ob ein Vorhaben umgesetzt wird, hängt an einem tragfähigen Business Case.
Transformation muss sich im Business Case bewähren
Welche Konzepte für Wasserstoff, Elektrifizierung, Carbon Management und Kreislaufwirtschaft sich industriell durchsetzen, entscheidet sich am Business Case. Noch vor wenigen Jahren wurden viele Pfade der Transformation überwiegend aus technischer Sicht diskutiert. Aus einer guten Idee mit innovativer Technologie wird aber erst dann ein Projekt, wenn Genehmigungen vorliegen, Energie und Rohstoffe am Standort verfügbar sind und sich das Vorhaben wirtschaftlich trägt.
Den Ausschlag geben wettbewerbsfähige Kosten, ein verlässlicher Offtake und am Ende die Bankability des Projekts. Dass die Transformation dadurch schwieriger geworden ist, wertet die Griesemann Gruppe als mögliche positive Herausforderung, denn an ihrer Notwendigkeit ändert das nichts, sie wird vielmehr konkreter. Am Ziel einer klimaneutraleren und stärker zirkulären Industrie hält das Unternehmen fest. Erreichbar ist es jedoch nicht durch einen einzelnen Technologiesprung, sondern Projekt für Projekt über Anlagen, die geplant, genehmigt, gebaut, integriert, betrieben und optimiert werden.
Neue Anlagen und eine zukunftsfähige, spezialisierte Chemieindustrie setzen neben wettbewerbsfähigen Energiepreisen verlässliche Rahmenbedingungen voraus. Nachhaltige und spezialisierte Chemieprodukte brauchen eine Wirtschaftlichkeit, die im globalen Wettbewerb trägt. Wo noch kein Markt von selbst entsteht, lässt sich die Investitionssicherheit über gezielte Anreize und eine verlässliche Nachfrage erhöhen.
Realisierte Anlagen liefern exportierbares Know-how
Jede realisierte Anlage bringt Erkenntnisse hervor, die über die eingesetzte Technologie hinausgehen. Sie betreffen etwa die Frage, wie sich Wasserstoff in bestehende Produktionsverbünde einbinden lässt, wie Stoff- und Energieströme gekoppelt werden und wie Carbon Management, chemisches Recycling oder Multi-Feed-Raffinerien im industriellen Maßstab etabliert werden. Die Griesemann Gruppe sieht darin eine große Chance für die deutsche und europäische Industrie. Björn Griesemann, CEO der Griesemann Gruppe, sagt dazu: „Die größte Chance der Transformation besteht nicht darin, von Beginn das theoretisch mögliche Maximum zu erreichen oder zu vermeiden. Sie besteht darin, zu lernen, industrielle Wertschöpfung neu zu denken, effiziente Chemieproduktion zu realisieren und dieses Wissen in einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für den deutschen und europäischen Industriestandort zu verwandeln.“
Exportierbar wird dieses Wissen erst durch Betriebserfahrung sowie durch die Optimierung und Skalierung energieeffizienter, transformierter Anlagen, auf denen der künftige Weg von Prozessindustrie und Anlagenbau aufbaut. Ein technologischer Vorsprung kann einen wettbewerbsfähigen Produktionsstandort dabei nicht ersetzen. Die Gruppe drängt darauf, die großen Schritte der Transformation jetzt wirtschaftlich und industriell umzusetzen, weil jede realisierte Anlage Wertschöpfung, Kompetenz und Resilienz stärkt.
Griesemann begleitet Projekte vom Konzept bis zur Inbetriebnahme
Die Griesemann Gruppe ist seit 50 Jahren für die Prozessindustrie tätig und beschäftigt rund 1.670 Mitarbeiter an mehr als 45 Standorten in Zentraleuropa, die industrielle Anlagen planen, modernisieren und realisieren. Das Unternehmen arbeitet technologieneutral und verbindet Engineering, Anlagenbau und Industrieservices. Projekte werden so durchgängig begleitet, von Konzept und Engineering über Genehmigung und Beschaffung bis zu Realisierung, Integration und Inbetriebnahme.
Ziel der Zusammenarbeit mit den Kunden ist, die technisch und wirtschaftlich geeignete Lösung in den industriellen Betrieb zu überführen. Gerade bei neuen Technologien hält das Unternehmen diese Umsetzungskompetenz für entscheidend, weil zwischen einer funktionierenden Technologie und einer zuverlässig produzierenden Industrieanlage viel Erfahrung und Expertise liegen. Nach 50 Jahren bewertet die Gruppe diese Aufgabe als aktueller denn je, da neu entwickelte Technologien allein die Zukunft von Industriestandort und Chemieindustrie nicht sichern.



