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Vollelektrische Verschlussproduktion im 1,8-Sekunden-Takt

27.08.2026

Netstal erweitert die Elion-Baureihe um eine vollelektrische Konfiguration für die Verschlussproduktion und zeigt die Elion 3200 CAP erstmals auf der Fakuma 2026. Ausgelegt ist die Kombination aus der neu entwickelten Schließeinheit mit 3.200 kN und dem neuen elektrischen Spritzaggregat 2000 auf kurze Zykluszeiten, hohe Prozessstabilität, maximale Verfügbarkeit und Energieeffizienz. Im Schließkraftbereich von 2.200 bis 4.200 kN können Kunden künftig zwischen hybriden und vollelektrischen Konfigurationen wählen. Auf der Fakuma tritt die Maschine in einer vollständigen Fertigungszelle für Getränkeverschlüsse an, die Netstal gemeinsam mit mehreren Systempartnern aufgebaut hat.

Systempartner bündeln ihre Technik für die Verschlussproduktion

Auf der Fakuma läuft die Elion 3200 CAP in einer durchgängigen Anwendung zur Herstellung von 26-mm-Verschlüssen aus HDPE. Die vollelektrische Spritzgießmaschine bildet dabei mit dem 72-fach-Werkzeug von Z-MOULDS und dem Heißkanalsystem von MHT die Basis für eine hochproduktive Fertigung. Das Schussgewicht liegt bei 72 g, die Zykluszeit bei 1,8 Sekunden.

Die neue Elion 3200 CAP produziert auf der Fakuma 26-mm-Getränkeverschlüsse in einer Zykluszeit von 1,8 Sekunden. | Bild: Netstal
Die neue Elion 3200 CAP produziert auf der Fakuma 26-mm-Getränkeverschlüsse in einer Zykluszeit von 1,8 Sekunden. | Bild: Netstal

Ergänzt wird die Zelle durch die Peripherie mehrerer Partner. Das Material stellt TotalEnergies bereit, die Materialaufbereitung übernimmt Piovan. Das Downstream-Equipment mit Kühlförderband, Bunker und optischer Qualitätskontrolle stammt von IMDvista, das Kühlgerät liefert ef cooling. Damit demonstriert die Anlage die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems.

Welche Antriebstechnik zum Einsatz kommt, richtet sich bei Netstal nach dem Grundsatz „Technologie folgt Anwendung“. „Elektrische und hybride Antriebskonzepte sind für uns keine konkurrierenden, sondern komplementäre Technologien. Entscheidend ist, welche Lösung die Anforderungen der jeweiligen Anwendung technisch und wirtschaftlich am besten erfüllt. Deshalb bieten wir unseren Kunden auch künftig beide Technologien an“, erklärt Renzo Davatz, CEO bei Netstal.

Kniehebel und Einspritzspindeln auf kurze Zyklen ausgelegt

Die Schließeinheit wurde vor allem in ihrer Geometrie überarbeitet. Die optimierte Kniehebelgeometrie ermöglicht kürzeste Trockenzykluszeiten, die optimierte Krafteinleitung sorgt für eine höhere Steifigkeit der Aufspannplatte. Das erhöht die Stabilität und trägt zu einer langen Lebensdauer der elektrischen Schließeinheit bei.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt lag auf der Wartungsfreundlichkeit. Das neu konstruierte Schutzverdeck lässt sich rasch montieren und verfügt über glatte, leicht zu reinigende Oberflächen. Der Auswerfer kann je nach Bedürfnis elektrisch oder hydraulisch ausgeführt werden. Optional ist eine automatische Fettschmierung erhältlich, die während des laufenden Betriebs die Linearführungen der Schließeinheit und des Spritzaggregats sowie die Auswerferführung regelmäßig schmiert. Dadurch lassen sich Wartungsunterbrechungen reduzieren und die Lebensdauer der Führungen verlängern.

Auf der Einspritzseite steht das komplett neu entwickelte elektrische Spritzaggregat 2000. Der Schneckenhub beträgt 260 mm, abhängig vom Schneckendurchmesser erreicht das Aggregat einen Spritzdruck von bis zu 2.400 bar. Die abgestimmte Einspritzdynamik ermöglicht kurze Einspritzzeiten und erschließt ein breites Anwendungsspektrum in der Verschluss- und Verpackungsproduktion sowie in der Medizintechnik. Synchron angesteuerte Einspritzspindeln sorgen für eine symmetrische Lastverteilung, was die mechanische Beanspruchung reduziert und zu einer langen Lebensdauer des Aggregats beiträgt. Die Druckumschaltung beim Einspritzen erfolgt kraftabhängig und unabhängig von den Materialeigenschaften, woraus eine hohe Präzision und Schussgewichtskonstanz auch bei kürzesten Zykluszeiten resultiert.

„Unsere neue vollelektrische Lösung erreicht die hohe Dynamik, die für die Verschlussproduktion erforderlich ist. Gleichzeitig profitieren unsere Kunden von hoher Energieeffizienz, Prozessstabilität und Verfügbarkeit, und damit von klaren Wettbewerbsvorteilen“, sagt Davatz.

Optimiertes Einspeisungskonzept senkt den Energiebedarf weiter

Auch beim Energiebedarf wurde die Elion weiter optimiert. Das elektrische Einspritzen und die hocheffizienten Servoantriebe senken den Verbrauch und damit die Energiekosten samt der verbundenen CO₂-Emissionen. Eine intelligente Lastverteilung und ein optimiertes Einspeisungskonzept ermöglichen weitere Einsparungen von bis zu fünf Prozent. Damit wird das Netz entlastet und die Widerstandsfähigkeit gegenüber kurzfristigen Stromausfällen und Netzschwankungen erhöht.

Die Bedienung übernimmt die Steuerung Axos 9, die hohe Flexibilität bei der Anwendungsentwicklung mit einer sicheren und intuitiven Bedienung im Produktionsalltag verbindet. Separate Touchscreens und haptische Bedienelemente unterstützen die Programmierung und den täglichen Betrieb. Die integrierte Funktion Smart Operation führt das Bedienpersonal durch vordefinierte Abläufe und reduziert dadurch das Risiko von Eingabefehlern.

Für die Einbindung in bestehende Produktionsumgebungen sorgen standardisierte Schnittstellen auf Basis von OPC UA, die eine effiziente Vernetzung mit übergeordneten Leitsystemen und Peripheriekomponenten ermöglichen. Dank der HTML5-Integration lassen sich auch komplexe Systemkomponenten in die Maschinensteuerung einbinden.

Baureihe wechselt bis 2027 auf die neue Plattform

Die neue Maschine für die Verschlussproduktion ist Teil einer schrittweisen Umstellung der gesamten Elion-Baureihe auf die neue Plattform. Seit 2025 sind Schließeinheiten mit 1.200 und 1.750 kN sowie die elektrischen Spritzaggregate 270 und 530 verfügbar. Mit der Elion 3200 CAP folgen nun die Schließeinheiten mit 3.200 und 4.200 kN sowie das elektrische Spritzaggregat 2000.

Für den Sommer 2027 sind eine Schließeinheit mit 2.200 kN und das neue elektrische Spritzaggregat 940 vorgesehen. Die bewährten hybriden Spritzaggregate von 450 bis 4200 bleiben Teil des Portfolios, sodass die Elion bis zu einer Schließkraft von 4.200 kN hybrid oder vollelektrisch konfiguriert werden kann.

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