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Trockenheit erhöht Bedarf an fermentierten Siliermitteln

16.09.2026

Anhaltende Trockenheit verändert die Bedingungen der Silagebereitung so weit, dass fermentierte Siliermittel nach Einschätzung von Lukas Hader, Geschäftsführer des oberösterreichischen Familienunternehmens Multikraft, künftig zur Voraussetzung für gesundes Grundfutter werden. Verschmutztes Erntegut und ein erhöhter Zuckergehalt im Gras führen häufiger zu Fehlgärungen in der Silage, deren Folgen bis in die Tiergesundheit und das Betriebsergebnis reichen.

"Silieren ohne Starterkulturen wird künftig kaum funktionieren" - Lukas Hader, Geschäftsführer des Biotechnologieunternehmens Multikraft in Pichl bei Wels (OÖ). | Foto: Werner Dedl
„Silieren ohne Starterkulturen wird künftig kaum funktionieren“ – Lukas Hader, Geschäftsführer des Biotechnologieunternehmens Multikraft in Pichl bei Wels (OÖ). | Foto: Werner Dedl

Die öffentliche Debatte über Dürre dreht sich meist um Wasserknappheit, Ernteausfälle und politische Verantwortung, während die Kettenreaktion vom verunreinigten Gras über die fehlgegorene Silage bis zum kranken Tier kaum Beachtung findet. Hader sieht daher die Landwirte gefordert, rechtzeitig gegenzusteuern, um die Fütterung ihrer Tiere abzusichern.

Staubiges Gras und hohe Zuckergehalte begünstigen Fehlgärungen

Ausgangspunkt dieser Kette ist das Erntegut selbst. Durch die Trockenheit ist das Gras auf vielen Wiesen nach Haders Beobachtung der vergangenen Wochen sichtbar staubiger und schmutziger als üblich, weil sich trockener, offener Humus auf den Grashalmen ablegt und in größerer Menge als gewöhnlich mit einsiliert wird.

Hinzu kommt eine Reaktion der Pflanzen selbst. Trockenheit und stärkere Sonneneinstrahlung versetzen sie in eine Art Notlage, auf die sie mit erhöhter Zuckereinlagerung antworten. Dieser Zucker muss im Silo verstoffwechselt werden. Geschieht das unkontrolliert, sinkt die aerobe Stabilität der Silage deutlich, was Fehlgärungen zusätzlich begünstigt. In Kombination steigt das Risiko von Fehlgärungen erheblich.

Da extreme Hitzeperioden und Trockenheit künftig vermutlich eher zunehmen als zurückgehen, rechnet Hader damit, dass sich diese Ausgangslage verfestigt und ohne aktiv beigemengte Siliermittel mit geeigneten Starterkulturen kaum noch zuverlässig siliert werden kann. „Silieren ohne Starterkulturen wird künftig kaum funktionieren“, so der Geschäftsführer.

Fehlgegorene Silage belastet Tiere und Betriebsergebnis

Fehlgegorene Silage wirkt sich unmittelbar in der Fütterung aus. Wird sie mangels Alternativen dennoch verfüttert, belastet sie den Verdauungstrakt der Tiere und kann handfeste gesundheitliche Probleme nach sich ziehen, von Euterentzündungen über erhöhte Zellzahlen bis hin zu Fruchtbarkeitsstörungen.

Für den Betrieb schlägt sich das unmittelbar im Ertrag nieder, denn nur ein gesundes Tier ist nach Hader ein leistungsfähiges Tier. Was als Wetterextrem beginnt, entwickelt sich damit zu einem wirtschaftlichen und, bezogen auf die Tierhaltung, auch ethischen Problem, weshalb er das Vorbeugen von Fehlgärungen mit fermentierten Siliermitteln nicht als altruistisch, sondern als überlebensnotwendig für die Landwirtschaft bezeichnet.

Heterofermentative Siliermittel senken den pH-Wert rascher

Gegensteuern lässt sich über den gezielten Einsatz von Starterkulturen. Eine gezielt eingesetzte Starterkultur senkt den pH-Wert rascher und erhöht die aerobe Stabilität um ein Vielfaches, wodurch sie die kontrollierte Gärung im Silo unterstützt. Heterofermentative Produkte wirken dabei deutlich effektiver als reine Milchsäurebildner. Mittelfristig ist ein ordentliches Siliermittel für Hader deshalb kein optionales Extra mehr, sondern eine Notwendigkeit.

Geschützt wird damit nicht allein die Futterqualität, sondern ebenso die Leistungsfähigkeit der Tiere und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Gerade in Trockenperioden tritt die verfügbare Menge hinzu, denn das wenige Futter muss maximal ausgenützt werden. Jede Fehlgärung und jeder Verlust von Silage, die wegen mangelnder Qualität nicht verfüttert werden kann, verschärft die Lage zusätzlich und verursacht letztlich doppelte Kosten. Während die Politik über die Trockenheit weiter diskutiert, stellt sich für die Landwirtschaft nach Hader bereits jetzt die Frage, ob abgewartet oder das Problem aktiv angegangen wird.

Multikraft entwickelt seit der Gründung im Jahr 1977 Lösungen auf Basis von Mikroorganismen für die Bereiche Garten, Landwirtschaft, Haushalt und Reinigung sowie Tierhaltung und ist mit diesem Portfolio von Oberösterreich bis nach Australien tätig. Lukas Hader führt das Familienunternehmen in zweiter Generation.

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