Würth Österreich stellt zentrale Bereiche seines Unternehmens auf Nachhaltigkeit um und verankert ökologische sowie soziale Kriterien im operativen Geschäft. Neben strukturierten Vorgaben für Umweltmanagement, Beschaffung und Lieferkette investiert das Unternehmen gezielt in die Energieversorgung seines Standorts in Böheimkirchen.

Diese Ausrichtung wurde jüngst durch die EcoVadis Bronze-Medaille bestätigt, mit der Würth Österreich zu den besten 35 Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen zählt. Gleichzeitig ging in Niederösterreich eine Geothermie-Anlage in Betrieb, die Verwaltungs- und Logistikgebäude beheizt und kühlt und den CO₂-Ausstoß deutlich reduziert.
Bronze-Medaille im EcoVadis-Rating
Im Rahmen des Nachhaltigkeits-Ratings durch EcoVadis legte Würth Österreich Fortschritte in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung offen. Die Bronze-Medaille bescheinigt dem Unternehmen eine Platzierung unter den besten 35 Prozent der weltweit bewerteten Betriebe.
Positiv bewertet wurden unter anderem das kontinuierliche Umweltmanagement, der ressourcenschonende Betrieb sowie Maßnahmen zur Transparenz in der Lieferkette. Diese wird schrittweise nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtet, um Risiken zu reduzieren und Standards nachvollziehbar zu dokumentieren. „Wir wachsen mit Verantwortung – für unsere Kunden, für unser Team, für unsere Zukunft. Diese Auszeichnung bestätigt unseren konsequenten Weg, ökologische und soziale Verantwortung mit unternehmerischem Erfolg zu verbinden“, erklärt Michael Hempt, Geschäftsführer von Würth Österreich.
5,9 Millionen Euro für Geothermie in Böheimkirchen
Am Standort Böheimkirchen wird die Energieversorgung schrittweise von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Quellen umgestellt. Grundlage für die Planung der Geothermie-Anlage war ein Thermal Response Test im Jahr 2023, mit dem das Energiepotenzial des Bodens ermittelt wurde. Anfang 2025 begannen die Bauarbeiten.
Im Zuge der Vorbereitung wurden rund 12.000 Kubikmeter Erde abgetragen, da auf dem Gelände künftig ein neues Logistikgebäude errichtet werden soll. Anschließend wurden 188 Geothermie-Sonden in 130 Metern Tiefe in einem Raster von sieben mal sieben Metern installiert. Seit Herbst des Vorjahres versorgt die Anlage die Verwaltungs- und Logistikgebäude mit Heiz- und Kühlenergie. Über ein geschlossenes Rohrsystem wird dem Erdreich Wärme entzogen und mithilfe von Wärmepumpen nutzbar gemacht.

Die Investitionssumme beträgt rund 5,9 Millionen Euro, etwa 500.000 Euro davon stammen aus Fördermitteln. Nach Unternehmensangaben reduziert die Anlage den CO2-Ausstoß um rund 300 Tonnen pro Jahr. Das entspricht etwa zehn Prozent des aktuellen CO2-Fußabdrucks aus direkten Emissionen sowie indirekten Emissionen aus Energiebezug (Scope 1 und Scope 2). Zusätzlich wird Strom aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Firmenzentrale für den Betrieb der Wärmepumpen genutzt. „Geothermie ist eine nachhaltige und erneuerbare Energiequelle, die bislang noch wenig genutzt wird. Mit der Anlage in Böheimkirchen zeigen wir, wie sich ökologische Verantwortung und strategische Standortentwicklung erfolgreich vereinen lassen“, sagt Bernd Kubinger, Leiter Qualitäts- und Facilitymanagement.
CO2-Reduktion um 90 Prozent bis 2030 geplant
Die Geothermie-Anlage ist Teil eines Reduktionsplans zur Senkung standortbezogener Treibhausgase. Bereits umgesetzt wurden Photovoltaikanlagen in der Zentrale und an mehreren Shop-Standorten sowie die Umstellung auf Grünstrom in der Zentrale und in allen 81 Würth Shops. Zudem wird die Elektrifizierung des Fuhrparks vorangetrieben. Von rund 550 Pkw sind derzeit etwa 50 Prozent elektrisch betrieben.
Bis 2030 sollen die direkten Emissionen sowie die indirekten Emissionen aus dem Energiebezug im Vergleich zum Ausgangsjahr 2021 um mehr als 90 Prozent reduziert werden. Die Hochwasserkatastrophe im Herbst 2024 am Standort Böheimkirchen habe gezeigt, welche wirtschaftlichen Risiken klimabedingte Ereignisse mit sich bringen können, so Hempt.

Mit der Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie reagiert Würth Österreich zugleich auf veränderte Marktanforderungen. Insbesondere im Bau- und Immobiliensektor ergeben sich Potenziale durch strengere Kriterien bei Gebäudezertifizierungen sowie steigende Nachhaltigkeits-Anforderungen auf Baustellen. „Im Bau- und Immobiliensektor etwa ergeben sich Potentiale aufgrund von strengen Kriterien bei Gebäudezertifizierungen oder steigende Nachhaltigkeits-Anforderungen auf Baustellen, die wir als Lieferant bereits heute gut erfüllen“, so Hempt.
„Die konsequente Umsetzung unserer ambitionierten Ziele liefern die Basis für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens“, sagt Ingrid Reichenauer, Leiterin des Nachhaltigkeitsmanagements von Würth Österreich. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf bestehende Herausforderungen. Das interdisziplinäre Nachhaltigkeitsteam arbeitet derzeit am Ausbau der Datengrundlage, um unter anderem Transportemissionen systematisch zu reduzieren und Umweltauswirkungen von Produkten über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu erfassen.
Über Würth Österreich
Würth Österreich ist Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial für die professionelle Anwendung. Das Sortiment umfasst über 120.000 Artikel von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis hin zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz. Zu den Kunden zählen Handwerks- und Industriebetriebe, die von rund 500 Außendienstmitarbeitenden betreut werden.
Das Unternehmen betreibt über 80 Würth Shops in ganz Österreich mit mehr als 5.000 permanent lagernden Produkten und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Würth Österreich einen Umsatz von 300 Millionen Euro. Sprecher der Geschäftsführung ist Michael Hempt.


