Vetropack hat die klassische Rheinweinflasche technisch überarbeitet und ihr Gewicht bei unveränderten Abmessungen auf 350 Gramm reduziert. Parallel dazu unterstützt der Glasverpackungshersteller das neu in Österreich eingeführte Mehrweg-Weinflaschensystem mit einer eigens entwickelten Mehrwegvariante.

Beide Lösungen zielen auf eine bessere Umweltbilanz der österreichischen Weinbranche. Das geringere Flaschengewicht verringert den CO2-Ausstoss entlang der Lieferkette, während die Mehrwegflasche teilnehmenden Betrieben standardisierte Kreisläufe ermöglicht. Verfügbar sind beide Flaschen seit dem Frühjahr 2026.
350 Gramm Rheinweinflasche senkt CO2-Ausstoss entlang der Lieferkette
Mit nur noch 350 Gramm wiegt die weiterentwickelte Rheinweinflasche in der gewohnten 0,75-Liter-Form deutlich weniger als bisher, ohne dass sich Abmessungen, Stabilität oder Funktionalität verändern. Das niedrigere Gewicht reduziert den CO2-Ausstoss über die gesamte Lieferkette hinweg, von der Produktion über den Transport bis zur Distribution. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Flasche verursacht das Leichtgewicht auf 100 Kilometern Transportweg 33 Gramm oder 13 Prozent weniger CO2.
Für die Weinabfüller ergeben sich daraus Einsparungen bei Material- und Logistikkosten ebenso wie bei den Lizenzentgelten. Besonders relevant ist das geringere Gewicht auf Exportmärkten mit Gewichtsbeschränkungen für Glasverpackungen. Hinzu kommt, dass die Flasche zu rund 80 Prozent aus recyceltem Glas besteht und in Österreich produziert wird, was die Transportwege verkürzt und die Umweltbilanz zusätzlich verbessert.
Entwicklung seit 2025 mit Impact-Prüfungen am Inline-Sensor
Die Arbeiten an der leichteren Rheinweinflasche begannen im dritten Quartal 2025. Auf die Konstruktionsphase folgten rasch umfangreiche Tests, darunter Impact-Prüfungen mit dem Inline-Sensor ShockQC. Im Februar 2026 fertigte Vetropack eine erste grössere Charge, die bei ausgewählten Grossabfüllern mit durchweg positiven Ergebnissen erprobt wurde.
„Die Reduktion auf 350 Gramm bei einer 750-ml-Rheinweinflasche ist technologisch anspruchsvoll. Entscheidend war, gemeinsam mit unseren technischen Teams eine Lösung zu entwickeln, die sowohl den mechanischen Anforderungen der Abfüll- und Logistikprozesse unserer Kunden gerecht wird als auch optisch überzeugt“, erklärt Harald Geist von Vetropack. „Die Tests bestätigen, dass wir dieses Ziel erreicht haben.“ Seit April 2026 ist die neue Flasche in den Farben Olive und Cuvée erhältlich.
Neues Pool-System bringt Mehrwegflasche für Winzer
Nahezu zeitgleich startet in Österreich nach zweijähriger Entwicklung die Pool-Lösung für Mehrwegweinflaschen. Federführend koordiniert das Österreichische Ökologieinstitut das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Winzern und weiteren Stakeholdern, das Pool-Management liegt bei der Genossenschaft Deutscher Brunnen. Vetropack produziert die Mehrwegflaschen bereits am Standort Pöchlarn, wo sie seit dem Frühjahr 2026 in Olive für alle teilnehmenden Betriebe verfügbar sind.
Nach Angaben von Harald Geist von Vetropack steht damit erstmals eine formschöne Mehrwegweinflasche bereit, die sich für den Ab-Hof-Verkauf oder den Einsatz auf Green Events eignet. „Neben einer CO2-Einsparung von bis zu 90 Prozent entlang der Wertschöpfungskette profitieren Anwender zudem von standardisierten Prozessen, etwa bei Reinigung und Logistik“, so Geist. Mit einer Höhe von 340 mm ist die Flasche für die Logistik optimiert und bis zu vier Lagen stapelbar, ein vierfach umlaufendes Mehrweg-Relief sorgt für die eindeutige Identifizierbarkeit.
Zum ersten Mal wurde in Österreich eine Mehrweg-Weinflasche mit BVS-Mündung umgesetzt. Die verstärkte, eigens entwickelte Mündung gewährleistet die Robustheit für die Mehrwegzyklen und industrielle Abfüllprozesse. Erste Marktteilnehmer setzen das System bereits ein, auch in benachbarten Ländern stösst die Lösung auf Interesse. Eine passende Kiste für sechs Flaschen soll voraussichtlich im Juli auf den Markt kommen.


