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Werkzeugkonzept beschleunigt Autoinjektor-Fertigung

01.09.2026

Schall Messen

Mit dem Werkzeugkonzept Z.Sonic turn setzt Zahoransky bei der Großserienfertigung von Pen- und Autoinjektor-Gehäusen auf die Effizienz jedes einzelnen Zyklus statt auf eine steigende Zahl an Kavitäten. Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam mit Netstal. Vom 12. bis 16. Oktober zeigt das Unternehmen sie auf der Fakuma 2026. Hintergrund ist der rasch wachsende Bedarf an Pen- und Autoinjektoren, den Hersteller meist innerhalb bestehender Reinraumflächen decken müssen. Das Werkzeugkonzept zielt daher auf kürzere Zykluszeiten und ein leichteres, kompakteres Werkzeug.

Werkzeugkonzept setzt an der Effizienz jedes Zyklus an

Anstatt die Produktivität über zusätzliche Kavitäten und damit über ein größeres Spritzgießwerkzeug zu erhöhen, greift das Werkzeugkonzept in den Ablauf des einzelnen Zyklus ein. Die Restkühlung der produzierten Teile wird dabei aus der Kavität verlagert. Eine weiterentwickelte Indexplatte mit servogetriebener Dreheinheit führt zudem die Entformung außerhalb des Werkzeugs aus, parallel zum nächsten Spritzzyklus.

Auf der Fakuma 2026 zeigt Zahoransky mit Z.Sonic turn ein Werkzeugkonzept, das Restkühlung und Entformung aus der Kavität verlagert. | Bild: Zahoransky
Auf der Fakuma 2026 zeigt Zahoransky mit Z.Sonic turn ein Werkzeugkonzept, das Restkühlung und Entformung aus der Kavität verlagert. | Bild: Zahoransky

Für Pharma- und Medizintechnik-Hersteller fällt dieser Ansatz mit einem Umfeld zusammen, in dem Kapazitäten skaliert und Stückkosten gesenkt werden müssen, ohne bei Prozess- und Produktqualität nachzugeben. Getrieben wird der Kapazitätsbedarf vor allem vom Boom der GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion und Diabetestherapie. Steigende regulatorische Anforderungen, knappe Reinraumfläche und der wachsende Fachkräftemangel verschärfen die Lage zusätzlich. Kürzere Zykluszeiten, eine höhere Ausbringung und ein reduziertes Werkzeuggewicht setzen genau an diesen Punkten an.

Zwölf statt 18 Sekunden im Vierfach-Werkzeug

Messbar wird der Effekt des Werkzeugkonzepts am Vierfach-Werkzeug, das eine Zykluszeit von zwölf Sekunden erreicht, während konventionelle Lift-and-Strip-Werkzeuge dafür 18 Sekunden benötigen. In einer Beispielrechnung steigt der Jahres-Output dadurch von rund 8,5 auf über 12,8 Millionen Teile, wobei die Stückkosten um 23 Prozent sinken. Die Amortisationszeit liegt damit bei rund neun Monaten.

Mit 3.500 Kilogramm wiegt das Werkzeug rund 1.000 Kilogramm weniger als ein konventionelles Pendant und fällt deutlich kompakter aus. Damit spart es sowohl Reinraumfläche als auch Energie beim Aufheizen. Für die Serienproduktion bereitet Zahoransky bereits Varianten mit 16 und 32 Kavitäten vor.

Auf der Fakuma 2026 kombiniert Zahoransky das Werkzeugkonzept mit der vollelektrischen Spritzgießmaschine Elion MED von Netstal zu einer vollintegrierten Fertigungslösung. Werkzeugbau, Spritzgießintegration und nachgelagerte Automation bündelt das Unternehmen dabei unter einem Dach. Zu sehen ist die Anlage in Halle A2 an Stand 2309.

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