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Windelrecycling per Enzym: acib gewinnt Net-Zero Award

14.04.2026

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) entwickelt mit dem Projekt „Diapers Recycler“ ein biotechnologisches Verfahren, das gebrauchte Windeln vor Ort aufbereitet und verwertbare Materialien zurückgewinnt. Projektleiterin Dr. Sara Vecchiato wurde dafür gestern mit dem nationalen Award in der Kategorie „Female Innovators“ des Net-Zero Industries Award 2025 ausgezeichnet – im Rahmen des International Vienna Energy and Climate Forum (IVECF) in der Wiener Hofburg.

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) entwickelt mit dem Projekt „Diapers Recycler" ein Windelrecycling-Verfahren, das enzymbasiert und dezentral einsetzbar ist. | Bild: WMV, erstellt mit Nano Banana
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) entwickelt mit dem Projekt „Diapers Recycler“ ein Windelrecycling-Verfahren, das enzymbasiert und dezentral einsetzbar ist. | Bild: WMV, erstellt mit Nano Banana

Das Projekt ist Teil des FFG-Programms „Expedition Zukunft“ und zielt auf einen dezentral einsetzbaren Prozess ab, der insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kinderbetreuungseinrichtungen transportintensive und thermische Entsorgungswege ersetzen soll.

Enzymbasierter Prozess erschließt Wertstoffe aus Hygieneabfällen

Kerninnovation des Systems ist ein Reinigungsprozess, der auf Enzymen basiert, die nicht industriell zugekauft, sondern durch Fermentation von Obst- und Gemüseresten gewonnen werden. Die dabei eingesetzten Mikroorganismen – Bacillus subtilis und Saccharomyces cerevisiae – produzieren Enzymgemische mit breitem Wirkspektrum, die Fäkalien und Urin effektiv entfernen, ohne die Materialstruktur der Windeln zu beschädigen.

Im Labormaßstab wurden nach der enzymatischen Reinigung drei Materialströme erfolgreich zurückgewonnen: Superabsorber (SAP), der seine Absorptionsfähigkeit über mehrere Wiederverwendungszyklen beibehält, Kunststoffe wie PET, PP und PE für Recycling oder Weiterverarbeitung sowie eine organische Fraktion, die zu fermentierbaren Zuckern für biotechnologische Anwendungen oder zu Biogas umgesetzt werden kann.

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Windelrecycling als Teil resilienter Kreislaufprozesse

„Gerade in der Kreislaufwirtschaft brauchen wir Prozesse, die nicht nur effizient, sondern auch robust, flexibel und ressourcenschonend sind“, erklärt acib-Forscherin Sara Vecchiato. „Unser Projekt zeigt, wie biotechnologische Systeme auch unter herausfordernden Bedingungen stabil funktionieren und neue Wertschöpfung ermöglichen.“

Der Ansatz verbindet Materialrecycling, Bioökonomie und Energiegewinnung in einem integrierten Konzept. acib betont dabei die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Rahmenbedingungen: „Kreislaufwirtschaft ist kein einzelner Prozessschritt, sondern ein Systemthema. Unsere Stärke liegt darin, biotechnologische Lösungen so zu entwickeln, dass sie auch langfristig tragfähig sind – ökologisch, technisch und wirtschaftlich.“

Internationale Auszeichnung bei der UN-Klimakonferenz COP30

Die Innovationsleistung des Projekts wurde international gewürdigt: „Diapers Recycler“ zählt zu den National Winners des Net-Zero Industries Award 2025, der im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP30 vorgestellt wurde. In der Kategorie „Female Innovators“ gewann Projektleiterin Dr. Sara Vecchiato den nationalen Award für Österreich. Die Übergabe fand am 10. April 2026 im Rahmen des International Vienna Energy and Climate Forum (IVECF) in der Wiener Hofburg statt.

Für acib bestätigt die Auszeichnung die strategische Ausrichtung auf robuste, skalierbare Prozesskonzepte, die einen messbaren Beitrag zur industriellen Transformation leisten.

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